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Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus - Jürgen Nill
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Jürgen Nill:
Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus - neues Buch

2009, ISBN: 9783842814615

ID: 9783842814615

Eine Fallstudie im Bereich Neue Medien Inhaltsangabe:Einleitung: Die seit Jahrzehnten sinkende Geburtenrate und die stetig steigende Lebenserwartung führen zu einer signifikanten Veränderung des Verhältnisses zwischen der jüngeren und älteren Generation (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2009). Der demographische Wandel betrifft viele westliche Industrienationen. Er bewirkt folglich eine drastische Umstrukturierung der Altersschichten in der Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bundesrepublik Deutschland liegt für die heute Geborenen bereits bei 76 Jahren (für Männer), bzw. bei 81,5 Jahren (für Frauen). Auch in Japan oder in den USA sind ähnliche Entwicklungen erkennbar. Demzufolge hat die Disziplin Erwachsenenbildung ihre Aufmerksamkeit auf Menschen über dem 50. Lebensjahr gelenkt. Besonders in der allgemeinen Erwachsenenbildung finden sich vielfältige Angebote für Ältere. Eine detaillierte Übersicht entsprechender Seminare an Volkshochschulen gibt Elke-Heidrun Schmidt. Im Vergleich zu Senioren früherer Generationen verfügt die heutige 50plus Altersgruppe über eine hohe Bildung und ein relativ hohes Einkommen. Aus diesen empirischen Befunden erklärt sich das gesteigerte Interesse der Weiterbildungsinstitutionen, ältere Menschen als Kunden zu gewinnen. Darüber hinaus hat die Politik das Lernen und die Bildung von Senioren als Thema aufgegriffen. So stellten die Mitgliedsstaaten des Europäischen Rates im Rahmen der Lissabon Agenda im März 2000 fest, dass sich Europa unbestreitbar auf dem Weg in das Zeitalter des Wissens befindet. Darauf aufbauend argumentiert Stahl, dass der Auf- und Ausbau einer Wissensgesellschaft auf dem lebenslangen Lernen aller Bürger basiert. Lernen hört folglich nicht nach dem Abschluss der Schule, Ausbildung oder eines Studiums auf. Vielmehr ist Lernen das essentielle Werkzeug zum Erlangen von Bildung für alle Altersstufen, um individuelle Lebens- und Arbeitschancen gestalten zu können. Bereits in den 1970er Jahren analysieren Ernst Prokop/Karlheinz Geißler, dass Lernen während des gesamten Lebens als etwas Unausweichliches gilt. Die Forscher definieren die Lernfähigkeit Erwachsener allgemein als unbegrenzt. Eine der sechs Grundbotschaften lebenslangen Lernens lautet, die digitale Kompetenz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erhöhen. Neben Fremdsprachen, technologischer Kultur, Unternehmergeist und sozialen Fähigkeiten zählen explizit Fertigkeiten im Bereich der Informationstechnologien zu den neuen geforderten Basisqualifikationen. In diesem Zusammenhang sieht Günther Böhme den alternden Mensch in der Pflicht, mit der schnellen Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Jeder Bürger benötigt demnach eine technische Befähigung, unabhängig vom Alter. Der Umgang mit dem Internet wird nach Einschätzung von Stadelhofer/Marquard sogar zur vierten Kulturtechnik werden. Die Relevanz der vorliegenden Arbeit folgt aus eben angeführten Thesen. So wächst erstens die Zielgruppe 50plus beständig und rückt folglich in den Fokus der Bildung Erwachsener. Zweitens schließt lebenslanges Lernen auch Senioren mit ein, und in diesem Rahmen gilt die Beherrschung Neuer Medien als unverzichtbar in der heutigen Zeit. In Anbetracht beschriebener Sachverhalte ergibt sich die Frage, welche Besonderheiten und Herausforderungen die Generation 50plus für ein Bildungsmarketing im Bereich Neue Medien darstellt. Diese Fragestellung wird im Folgenden näher erforscht. Nach einer theoretischen Bearbeitung der Themafrage in den Punkten 2. bis 4. folgt im 5. Abschnitt ein Theorie-Praxis Transfer in Form einer Fallstudie. Dabei analysiert der Verfasser, inwieweit ein Medienbus als geeignetes Instrument für eine Erwachsenenbildungseinrichtung anzusehen ist, um ältere Bevölkerungsgruppen für eine aktive Teilhabe an der Nutzung Neuer Medien zu befähigen. Zudem wird ausgeführt, nach welchen Dimensionen der Medienbus aus Sicht des Weiterbildungsmarketings beworben werden kann. Eine Grundlage bieten die in den vorherigen Kapiteln gewonnenen Ergebnisse. Der Fokus der Arbeit liegt stets auf dem Bereich der allgemeinen Erwachsenenbildung. Als Zielgruppe gelten deshalb hauptsächlich Senioren, die nicht mehr erwerbstätig sind. Nachfolgend wird die Zielgruppe 50plus hinsichtlich verschiedener Aspekte untersucht und definiert, um sie als potenzielle Kunden für Weiterbildungsanbieter näher einzugrenzen (Kapitel 2). Des Weiteren diskutiert der Autor den Zielgruppenansatz sowie Forschungsergebnisse zum Thema Lernen im Alter. Die Passagen dienen als theoretische Grundlage für die Entwicklung von Marketingstrategien. Abschnitt 3. beschäftigt sich mit dem Umgang und den Nutzungsgewohnheiten von Senioren mit neuen Medien, im speziellen mit dem Internet. Damit werden inhaltliche Schwerpunkte für ein Bildungsmarketing begründet. Der 4. Gliederungspunkt diskutiert den Zusammenhang von Erwachsenenbildung und Marketing und stellt ferner die Bedeutung der Milieuforschung für ein Weiterbildungsmarketing in den Vordergrund. Der Abschnitt bezweckt die Ableitung adäquater Marketingmaßnahmen und -dimensionen, welche in der abschließenden Fallstudie ausgearbeitet werden. Im Beispiel des Medienbusses liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich der Makroebene, Aspekte der Mikrodidaktik im Sinne einer konkreten Seminarstundenplanung werden weitestgehend ausgeklammert. Denn sie sind erst bei einer späteren, detaillierteren Konzeption einzubringen. Die Literaturlage zu dem Themengebiet ist insgesamt als zufriedenstellend anzusehen. Besonders in den letzten Jahren stieg die Zahl der Publikationen deutlich an. Sie kann als ein weiteres Indiz für die Wichtigkeit des Themenkomplexes interpretiert werden. Da in einigen Abschnitten der Arbeit mit statistischen Angaben argumentiert wird, sind aufgrund der Aktualität mehrmals Onlinestudien zitiert.