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Traumatische Erfahrungen in der Kindheit und die Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit - Nicole Börner
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Nicole Börner:
Traumatische Erfahrungen in der Kindheit und die Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit - neues Buch

2007, ISBN: 9783836630467

ID: 9783836630467

Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wenn ein Kind auf die Welt kommt, braucht es von den Eltern Liebe, das heißt Zuwendung, Beachtung, Schutz, Freundlichkeit, Pflege und die Bereitschaft zu kommunizieren. Mit diesen Gaben fürs Leben ausgestattet, behält der Körper die gute Erinnerung, und der Erwachsene wird später die gleiche Liebe seinen Kindern weitergeben können.¿ Dieses Zitat von Alice Miller macht deutlich, welche Grundbedürfnisse eines Säuglings bzw. eines Kindes erfüllt werden müssen, damit es sich sowohl physisch als auch psychisch gesund entwickeln kann. Gleichzeitig wirkt sich ein liebevoller und feinfühliger Kontakt innerhalb der Eltern-Kind-Beziehung nicht nur positiv auf die kindliche Entwicklung aus, sondern ebnet auch den Weg seinen eigenen Kindern später wiederum eine gesunde psychische und physische Entwicklung ermöglichen zu können. Aber welche weitreichenden Folgen hat es für das Kind, wenn ihm gerade von den Menschen, die es über alles liebt und von denen es Liebe, Schutz und Geborgenheit erwartet, diese Grundbedürfnisse verwehrt bleiben Was löst es in einem Kind aus, wenn es statt Sicherheit und Geborgenheit, Schläge und Missachtung erfährt In welcher Form wird das Kind geprägt, wenn es misshandelt, missbraucht und/oder vernachlässigt wird Und welche Chancen hat ein Kind, wenn es in seiner Kindheit traumatisiert wurde, überlebenswichtige Bindungen aufzubauen und ein gesundes Bild von sich und von anderen zu entwickeln Denn heutzutage ist klar: ¿Von der Hirnentwicklung bis zu seiner Beziehungsgestaltung, von der Leistungsfähigkeit bis zur Identität ¿ alle Bereiche der kindlichen Entwicklung können [durch frühe traumatische Erfahrungen N.B.], zum Teil sehr erheblich, beeinträchtigt werden.¿ Bei der menschlichen Spezies liegt eine der Besonderheiten darin, dass sie ¿als ¿extrauterine Frühgeburt¿ [...] in einem Zustand von Hilflosigkeit zur Welt kommt¿. Erst nach ungefähr einem Jahr, wenn sich die motorischen Fähigkeiten des Säuglings weiterentwickelt haben, beginnt der menschliche Säugling langsam aus der überlebenswichtigen Abhängigkeit, bzw. der Angewiesenheit auf die Unterstützungsleistungen durch die primären Bindungspersonen, herauszukommen. Aufgrund der frühen notwendigen Abhängigkeit ¿ergibt sich eine Verletzlichkeit der Entwicklung und eine Bedeutsamkeit der Bezugspersonen¿. Innerhalb der Bindungsbeziehung geht es vor allem um die Qualität der Interaktion zwischen der Bezugsperson und dem Kind. Bindung ist daher ¿eine Frage der Intimität, des unmittelbaren liebevollen körperlichen, seelischen und sozialen Umgangs zwischen Erwachsenem und Kind.¿ Die Bedeutung und Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit haben in den letzten Jahrzehnten erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Laut hat folgende Entwicklung stattgefunden: ¿Die früher bestehende ¿Trauma-Blindheit¿ hat einer neuen Sensibilität und einem wachsenden Wissen über die Verletzlichkeit der kindlichen Psyche Platz gemacht.