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung3 2.Bildungsarbeit mit der Zielgruppe 50plus6 2.1Demographischer Wandel und seine Folgen6 2.2Zielgruppenorientierung9 2.2.1Der soziographische Ansatz10 2.2.2Der psychosoziographische Ansatz11 2.2.3Das interpretative Paradigma12 2.3Definition des Begriffs 50plus14 2.3.1Biologische Aspekte15 2.3.2Psychologische Aspekte15 2.4Lernen im Alter17 2.4.1Lernbereitschaft18 2.4.2Interessen/Erwartungen20 2.4.3Lernfähigkeit22 2.4.4Barrieren23 3.Neue Medien in Bezug auf die Zielgruppe 50plus26 3.1Internetnutzung zwischen 1997 und 2009 in Deutschland28 3.2Internetnutzung der Zielgruppe 50plus in Deutschland29 3.2.1Häufigkeit der Onlinenutzung31 3.2.2Gebrauch verschiedener Anwendungen32 4.Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus35 4.1Erwachsenenbildung und Marketing35 4.1.1Der Weiterbildungsmarkt - ein ökonomisches Modell 39 4.1.2Weiterbildung - ein Produkt oder eine Dienstleistung 43 4.2Generation 50plus und Marketing46 4.2.1Soziale Milieuforschung als Instrument des Zielgruppenmarketings46 4.2.2Ältere Erwachsene als Zielgruppe der Milieuforschung in Bezug auf Neue Medien49 4.3Konsequenzen für ein Weiterbildungsmarketing für die Altersgruppe 50plus im Bereich Neue Medien53 5.Fallstudie ¿Medienbus¿ für das Mediencenter 50plus55 5.1Mediencenter 50plus55 5.2Konzeptbeschreibung Medienbus56 5.2.1Hintergrund56 5.2.2Ziele57 5.2.3Ausstattung57 5.2.4Finanzierung57 5.3.Marketinginstrumente/Marketingmix59 5.3.1Produktpolitik60 5.3.2Preispolitik61 5.3.3Distributionspolitik63 5.3.4Kommunikationspolitik65 5.4Der Medienbus aus erwachsenenpädagogischer Sicht66 6.Konsequenzen aus der Fallstudie und Ausblick67 Literaturverzeichnis70Textprobe:Textprobe: Kapitel 2.4.3, Lernfähigkeit: Lernen gilt im Kindesalter als etwas Selbstverständliches. Demgegenüber eignen sich Erwachsene aus eigenem Interesse und Antrieb neue Inhalte an, als Gegenleistung für die Anstrengung erwarten sie dabei einen persönlichen Nutzen. Erst in den 1970er Jahren wurden Senioren als Zielgruppe für die Weiterbildung entdeckt. Denn bis zu dem Zeitpunkt waren Fehlannahmen über altersbedingte Lernhemmnisse weit verbreitet. Neuere wissenschaftliche Forschungsergebnisse widerlegen jedoch den bis dahin unterstellten Mangel an Lernfähigkeit. Zudem gelten Ältere als motiviert, Bildung zu erlangen. In eine ähnliche Richtung geht die Analyse von Rudolf Tippelt/Bernhard Schmidt. Während man in den 1960er Jahre noch von einem generellen kognitiven Abbau bei Senioren ausging, besitzt die zugrunde gelegte Defizithypothese Anfang des 21. Jahrhunderts keine Gültigkeit mehr. Ebenso erweist sich eine unterstellte sinkende Weiterbildungsbereitschaft als nur teilweise haltbar. Wie im letzten Abschnitt dargestellt, besitzt das Merkmal Schulbildung entscheidenden Einfluss darauf, ob Ältere Bildungsveranstaltungen besuchen oder nicht. Bezüglich der intellektuellen Fähigkeiten konstatiert Dieter Nittel ebenfalls keine schlechtere, sondern lediglich eine veränderte Wahrnehmungs- und Aufnahmebereitschaft der Gruppe 50plus. Gleichwohl sind aus einer biologischen Sichtweise eine Verringerung der biologischen Fähigkeiten und eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten im höheren Erwachsenenalter erkennbar. So muss in Internetkursen für Senioren mit motorischen Einschränkungen bei der Bedienung der Tastatur oder des Mauszeigers gerechnet werden. Der Altersprozess gilt indes als individuell verlaufender, subjektiv wahrgenommener Vorgang. Das reine Überschreiten der Altersgrenze von 50 Jahren bedingt folglich keinen automatischen Abbau der geistigen Fähigkeiten. Ein vergleichbares Ergebnis zeigen die Ausführungen in Bezug auf die Definition der Zielgruppe. Dennoch fordert Schmidt eine differenzierte Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung, um der Adressatengruppe Senioren gerecht zu werden. Als Anknüpfungspunkt dienen genannte Erwartungen der Teilnehmer. Demnach ist die Kompetenz des Dozenten von großer Bedeutung. Zudem soll der Lernstoff nicht zu schnell vermittelt werden, jedoch auch nicht zu viele Wiederholungen beinhalten. Gleichzeitig steht der Austausch mit anderen Kursteilnehmern im Vordergrund, dafür dienen z.B. interaktive Methoden. Außerdem sind englischsprachige Fachwörter aus der Computerwelt weitgehend zu vermeiden, da Menschen ab 50 Jahren meist nicht mit der Fremdsprache aufgewachsen sind und die Wörter deshalb nicht verstehen. Als weiterer Erfolgsfaktor gilt nach Nittel das Lernen in kleinen, überschaubaren Seminargruppen, um eine angstfreie Lehr-/Lernsituation zu erreichen. Darüber hinaus fordern Senioren zeitnahe, eindeutige Rückmeldungen seitens des Kursleiters über erreichte Lernfortschritte. Positive Bemerkungen fördern auch die Motivation für zukünftige Veranstaltungen. Zusammengefasst stellt sich nach aktuellen Forschungsergebnissen nicht mehr die Frage, ob Senioren überhaupt lernfähig sind, ¿sondern wie und unter welchen Bedingungen das Lernen Älterer gefördert oder auch verhindert wird¿. Erfolgreiches Bildungsmarketing hat also bestimmte Barrieren bei der Gruppe 50plus zu beachten. Denn ¿innerhalb der Marketingstrategie stellt das Wissen um Nicht-Teilnahmegründe oder Abbruchursachen einen zentralen Bestandteil (¿) dar¿. 2.4.4, Barrieren: Kritisch sieht Jutta Reich die Überlegung, Weiterbildungsbarrieren empirisch zu erfassen, besonders durch repräsentative Befragungen. So sind den Befragten Gründe für eine Nicht-Teilnahme teilweise nicht bewusst, bzw. können nicht direkt benannt werden. Demzufolge können Verzerrungen in Richtung sozialer Erwünschtheit in den Studien auftreten. Die Forscherin fordert deshalb qualitative, leitfadengestützte Explorationen, um milieuspezifische Weiterbildungsbarrieren zu erheben. Die Bildungsteilnahme älterer Menschen wird nicht nur von deren persönlichen Umständen wie dem Bildungsstand bestimmt, sondern auch von den individuellen Erwartungen sowie den Angebotsstrukturen andererseits. So kann bereits ein fehlendes oder nicht bekanntes Seminarangebot den Besuch von Veranstaltungen verhindern. Darüber hinausgehende allgemeine Barrieren von 45-80jährigen enthält Tabelle 5 (Abbildung 5: Wichtigste Barriere für einen Weiterbildungsbesuch bei 45-80jährigen). Zu den wichtigsten Hindernissen zählt der nicht wahrgenommene Bedarf, entweder im privaten (22%) oder im beruflichen Bereich (17%). Die Aussage ¿lohnt sich in meinem Alter nicht mehr¿ (17%) kann nicht primär mit gesundheitlichen Defiziten erklärt werden, da diese Kategorie nur zu 8% angegeben wird. Hier scheinen vielmehr subjektive Empfindungen eine Rolle zu spielen. Nicht näher aufgeschlüsselt ist die Antwort ¿Andere¿, die jedoch mit 27% den häufigsten Wert darstellt. Das Ergebnis lässt eine große Antwortstreuung vermuten, ohne daraus weitere empirische Schlüsse ziehen zu können. Als weitere Barriere geben Senioren die Angst vor Misserfolg in Form von Prüfungen an, sowie die Befürchtung, den Anforderungen in Bildungsseminaren nicht erfüllen zu können. Schließlich verhindert auch eine zu geringe Angebotstransparenz den Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen. Generell ist der Weiterbildungsmarkt von einer Pluralität der Träger und Intransparenz gekennzeichnet, da rechtliche Rahmenbedingungen größtenteils fehlen. Aus diesem Grund gewinnt die Beratung in Erwachsenenbildungseinrichtungen an Bedeutung. Neben einer übersichtlichen Darstellung der Angebote ist auch eine persönliche Kundenberatung anzubieten. Kruse/Rudinger analysieren weitere Faktoren, die Einfluss auf die Lernfähigkeit Älterer besitzen. Demnach sind Senioren störanfälliger in Lernprozessen, wenn sie verschiedene Informationen zum gleichen Zeitpunkt speichern müssen oder Aufgaben gleichzeitig ausführen. Der Kursleiter hat deshalb auf eine klare Strukturierung der Einheiten zu achten. Zudem lernen über 50jährige unter Zeitdruck deutlich schlechter. Wenn sie ihr Tempo selbst bestimmen können, nehmen sie zwar mehr Zeit in Anspruch, lernen dabei allerdings besser. Auch spielt der Übungsfaktor eine wichtige Rolle. Ältere fordern eine Verknüpfung von Theorie und Praxis, um Lerninhalte im Alltagsleben anzuwenden. Schlechte Lernleistungen sind häufig auf Praxisdefizite zurückzuführen. Schließlich benötigen Senioren vertraute Seminarunterlagen. Das Lernmaterial soll ihren Erfahrungen entsprechen und keine Transferleistungen erfordern. Denn eine zu starke Diskrepanz zwischen bisher Gelerntem und neuen Informationen kann nicht mehr adäquat verarbeitet werden. Eben ausgeführte Argumente besitzen für Bildungsinstitute eine hohe Wichtigkeit. Denn ein Dozent hat die Möglichkeit, die Gesichtspunkte in der mikrodidaktischen Gestaltung umzusetzen. Weniger Einfluss haben Einrichtunge, Diplomica Verlag

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Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus - Jürgen Nill
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2009, ISBN: 9783842814615

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Eine Fallstudie im Bereich Neue Medien Inhaltsangabe:Einleitung: Die seit Jahrzehnten sinkende Geburtenrate und die stetig steigende Lebenserwartung führen zu einer signifikanten Veränderung des Verhältnisses zwischen der jüngeren und älteren Generation (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2009). Der demographische Wandel betrifft viele westliche Industrienationen. Er bewirkt folglich eine drastische Umstrukturierung der Altersschichten in der Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bundesrepublik Deutschland liegt für die heute Geborenen bereits bei 76 Jahren (für Männer), bzw. bei 81,5 Jahren (für Frauen). Auch in Japan oder in den USA sind ähnliche Entwicklungen erkennbar. Demzufolge hat die Disziplin Erwachsenenbildung ihre Aufmerksamkeit auf Menschen über dem 50. Lebensjahr gelenkt. Besonders in der allgemeinen Erwachsenenbildung finden sich vielfältige Angebote für Ältere. Eine detaillierte Übersicht entsprechender Seminare an Volkshochschulen gibt Elke-Heidrun Schmidt. Im Vergleich zu Senioren früherer Generationen verfügt die heutige 50plus Altersgruppe über eine hohe Bildung und ein relativ hohes Einkommen. Aus diesen empirischen Befunden erklärt sich das gesteigerte Interesse der Weiterbildungsinstitutionen, ältere Menschen als Kunden zu gewinnen. Darüber hinaus hat die Politik das Lernen und die Bildung von Senioren als Thema aufgegriffen. So stellten die Mitgliedsstaaten des Europäischen Rates im Rahmen der Lissabon Agenda im März 2000 fest, dass