¿ Es ist ein deutlicher Rückgang dieser sogenannten professionellen Trauma-Blindheit zu verzeichnen, allerdings ist sie immer noch in manchen Bereichen ansatzweise vorhanden. Bis in die fünfziger Jahre wurde die Misshandlung von Kleinkindern und Säuglingen in der Fachliteratur nur als ein selten auftretendes Phänomen behandelt und erwähnt. Heutzutage berichten die Medien fast jede Woche über erschütternde Fälle im Zusammenhang mit Kindesmisshandlung und Kindstötung. Im Jahre 2007 wurden dementsprechend 3373 Fälle von Kindesmisshandlung in Deutschland durch das Bundeskriminalamt registriert. Zum elterlichen Gewaltverhalten konnte Bussmann eine positive Veränderung in der Einstellung zu Erziehung und dem erzieherischen Verhalten verzeichnen. Dies könnte u. a. an der von 2000 veränderten Gesetzgebung hinsichtlich des 1631 BGB liegen, in dem es nun heißt ¿Kinder sind gewaltfrei zu erziehen. Körperliche Bestrafung und seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig¿. Nichtsdestotrotz sind die Anzahl und das Ausmaß an gewalttätigem elterlichem Verhalten, das auch häufig noch unter dem Deckmantel der Erziehung stattfindet, noch zu hoch. Während anfangs die Bedeutung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen hauptsächlich bei Verfolgten und schwer misshandelten oder gefolterten Opfern ¿ zum Beispiel die Überlebenden des Holocaust, Kriegsopfer und ehemalige KZ-Insassen ¿ gesehen worden sind, wurden erst spät die negativen Auswirkungen von gewalttätigem und missbrauchendem Verhalten auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahrgenommen und anerkannt. Heutzutage wird davon ausgegangen, dass sowohl belastende Erlebnisse als auch schwerwiegende Interaktionserfahrungen in der Kindheit zu ¿Mikrotraumatisierungen¿ führen und negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung zur Folge haben können. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen sind insgesamt sehr komplex und es ist kaum möglich sie auf allgemeingültige Folgeerscheinungen zu reduzieren. Um den Rahmen der Diplomarbeit einzugrenzen, erfolgt daher hier die Betrachtung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen vor allem aus der Perspektive der Bindungstheorie.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung1 2.Die Bedeutung früher Bindungs- und Beziehungserfahrungen7 2.1Die Grundbedürfnisse des Kindes7 2.2Grundlegende Aspekte der Bindungstheorie und der Bindungsentwicklung9 2.2.1Bindung und Bindungsverhalten11 2.2.2Das Konzept der Feinfühligkeit13 2.2.3Das Konzept der ¿sicheren Basis¿14 2.2.4Das Konzept der ¿internalen Arbeitsmodelle¿15 2.3Die Bindungsentwicklung17 2.4Die Entwicklung und Bedeutung von Bindungsqualitäten19 2.4.1Der ¿Fremde-Situations-Test¿19 2.4.2Die Bindungsqualitäten21 2.4.3Interpretation der Bindungsqualitäten23 2.4.4Kontinuität und Diskontinuität von Bindungsqualitäten25 2.5Die Entwicklung des Selbst und die Bedeutung der Mentalisierungsfähigkeit26 2.5.1Mentalisierungsfähigkeit - das Verständnis von mentalen Zuständen27 2.5.2Die Entwicklung des Selbst32 3.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit35 3.1Das Trauma - eine Verletzung von Seele und Körper36 3.2Frühe Traumatisierung durch Kindesmisshandlung41 3.2.1Das Phänomen Kindesmisshandlung41 3.2.2Formen der Kindesmisshandlung45 3.2.2.1Vernachlässigung45 3.2.2.2Psychische Misshandlung49 3.2.2.3Physische Misshandlung51 3.2.2.4Sexueller Missbrauch53 4.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit aus der Perspektive der Bindungstheorie58 4.1Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Bindungsfähigkeit58 4.1.1Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern58 4.1.2Bindungsstörungen62 4.2Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Selbstentwicklung68 4.3Die intergenerationale Transmission von Bindung73 4.3.1Die Bindungsrepräsentanzen73 4.3.2Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten und der Einfluss der Mentalisierungsfähigkeit77 4.3.3Auswirkungen unbewältigter Traumata der Eltern auf die Bindungsfähigkeit ihrer Kinder80 4.3.4Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten im Zusammenhang mit Misshandlung - Waren misshandelnde Eltern selbst misshandelte Kinder 82 4.4Bindung als Schutz- und Risikofaktor85 5.Die Anwendung der Bindungstheorie in der therapeutischen Praxis90 5.1Die therapeutische Arbeit aus der Perspektive der Bindungstheorie91 5.2Die therapeutische Arbeit mit Kindern aus der Perspektive der Bindungstheorie96 6.Resümee100 7.Literaturverzeichnis112Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.1.1, Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern: Es ist zunächst anzumerken, dass sich traumatische Situationen gravierender auf die Entwicklung eines Kindes auswirken, wenn diese durch eine Bindungsperson stattgefunden haben, als wenn das Kind durch andere Personen traumatisiert wurde. Grossmann und Grossmann vergleichen eine traumatische Erfahrung durch die Bindungsperson mit dem ¿Verrat am Kinde [...]¿. Bei traumatischen Erfahrungen durch andere Personen können die Bindungspersonen hingegen noch eine protektive Rolle einnehmen. Des Weiteren erhöht sich die Entwicklung einer pathologischen Störung erheblich, wenn dem Kind innerhalb der Bindungsbeziehung kein Glaube geschenkt wird bzw. wenn wichtige Bezugspersonen weitere traumatische Erfahrungen durch Eingreifen nicht verhindern. Das bedeutet, dass die Kinder weder Schutz noch Sicherheit von ihren Bezugspersonen erwarten können, sondern davon ausgehen müssen, dass diese nicht als verlässliche und sichere Basis fungieren. Diese Kinder schwanken zwischen Bindungswunsch und Fluchtbedürfnis. Unter diesen Umständen wird die Entwicklung einer sicheren Bindung erheblich erschwert. Diese Feststellungen werfen die Frage auf, inwiefern sich traumatische Erfahrungen insgesamt auf die Bindungsentwicklung bzw. auf die Bindungsqualitäten auswirken. Viele Ergebnisse der Bindungsforschung führten zu dem Schluss, dass die Ursache für die individuellen Unterschiede der Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Bindungsqualitäten erklärbar ist. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen werden vor allem in unsicheren und desorganisierten kindlichen Bindungsqualitäten deutlich. Die Entwicklung unsicherer Bindungsmuster hat folgende Funktion für traumatisierte Kinder: Mit der unsicher vermeidenden Bindungsstrategie ist es für die Kinder möglich auf Kosten ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse und trotz einer Distanz den Kontakt zur Mutter zu bewahren. Dies scheint sowohl für die Mutter (bzw. Eltern) als auch für das Kind die beste Möglichkeit zu sein, den Stress durch die traumatisierenden und abweisenden Erfahrungen zu minimieren. Disstress wird von den Kindern, die ein unsicher vermeidendes Bindungsmuster aufweisen, sozusagen ausgeblendet. Damit versuchen sie sich vor weiteren inneren Verletzungen zu schützen. Mit der vermeidenden Strategie sind sie bemüht weiteren Misshandlungen aus dem Weg zu gehen. Aufgrund dessen nehmen sie sich mit ihren Wünschen und Ängsten eher zurück. Dies führt dazu, dass sie nach einer gewissen Zeit selbst nicht mehr ihre eigenen Gefühle wahrnehmen können. Dieses Bindungsmuster entwickelt sich häufig bei der körperlichen und/oder emotionalen Vernachlässigung. Dementsprechend resultiert das vermeidende Bindungsmuster aus der Zurückweisung und aufgrund der emotionalen wie körperlichen Unerreichbarkeit der Bindungsperson. Weiterhin wird dieser Bindungstyp auch oft bei Opfern des sexuellen Missbrauchs gefunden. Dies ist damit zu erklären, dass die seelischen Verletzungen so tiefgehend sind, dass keine Bindungsdesorganisation zur Stande kommt, in der es ein Wechselspiel zwischen Annäherung und Vermeidung gibt. Die Vermeidung ist die einzige Strategie, durch die das Kind ¿überlebt¿. Die unsicher ambivalent