sich Europa unbestreitbar auf dem Weg in das Zeitalter des Wissens befindet. Darauf aufbauend argumentiert Stahl, dass der Auf- und Ausbau einer Wissensgesellschaft auf dem lebenslangen Lernen aller Bürger basiert. Lernen hört folglich nicht nach dem Abschluss der Schule, Ausbildung oder eines Studiums auf. Vielmehr ist Lernen das essentielle Werkzeug zum Erlangen von Bildung für alle Altersstufen, um individuelle Lebens- und Arbeitschancen gestalten zu können. Bereits in den 1970er Jahren analysieren Ernst Prokop/Karlheinz Geißler, dass Lernen während des gesamten Lebens als etwas Unausweichliches gilt. Die Forscher definieren die Lernfähigkeit Erwachsener allgemein als unbegrenzt. Eine der sechs Grundbotschaften lebenslangen Lernens lautet, die digitale Kompetenz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erhöhen. Neben Fremdsprachen, technologischer Kultur, Unternehmergeist und sozialen Fähigkeiten zählen explizit Fertigkeiten im Bereich der Informationstechnologien zu den neuen geforderten Basisqualifikationen. In diesem Zusammenhang sieht Günther Böhme den alternden Mensch in der Pflicht, mit der schnellen Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Jeder Bürger benötigt demnach eine technische Befähigung, unabhängig vom Alter. Der Umgang mit dem Internet wird nach Einschätzung von Stadelhofer/Marquard sogar zur vierten Kulturtechnik werden. Die Relevanz der vorliegenden Arbeit folgt aus eben angeführten Thesen. So wächst erstens die Zielgruppe 50plus beständig und rückt folglich in den Fokus der Bildung Erwachsener. Zweitens schließt lebenslanges Lernen auch Senioren mit ein, und in diesem Rahmen gilt die Beherrschung Neuer Medien als unverzichtbar in der heutigen Zeit. In Anbetracht beschriebener Sachverhalte ergibt sich die Frage, welche Besonderheiten und Herausforderungen die Generation 50plus für ein Bildungsmarketing im Bereich Neue Medien darstellt. Diese Fragestellung wird im Folgenden näher erforscht. Nach einer theoretischen Bearbeitung der Themafrage in den Punkten 2. bis 4. folgt im 5. Abschnitt ein Theorie-Praxis Transfer in Form einer Fallstudie. Dabei analysiert der Verfasser, inwieweit ein Medienbus als geeignetes Instrument für eine Erwachsenenbildungseinrichtung anzusehen ist, um ältere Bevölkerungsgruppen für eine aktive Teilhabe an der Nutzung Neuer Medien zu befähigen. Zudem wird ausgeführt, nach welchen Dimensionen der Medienbus aus Sicht des Weiterbildungsmarketings beworben werden kann. Eine Grundlage bieten die in den vorherigen Kapiteln gewonnenen Ergebnisse. Der Fokus der Arbeit liegt stets auf dem Bereich der allgemeinen Erwachsenenbildung. Als Zielgruppe gelten deshalb hauptsächlich Senioren, die nicht mehr erwerbstätig sind. Nachfolgend wird die Zielgruppe 50plus hinsichtlich verschiedener Aspekte untersucht und definiert, um sie als potenzielle Kunden für Weiterbildungsanbieter näher einzugrenzen (Kapitel 2). Des Weiteren diskutiert der Autor den Zielgruppenansatz sowie Forschungsergebnisse zum Thema Lernen im Alter. Die Passagen dienen als theoretische Grundlage für die Entwicklung von Marketingstrategien. Abschnitt 3. beschäftigt sich mit dem Umgang und den Nutzungsgewohnheiten von Senioren mit neuen Medien, im speziellen mit dem Internet. Damit werden inhaltliche Schwerpunkte für ein Bildungsmarketing begründet. Der 4. Gliederungspunkt diskutiert den Zusammenhang von Erwachsenenbildung und Marketing und stellt ferner die Bedeutung der Milieuforschung für ein Weiterbildungsmarketing in den Vordergrund. Der Abschnitt bezweckt die Ableitung adäquater Marketingmaßnahmen und -dimensionen, welche in der abschließenden Fallstudie ausgearbeitet werden. Im Beispiel des Medienbusses liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich der Makroebene, Aspekte der Mikrodidaktik im Sinne einer konkreten Seminarstundenplanung werden weitestgehend ausgeklammert. Denn sie sind erst bei einer späteren, detaillierteren Konzeption einzubringen. Die Literaturlage zu dem Themengebiet ist insgesamt als zufriedenstellend anzusehen. Besonders in den letzten Jahren stieg die Zahl der Publikationen deutlich an. Sie kann als ein weiteres Indiz für die Wichtigkeit des Themenkomplexes interpretiert werden. Da in einigen Abschnitten der Arbeit mit statistischen Angaben argumentiert wird, sind aufgrund der Aktualität mehrmals Onlinestudien zitiert.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung3 2.Bildungsarbeit mit der Zielgruppe 50plus6 2.1Demographischer Wandel und seine Folgen6 2.2Zielgruppenorientierung9 2.2.1Der soziographische Ansatz10 2.2.2Der psychosoziographische Ansatz11 2.2.3Das interpretative Paradigma12 2.3Definition des Begriffs 50plus14 2.3.1Biologische Aspekte15 2.3.2Psychologische Aspekte15 2.4Lernen im Alter17 2.4.1Lernbereitschaft18 2.4.2Interessen/Erwartungen20 2.4.3Lernfähigkeit22 2.4.4Barrieren23 3.Neue Medien in Bezug auf die Zielgruppe 50plus26 3.1Internetnutzung zwischen 1997 und 2009 in Deutschland28 3.2Internetnutzung der Zielgruppe 50plus in Deutschland29 3.2.1Häufigkeit der Onlinenutzung31 3.2.2Gebrauch verschiedener Anwendungen32 4.Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus35 4.1Erwachsenenbildung und Marketing35 4.1.1Der Weiterbildungsmarkt - ein ökonomisches Modell 39 4.1.2Weiterbildung - ein Produkt oder eine Dienstleistung 43 4.2Generation 50plus und Marketing46 4.2.1Soziale Milieuforschung als Instrument des Zielgruppenmarketings46 4.2.2Ältere Erwachsene als Zielgruppe der Milieuforschung in Bezug auf Neue Medien49 4.3Konsequenzen für ein Weiterbildungsmarketing für die Altersgruppe 50plus im Bereich Neue Medien53 5.Fallstudie ¿Medienbus¿ für das Mediencenter 50plus55 5.1Mediencenter 50plus55 5.2Konzeptbeschreibung Medienbus56 5.2.1Hintergrund56 5.2.2Ziele57 5.2.3Ausstattung57 5.2.4Finanzierung57 5.3.Marketinginstrumente/Marketingmix59 5.3.1Produktpolitik60 5.3.2Preispolitik61 5.3.3Distributionspolitik63 5.3.4Kommunikationspolitik65 5.4Der Medienbus aus erwachsenenpädagogischer Sicht66 6.Konsequenzen aus der Fallstudie und Ausblick67 Literaturverzeichnis70Textprobe:Textprobe: Kapitel 2.4.3, Lernfähigkeit: Lernen gilt im Kindesalter als etwas Selbstverständliches. Demgegenüber eignen sich Erwachsene aus eigenem Interesse und Antrieb neue Inhalte an, als Gegenleistung für die Anstrengung erwarten sie dabei einen persönlichen Nutzen. Erst in den 1970er Jahren wurden Senioren als Zielgruppe für die Weiterbildung entdeckt. Denn bis zu dem Zeitpunkt waren Fehlannahmen über altersbedingte Lernhemmnisse weit verbreitet. Neuere wissenschaftliche Forschungsergebnisse widerlegen jedoch den bis dahin unterstellten Mangel an Lernfähigkeit. Zudem gelten Ältere als motiviert, Bildung zu erlangen. In eine ähnliche Richtung geht die Analyse von Rudolf Tippelt/Bernhard Schmidt. Während man in den 1960er Jahre noch von einem generellen kognitiven Abbau bei Senioren ausging, besitzt die zugrunde gelegte Defizithypothese Anfang des 21. Jahrhunderts keine Gültigkeit mehr. Ebenso erweist sich eine unterstellte sinkende Weiterbildungsbereitschaft als nur teilweise haltbar. Wie im letzten Abschnitt dargestellt, besitzt das Merkmal Schulbildung entscheidenden Einfluss darauf, ob Ältere Bildungsveranstaltungen besuchen oder nicht. Bezüglich der intellektuellen Fähigkeiten konstatiert Dieter Nittel ebenfalls keine schlechtere, sondern lediglich eine veränderte Wahrnehmungs- und Aufnahmebereitschaft der Gruppe 50plus. Gleichwohl sind aus einer biologischen Sichtweise eine Verringerung der biologischen Fähigkeiten und eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten im höheren Erwachsenenalter erkennbar. So muss in Internetkursen für Senioren mit motorischen Einschränkungen bei der Bedienung der Tastatur oder des Mauszeigers gerechnet werden. Der Altersprozess gilt indes als individuell verlaufender, subjektiv wahrgenommener Vorgang. Das reine Überschreiten der Altersgrenze von 50 Jahren bedingt folglich keinen automatischen Abbau der geistigen Fähigkeiten. Ein vergleichbares Ergebnis zeigen die Ausführungen in Bezug auf die Definition der Zielgruppe. Dennoch fordert Schmidt eine differenzierte Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung, um der Adressatengruppe Senioren gerecht zu werden. Als Anknüpfungspunkt dienen genannte Erwartungen der Teilnehmer. Demnach ist die Kompetenz des Dozenten von großer Bedeutung. Zudem soll der Lernstoff nicht zu schnell vermittelt werden, jedoch auch nicht zu viele Wiederholungen beinhalten. Gleichzeitig steht der Austausch mit anderen Kursteilnehmern im Vordergrund, dafür dienen z.B. interaktive Methoden. Außerdem sind englischsprachige Fachwörter aus der Computerwelt weitgehend zu vermeiden, da Menschen ab 50 Jahren meist nicht mit der Fremdsprache aufgewachsen sind und die Wörter deshalb nicht verstehen. Als weiterer Erfolgsfaktor gilt nach Nittel das Lernen in kleinen, überschaubaren Seminargruppen, um eine angstfreie Lehr-/Lernsituation zu erreichen. Darüber hinaus fordern Senioren zeitnahe, eindeutige Rückmeldungen seitens des Kursleiters über erreichte Lernfortschritte. Positive Bemerkungen fördern auch die Motivation für zukünftige Veranstaltungen. Zusammengefasst stellt sich nach aktuellen Forschungsergebnissen nicht mehr die Frage, ob Senioren überhaupt lernfähig sind, ¿sondern wie und unter welchen Bedingungen das Lernen Älterer gefördert oder auch verhindert wird¿. Erfolgreiches Bildungsmarketing hat also bestimmte Barrieren bei der Gruppe 50plus zu beachten. Denn ¿innerhalb der Marketingstrategie stellt das Wissen um Nicht-Teilnahmegründe oder Abbruchursachen einen zentralen Bestandteil (¿) dar¿. 2.4.4, Barrieren: Kritisch sieht Jutta Reich die Überlegung, Weiterbildungsbarrieren empirisch zu erfassen, besonders durch repräsentative Befragungen. So sind den Befragten Gründe für eine Nicht-Teilnahme teilweise nicht bewusst, bzw. können nicht direkt benannt werden. Demzufolge können Verzerrungen in Richtung sozialer Erwünschtheit in den Studien auftreten. Die Forscherin fordert deshalb qualitative, leitfadengestützte Explorationen, um milieuspezifische Weiterbildungsbarrieren zu erheben. Die Bildungsteilnahme älterer Menschen wird nicht nur von deren persönlichen Umständen wie dem Bildungsstand bestimmt, sondern auch von den individuellen Erwartungen sowie den Angebotsstrukturen andererseits. So kann bereits ein fehlendes oder nicht bekanntes Seminarangebot den Besuch von Veranstaltungen verhindern. Darüber hinausgehende allgemeine Barrieren von 45-80jährigen enthält Tabelle 5 (Abbildung 5: Wichtigste Barriere für einen Weiterbildungsbesuch bei 45-80jährigen). Zu den wichtigsten Hindernissen zählt der nicht wahrgenommene Bedarf, entweder im privaten (22%) oder im beruflichen Bereich (17%). Die Aussage ¿lohnt sich in meinem Alter nicht mehr¿ (17%) kann nicht primär mit gesundheitlichen Defiziten erklärt werden, da diese Kategorie nur zu 8% angegeben wird. Hier scheinen vielmehr subjektive Empfindungen eine Rolle zu spielen. Nicht näher aufgeschlüsselt ist die Antwort ¿Andere¿, die jedoch mit 27% den häufigsten Wert darstellt. Das Ergebnis lässt eine große Antwortstreuung vermuten, ohne daraus weitere empirische Schlüsse ziehen zu können. Als weitere Barriere geben Senioren die Angst vor Misserfolg in Form von Prüfungen an, sowie die Befürchtung, den Anforderungen in Bildungsseminaren nicht erfüllen zu können. Schließlich verhindert auch eine zu geringe Angebotstransparenz den Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen. Generell ist der Weiterbildungsmarkt von einer Pluralität der Träger und Intransparenz gekennzeichnet, da rechtliche Rahmenbedingungen größtenteils fehlen. Aus diesem Grund gewinnt die Beratung in Erwachsenenbildungseinrichtungen an Bedeutung. Neben einer übersichtlichen Darstellung der Angebote ist auch eine persönliche Kundenberatung anzubieten. Kruse/Rudinger analysieren weitere Faktoren, die Einfluss auf die Lernfähigkeit Älterer besitzen. Demnach sind Senioren störanfälliger in Lernprozessen, wenn sie verschiedene Informationen zum gleichen Zeitpunkt speichern müssen oder Aufgaben gleichzeitig ausführen. Der Kursleiter hat deshalb auf eine klare Strukturierung der Einheiten zu achten. Zudem lernen über 50jährige unter Zeitdruck deutlich schlechter. Wenn sie ihr Tempo selbst bestimmen können, nehmen sie zwar mehr Zeit in Anspruch, lernen dabei allerdings besser. Auch spielt der Übungsfaktor eine wichtige Rolle. Ältere fordern eine Verknüpfung von Theorie und Praxis, um Lerninhalte im Alltagsleben anzuwenden. Schlechte Lernleistungen sind häufig auf Praxisdefizite zurückzuführen. Schließlich benötigen Senioren vertraute Seminarunterlagen. Das Lernmaterial soll ihren Erfahrungen entsprechen und keine Transferleistungen erfordern. Denn eine zu starke Diskrepanz zwischen bisher Gelerntem und neuen Informationen kann nicht mehr adäquat verarbeitet werden. Eben ausgeführte Argumente besitzen für Bildungsinstitute eine hohe Wichtigkeit. Denn ein Dozent hat die Möglichkeit, die Gesichtspunkte in der mikrodidaktischen Gestaltung umzusetzen. Weniger Einfluss haben Einrichtu, Diplomica Verlag

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Eine Fallstudie im Bereich Neue Medien Inhaltsangabe:Einleitung: Die seit Jahrzehnten sinkende Geburtenrate und die stetig steigende Lebenserwartung führen zu einer signifikanten Veränderung des Verhältnisses zwischen der jüngeren und älteren Generation (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2009). Der demographische Wandel betrifft viele westliche Industrienationen. Er bewirkt folglich eine drastische Umstrukturierung der Altersschichten in der Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bundesrepublik Deutschland liegt für die heute Geborenen bereits bei 76 Jahren (für Männer), bzw. bei 81,5 Jahren (für Frauen). Auch in Japan oder in den USA sind ähnliche Entwicklungen erkennbar. Demzufolge hat die Disziplin Erwachsenenbildung ihre Aufmerksamkeit auf Menschen über dem 50. Lebensjahr gelenkt. Besonders in der allgemeinen Erwachsenenbildung finden sich vielfältige Angebote für Ältere. Eine detaillierte Übersicht entsprechender Seminare an Volkshochschulen gibt Elke-Heidrun Schmidt. Im Vergleich zu Senioren früherer Generationen verfügt die heutige 50plus Altersgruppe über eine hohe Bildung und ein relativ hohes Einkommen. Aus diesen empirischen Befunden erklärt sich das gesteigerte Interesse der Weiterbildungsinstitutionen, ältere Menschen als Kunden zu gewinnen. Darüber hinaus hat die Politik das Lernen und die Bildung von Senioren als Thema aufgegriffen. So stellten die Mitgliedsstaaten des Europäischen Rates im Rahmen der Lissabon Agenda im März 2000 fest, dass sich Europa unbestreitbar auf dem Weg in das Zeitalter des Wissens befindet. Darauf aufbauend argumentiert Stahl, dass der Auf- und Ausbau einer Wissensgesellschaft auf dem lebenslangen Lernen aller Bürger basiert. Lernen hört folglich nicht nach dem Abschluss der Schule, Ausbildung oder eines Studiums auf. Vielmehr ist Lernen das essentielle Werkzeug zum Erlangen von Bildung für alle Altersstufen, um individuelle Lebens- und Arbeitschancen gestalten zu können. Bereits in den 1970er Jahren analysieren Ernst Prokop/Karlheinz Geißler, dass Lernen während des gesamten Lebens als etwas Unausweichliches gilt. Die Forscher definieren die Lernfähigkeit Erwachsener allgemein als unbegrenzt. Eine der sechs Grundbotschaften lebenslangen Lernens lautet, die digitale Kompetenz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erhöhen. Neben Fremdsprachen, technologischer Kultur, Unternehmergeist und sozialen Fähigkeiten zählen explizit Fertigkeiten im Bereich der Informationstechnologien zu den neuen geforderten Basisqualifikationen. In diesem Zusammenhang sieht Günther Böhme den alternden Mensch in der Pflicht, mit der schnellen Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Jeder Bürger benötigt demnach eine technische Befähigung, unabhängig vom Alter. Der Umgang mit dem Internet wird nach Einschätzung von Stadelhofer/Marquard sogar zur vierten Kulturtechnik werden. Die Relevanz der vorliegenden Arbeit folgt aus eben angeführten Thesen. So wächst erstens die Zielgruppe 50plus beständig und rückt folglich in den Fokus der Bildung Erwachsener. Zweitens schließt lebenslanges Lernen auch Senioren mit ein, und in diesem Rahmen gilt die Beherrschung Neuer Medien als unverzichtbar in der heutigen Zeit. In Anbetracht beschriebener Sachverhalte ergibt sich die Frage, welche Besonderheiten und Herausforderungen die Generation 50plus für ein Bildungsmarketing im Bereich Neue Medien darstellt. Diese Fragestellung wird im Folgenden näher erforscht. Nach einer theoretischen Bearbeitung der Themafrage