gebundenen Kinder passen sich weniger an ihre Umgebung an, sondern konzentrieren sich vielmehr auf das was sie empfinden. Die Interpretation und Wahrnehmung der Umgebung erfolgt dabei durch ein aus den frühen Kindheitserfahrungen geprägtes Bild. Durch dieses Bild werden sie verunsichert, so dass sie nicht mehr fähig sind, sich über ihr Verhalten und deren Folgen im Klaren zu sein. Van der Kolk beschreibt die Auswirkung dieses Verhaltens folgendermaßen: ¿Diese Ausrichtung auf die innere Realität, weg von der sozialen Realität, verurteilt sie zu weiterer sozialer Isolation.¿ Häufig sehnen diese Kinder sich nach sozialen Kontakten und Unterstützungen und werden dabei erneut zu Missbrauchsopfern. Meistens entwickelt sich die ambivalente Bindung bei den Kindern, die nicht kontinuierliche Misshandlungserfahrungen machen. Dies liegt darin begründet, dass die Bindungsperson ab und zu doch dem Bindungsbedürfnis des Kindes nachkommt. Diese Situation ergibt sich beispielsweise bei Bindungspersonen, die ¿nur¿ gewalttätig werden, wenn sie alkoholisiert sind und ansonsten ebenfalls eine fürsorgliche Seite zeigen können. Aus bindungstheoretischer Perspektive müsste die Kindesmisshandlung allerdings überwiegend zu einem desorganisierten Bindungsmuster führen, vor allem wenn sie besonders furchterregend und beängstigend für das Kind ist. Der sexuelle Missbrauch und die körperliche Misshandlung zählen dabei in erster Linie zu den angsterfüllten Situationen. Cichetti und Beeghly haben dementsprechend nachweisen können, dass 80% der Kinder, die ein desorganisiertes Bindungsmuster aufwiesen, traumatische Erfahrungen gemacht hatten. Auch in der Metaanalyse von van IJzendoorn et al. hat sich herauskristallisiert, dass die Kindesmisshandlung am häufigsten das desorganisierte Bindungsmuster zur Folge hat. Dieses Bindungsmuster erhöht wiederum das Risiko eine psychosoziale pathologische Störung zu entwickeln. Die Eltern aggressiver oder überforderter Kinder haben diesen keine sicheren verlässlichen Basis geboten. Sie sind, einzeln oder zusammen, für das Kind oder den Säugling zugleich unberechenbare Angst- als auch mögliche Schutzquelle. Aber die Kinder können sich auf keine der beiden Möglichkeiten verlassen, was wiederum mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge hat, dass sich ein desorganisiertes internales Arbeitsmodell entwickelt. Die desorganisierten Kinder sind nicht fähig ihre inneren emotionalen Zustände zu regulieren. Gleichzeitig verlieren sie das Vertrauen zu anderen Personen, von denen sie Hilfe und Zuwendung erwarten könnten. Sie reagieren mit der Flight-oder-Fight-Bewältigungsstrategie, die allerdings dazu führt, dass andere und neue Informationen nicht wahrgenommen und angepasst werden können. In der Stresssituation der Trennungs- und Wiedervereinigungsphase in der Fremden Situation wird deutlich, dass sie scheinbar keine adäquate Strategie für diese stressbelasteten Momente entwickelt haben. Dieses Bindungsmuster ist daher keine Strategie sich den gegebenen Umständen anzupassen, um Nähe aufrechtzuerhalten, wie es bei dem vermeidenden und ambivalenten Bindungsmustern der Fall ist. Die für dieses Bindungsmuster typischen Stereotypien ¿ einfrierendes und stehenbleibendes und wieder umkehrendes Verhalten ¿ könnte als psychopathologisch gedeutet werden. Der desorganisierte Bindungstyp hat zusätzlich eine bedeutende Relevanz für den klinischen Bereich, weil dieser im Kontext steht mit ¿kontrollierenden Verhaltensweisen gegenüber den Bezugspersonen, aggressiven und ängstlich getönten Beziehungen zu Gleichaltrigen, Problemen mit Internalisierung und Externalisierung im Vorschul- und Grundschulalter und mit dissoziativen Symptomen und Psychopathologie im Jugendalter.¿ Dadurch, dass die Kinder kein kohärentes internales Arbeitsmodell, Diplomica Verlag