in den Punkten 2. bis 4. folgt im 5. Abschnitt ein Theorie-Praxis Transfer in Form einer Fallstudie. Dabei analysiert der Verfasser, inwieweit ein Medienbus als geeignetes Instrument für eine Erwachsenenbildungseinrichtung anzusehen ist, um ältere Bevölkerungsgruppen für eine aktive Teilhabe an der Nutzung Neuer Medien zu befähigen. Zudem wird ausgeführt, nach welchen Dimensionen der Medienbus aus Sicht des Weiterbildungsmarketings beworben werden kann. Eine Grundlage bieten die in den vorherigen Kapiteln gewonnenen Ergebnisse. Der Fokus der Arbeit liegt stets auf dem Bereich der allgemeinen Erwachsenenbildung. Als Zielgruppe gelten deshalb hauptsächlich Senioren, die nicht mehr erwerbstätig sind. Nachfolgend wird die Zielgruppe 50plus hinsichtlich verschiedener Aspekte untersucht und definiert, um sie als potenzielle Kunden für Weiterbildungsanbieter näher einzugrenzen (Kapitel 2). Des Weiteren diskutiert der Autor den Zielgruppenansatz sowie Forschungsergebnisse zum Thema Lernen im Alter. Die Passagen dienen als theoretische Grundlage für die Entwicklung von Marketingstrategien. Abschnitt 3. beschäftigt sich mit dem Umgang und den Nutzungsgewohnheiten von Senioren mit neuen Medien, im speziellen mit dem Internet. Damit werden inhaltliche Schwerpunkte für ein Bildungsmarketing begründet. Der 4. Gliederungspunkt diskutiert den Zusammenhang von Erwachsenenbildung und Marketing und stellt ferner die Bedeutung der Milieuforschung für ein Weiterbildungsmarketing in den Vordergrund. Der Abschnitt bezweckt die Ableitung adäquater Marketingmaßnahmen und -dimensionen, welche in der abschließenden Fallstudie ausgearbeitet werden. Im Beispiel des Medienbusses liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich der Makroebene, Aspekte der Mikrodidaktik im Sinne einer konkreten Seminarstundenplanung werden weitestgehend ausgeklammert. Denn sie sind erst bei einer späteren, detaillierteren Konzeption einzubringen. Die Literaturlage zu dem Themengebiet ist insgesamt als zufriedenstellend anzusehen. Besonders in den letzten Jahren stieg die Zahl der Publikationen deutlich an. Sie kann als ein weiteres Indiz für die Wichtigkeit des Themenkomplexes interpretiert werden. Da in einigen Abschnitten der Arbeit mit statistischen Angaben argumentiert wird, sind aufgrund der Aktualität mehrmals Onlinestudien zitiert.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung3 2.Bildungsarbeit mit der Zielgruppe 50plus6 2.1Demographischer Wandel und seine Folgen6 2.2Zielgruppenorientierung9 2.2.1Der soziographische Ansatz10 2.2.2Der psychosoziographische Ansatz11 2.2.3Das interpretative Paradigma12 2.3Definition des Begriffs 50plus14 2.3.1Biologische Aspekte15 2.3.2Psychologische Aspekte15 2.4Lernen im Alter17 2.4.1Lernbereitschaft18 2.4.2Interessen/Erwartungen20 2.4.3Lernfähigkeit22 2.4.4Barrieren23 3.Neue Medien in Bezug auf die Zielgruppe 50plus26 3.1Internetnutzung zwischen 1997 und 2009 in Deutschland28 3.2Internetnutzung der Zielgruppe 50plus in Deutschland29 3.2.1Häufigkeit der Onlinenutzung31 3.2.2Gebrauch verschiedener Anwendungen32 4.Weiterbildungsmarketing für die Zielgruppe 50plus35 4.1Erwachsenenbildung und Marketing35 4.1.1Der Weiterbildungsmarkt - ein ökonomisches Modell 39 4.1.2Weiterbildung - ein Produkt oder eine Dienstleistung 43 4.2Generation 50plus und Marketing46 4.2.1Soziale Milieuforschung als Instrument des Zielgruppenmarketings46 4.2.2Ältere Erwachsene als Zielgruppe der Milieuforschung in Bezug auf Neue Medien49 4.3Konsequenzen für ein Weiterbildungsmarketing für die Altersgruppe 50plus im Bereich Neue Medien53 5.Fallstudie ¿Medienbus¿ für das Mediencenter 50plus55 5.1Mediencenter 50plus55 5.2Konzeptbeschreibung Medienbus56 5.2.1Hintergrund56 5.2.2Ziele57 5.2.3Ausstattung57 5.2.4Finanzierung57 5.3.Marketinginstrumente/Marketingmix59 5.3.1Produktpolitik60 5.3.2Preispolitik61 5.3.3Distributionspolitik63 5.3.4Kommunikationspolitik65 5.4Der Medienbus aus erwachsenenpädagogischer Sicht66 6.Konsequenzen aus der Fallstudie und Ausblick67 Literaturverzeichnis70Textprobe:Textprobe: Kapitel 2.4.3, Lernfähigkeit: Lernen gilt im Kindesalter als etwas Selbstverständliches. Demgegenüber eignen sich Erwachsene aus eigenem Interesse und Antrieb neue Inhalte an, als Gegenleistung für die Anstrengung erwarten sie dabei einen persönlichen Nutzen. Erst in den 1970er Jahren wurden Senioren als Zielgruppe für die Weiterbildung entdeckt. Denn bis zu dem Zeitpunkt waren Fehlannahmen über altersbedingte Lernhemmnisse weit verbreitet. Neuere wissenschaftliche Forschungsergebnisse widerlegen jedoch den bis dahin unterstellten Mangel an Lernfähigkeit. Zudem gelten Ältere als motiviert, Bildung zu erlangen. In eine ähnliche Richtung geht die Analyse von Rudolf Tippelt/Bernhard Schmidt. Während man in den 1960er Jahre noch von einem generellen kognitiven Abbau bei Senioren ausging, besitzt die zugrunde gelegte Defizithypothese Anfang des 21. Jahrhunderts keine Gültigkeit mehr. Ebenso erweist sich eine unterstellte sinkende Weiterbildungsbereitschaft als nur teilweise haltbar. Wie im letzten Abschnitt dargestellt, besitzt das Merkmal Schulbildung entscheidenden Einfluss darauf, ob Ältere Bildungsveranstaltungen besuchen oder nicht. Bezüglich der intellektuellen Fähigkeiten konstatiert Dieter Nittel ebenfalls keine schlechtere, sondern lediglich eine veränderte Wahrnehmungs- und Aufnahmebereitschaft der Gruppe 50plus. Gleichwohl sind aus einer biologischen Sichtweise eine Verringerung der biologischen Fähigkeiten und eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten im höheren Erwachsenenalter erkennbar. So muss in Internetkursen für Senioren mit motorischen Einschränkungen bei der Bedienung der Tastatur oder des Mauszeigers gerechnet werden. Der Altersprozess gilt indes als individuell verlaufender, subjektiv wahrgenommener Vorgang. Das reine Überschreiten der Altersgrenze von 50 Jahren bedingt folglich keinen automatischen Abbau der geistigen Fähigkeiten. Ein vergleichbares Ergebnis zeigen die Ausführungen in Bezug auf die Definition der Zielgruppe. Dennoch fordert Schmidt eine differenzierte Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung, um der Adressatengruppe Senioren gerecht zu werden. Als Anknüpfungspunkt dienen genannte Erwartungen der Teilnehmer. Demnach ist die Kompetenz des Dozenten von großer Bedeutung. Zudem soll der Lernstoff nicht zu schnell vermittelt werden, jedoch auch nicht zu viele Wiederholungen beinhalten. Gleichzeitig steht der Austausch mit anderen Kursteilnehmern im Vordergrund, dafür dienen z.B. interaktive Methoden. Außerdem sind englischsprachige Fachwörter aus der Computerwelt weitgehend zu vermeiden, da Menschen ab 50 Jahren meist nicht mit der Fremdsprache aufgewachsen sind und die Wörter deshalb nicht verstehen. Als weiterer Erfolgsfaktor gilt nach Nittel das Lernen in kleinen, überschaubaren Seminargruppen, um eine angstfreie Lehr-/Lernsituation zu erreichen. Darüber hinaus fordern Senioren zeitnahe, eindeutige Rückmeldungen seitens des Kursleiters über erreichte Lernfortschritte. Positive Bemerkungen fördern auch die Motivation für zukünftige Veranstaltungen. Zusammengefasst stellt sich nach aktuellen Forschungsergebnissen nicht mehr die Frage, ob Senioren überhaupt lernfähig sind, ¿sondern wie und unter welchen Bedingungen das Lernen Älterer gefördert oder auch verhindert wird¿. Erfolgreiches Bildungsmarketing hat also bestimmte Barrieren bei der Gruppe 50plus zu beachten. Denn ¿innerhalb der Marketingstrategie stellt das Wissen um Nicht-Teilnahmegründe oder Abbruchursachen einen zentralen Bestandteil (¿) dar¿. 2.4.4, Barrieren: Kritisch sieht Jutta Reich die Überlegung, Weiterbildungsbarrieren empirisch zu erfassen, besonders durch repräsentative Befragungen. So sind den Befragten Gründe für eine Nicht-Teilnahme teilweise nicht bewusst, bzw. können nicht direkt benannt werden. Demzufolge können Verzerrungen in Richtung sozialer Erwünschtheit in den Studien auftreten. Die Forscherin fordert deshalb qualitative, leitfadengestützte Explorationen, um milieuspezifische Weiterbildungsbarrieren zu erheben. Die Bildungsteilnahme älterer Menschen wird nicht nur von deren persönlichen Umständen wie dem Bildungsstand bestimmt, sondern auch von den individuellen Erwartungen sowie den Angebotsstrukturen andererseits. So kann bereits ein fehlendes oder nicht bekanntes Seminarangebot den Besuch von Veranstaltungen verhindern. Darüber hinausgehende allgemeine Barrieren von 45-80jährigen enthält Tabelle 5 (Abbildung 5: Wichtigste Barriere für einen Weiterbildungsbesuch bei 45-80jährigen). Zu den wichtigsten Hindernissen zählt der nicht wahrgenommene Bedarf, entweder im privaten (22%) oder im beruflichen Bereich (17%). Die Aussage ¿lohnt sich in meinem Alter nicht mehr¿ (17%) kann nicht primär mit gesundheitlichen Defiziten erklärt werden, da diese Kategorie nur zu 8% angegeben wird. Hier scheinen vielmehr subjektive Empfindungen eine Rolle zu spielen. Nicht näher aufgeschlüsselt ist die Antwort ¿Andere¿, die jedoch mit 27% den häufigsten Wert darstellt. Das Ergebnis lässt eine große Antwortstreuung vermuten, ohne daraus weitere empirische Schlüsse ziehen zu können. Als weitere Barriere geben Senioren die Angst vor Misserfolg in Form von Prüfungen an, sowie die Befürchtung, den Anforderungen in Bildungsseminaren nicht erfüllen zu können. Schließlich verhindert auch eine zu geringe Angebotstransparenz den Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen. Generell ist der Weiterbildungsmarkt von einer Pluralität der Träger und Intransparenz gekennzeichnet, da rechtliche Rahmenbedingungen größtenteils fehlen. Aus diesem Grund gewinnt die Beratung in Erwachsenenbildungseinrichtungen an Bedeutung. Neben einer übersichtlichen Darstellung der Angebote ist auch eine persönliche Kundenberatung anzubieten. Kruse/Rudinger analysieren weitere Faktoren, die Einfluss auf die Lernfähigkeit Älterer besitzen. Demnach sind Senioren störanfälliger in Lernprozessen, wenn sie verschiedene Informationen zum gleichen Zeitpunkt speichern müssen oder Aufgaben gleichzeitig ausführen. Der Kursleiter hat deshalb auf eine klare Strukturierung der Einheiten zu achten. Zudem lernen über 50jährige unter Zeitdruck deutlich schlechter. Wenn sie ihr Tempo selbst bestimmen können, nehmen sie zwar mehr Zeit in Anspruch, lernen dabei allerdings besser. Auch spielt der Übungsfaktor eine wichtige Rolle. Ältere fordern eine Verknüpfung von Theorie und Praxis, um Lerninhalte im Alltagsleben anzuwenden. Schlechte Lernleistungen sind häufig auf Praxisdefizite zurückzuführen. Schließlich benötigen Senioren vertraute Seminarunterlagen. Das Lernmaterial soll ihren Erfahrungen entsprechen und keine Transferleistungen erfordern. Denn eine zu starke Diskrepanz zwischen bisher Gelerntem und neuen Informationen kann nicht mehr adäquat verarbeitet werden. Eben ausgeführte Argumente besitzen für Bildungsinstitute eine hohe Wichtigkeit. Denn ein Dozent hat die Möglichkeit, die Gesichtspunkte in der mikrodidaktischen Gestaltung umzusetzen. Weniger Einfluss haben Einricht, Diplomica Verlag

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