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Traumatische Erfahrungen in der Kindheit und die Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit - Nicole Börner
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Traumatische Erfahrungen in der Kindheit und die Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit - neues Buch

2007, ISBN: 9783836630467

ID: 9783836630467

Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wenn ein Kind auf die Welt kommt, braucht es von den Eltern Liebe, das heißt Zuwendung, Beachtung, Schutz, Freundlichkeit, Pflege und die Bereitschaft zu kommunizieren. Mit diesen Gaben fürs Leben ausgestattet, behält der Körper die gute Erinnerung, und der Erwachsene wird später die gleiche Liebe seinen Kindern weitergeben können.¿ Dieses Zitat von Alice Miller macht deutlich, welche Grundbedürfnisse eines Säuglings bzw. eines Kindes erfüllt werden müssen, damit es sich sowohl physisch als auch psychisch gesund entwickeln kann. Gleichzeitig wirkt sich ein liebevoller und feinfühliger Kontakt innerhalb der Eltern-Kind-Beziehung nicht nur positiv auf die kindliche Entwicklung aus, sondern ebnet auch den Weg seinen eigenen Kindern später wiederum eine gesunde psychische und physische Entwicklung ermöglichen zu können. Aber welche weitreichenden Folgen hat es für das Kind, wenn ihm gerade von den Menschen, die es über alles liebt und von denen es Liebe, Schutz und Geborgenheit erwartet, diese Grundbedürfnisse verwehrt bleiben Was löst es in einem Kind aus, wenn es statt Sicherheit und Geborgenheit, Schläge und Missachtung erfährt In welcher Form wird das Kind geprägt, wenn es misshandelt, missbraucht und/oder vernachlässigt wird Und welche Chancen hat ein Kind, wenn es in seiner Kindheit traumatisiert wurde, überlebenswichtige Bindungen aufzubauen und ein gesundes Bild von sich und von anderen zu entwickeln Denn heutzutage ist klar: ¿Von der Hirnentwicklung bis zu seiner Beziehungsgestaltung, von der Leistungsfähigkeit bis zur Identität ¿ alle Bereiche der kindlichen Entwicklung können [durch frühe traumatische Erfahrungen N.B.], zum Teil sehr erheblich, beeinträchtigt werden.¿ Bei der menschlichen Spezies liegt eine der Besonderheiten darin, dass sie ¿als ¿extrauterine Frühgeburt¿ [...] in einem Zustand von Hilflosigkeit zur Welt kommt¿. Erst nach ungefähr einem Jahr, wenn sich die motorischen Fähigkeiten des Säuglings weiterentwickelt haben, beginnt der menschliche Säugling langsam aus der überlebenswichtigen Abhängigkeit, bzw. der Angewiesenheit auf die Unterstützungsleistungen durch die primären Bindungspersonen, herauszukommen. Aufgrund der frühen notwendigen Abhängigkeit ¿ergibt sich eine Verletzlichkeit der Entwicklung und eine Bedeutsamkeit der Bezugspersonen¿. Innerhalb der Bindungsbeziehung geht es vor allem um die Qualität der Interaktion zwischen der Bezugsperson und dem Kind. Bindung ist daher ¿eine Frage der Intimität, des unmittelbaren liebevollen körperlichen, seelischen und sozialen Umgangs zwischen Erwachsenem und Kind.¿ Die Bedeutung und Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit haben in den letzten Jahrzehnten erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Laut hat folgende Entwicklung stattgefunden: ¿Die früher bestehende ¿Trauma-Blindheit¿ hat einer neuen Sensibilität und einem wachsenden Wissen über die Verletzlichkeit der kindlichen Psyche Platz gemacht.¿ Es ist ein deutlicher Rückgang dieser sogenannten professionellen Trauma-Blindheit zu verzeichnen, allerdings ist sie immer noch in manchen Bereichen ansatzweise vorhanden. Bis in die fünfziger Jahre wurde die Misshandlung von Kleinkindern und Säuglingen in der Fachliteratur nur als ein selten auftretendes Phänomen behandelt und erwähnt. Heutzutage berichten die Medien fast jede Woche über erschütternde Fälle im Zusammenhang mit Kindesmisshandlung und Kindstötung. Im Jahre 2007 wurden dementsprechend 3373 Fälle von Kindesmisshandlung in Deutschland durch das Bundeskriminalamt registriert. Zum elterlichen Gewaltverhalten konnte Bussmann eine positive Veränderung in der Einstellung zu Erziehung und dem erzieherischen Verhalten verzeichnen. Dies könnte u. a. an der von 2000 veränderten Gesetzgebung hinsichtlich des 1631 BGB liegen, in dem es nun heißt ¿Kinder sind gewaltfrei zu erziehen. Körperliche Bestrafung und seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig¿. Nichtsdestotrotz sind die Anzahl und das Ausmaß an gewalttätigem elterlichem Verhalten, das auch häufig noch unter dem Deckmantel der Erziehung stattfindet, noch zu hoch. Während anfangs die Bedeutung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen hauptsächlich bei Verfolgten und schwer misshandelten oder gefolterten Opfern ¿ zum Beispiel die Überlebenden des Holocaust, Kriegsopfer und ehemalige KZ-Insassen ¿ gesehen worden sind, wurden erst spät die negativen Auswirkungen von gewalttätigem und missbrauchendem Verhalten auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahrgenommen und anerkannt. Heutzutage wird davon ausgegangen, dass sowohl belastende Erlebnisse als auch schwerwiegende Interaktionserfahrungen in der Kindheit zu ¿Mikrotraumatisierungen¿ führen und negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung zur Folge haben können. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen sind insgesamt sehr komplex und es ist kaum möglich sie auf allgemeingültige Folgeerscheinungen zu reduzieren. Um den Rahmen der Diplomarbeit einzugrenzen, erfolgt daher hier die Betrachtung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen vor allem aus der Perspektive der Bindungstheorie.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung1 2.Die Bedeutung früher Bindungs- und Beziehungserfahrungen7 2.1Die Grundbedürfnisse des Kindes7 2.2Grundlegende Aspekte der Bindungstheorie und der Bindungsentwicklung9 2.2.1Bindung und Bindungsverhalten11 2.2.2Das Konzept der Feinfühligkeit13 2.2.3Das Konzept der ¿sicheren Basis¿14 2.2.4Das Konzept der ¿internalen Arbeitsmodelle¿15 2.3Die Bindungsentwicklung17 2.4Die Entwicklung und Bedeutung von Bindungsqualitäten19 2.4.1Der ¿Fremde-Situations-Test¿19 2.4.2Die Bindungsqualitäten21 2.4.3Interpretation der Bindungsqualitäten23 2.4.4Kontinuität und Diskontinuität von Bindungsqualitäten25 2.5Die Entwicklung des Selbst und die Bedeutung der Mentalisierungsfähigkeit26 2.5.1Mentalisierungsfähigkeit - das Verständnis von mentalen Zuständen27 2.5.2Die Entwicklung des Selbst32 3.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit35 3.1Das Trauma - eine Verletzung von Seele und Körper36 3.2Frühe Traumatisierung durch Kindesmisshandlung41 3.2.1Das Phänomen Kindesmisshandlung41 3.2.2Formen der Kindesmisshandlung45 3.2.2.1Vernachlässigung45 3.2.2.2Psychische Misshandlung49 3.2.2.3Physische Misshandlung51 3.2.2.4Sexueller Missbrauch53 4.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit aus der Perspektive der Bindungstheorie58 4.1Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Bindungsfähigkeit58 4.1.1Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern58 4.1.2Bindungsstörungen62 4.2Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Selbstentwicklung68 4.3Die intergenerationale Transmission von Bindung73 4.3.1Die Bindungsrepräsentanzen73 4.3.2Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten und der Einfluss der Mentalisierungsfähigkeit77 4.3.3Auswirkungen unbewältigter Traumata der Eltern auf die Bindungsfähigkeit ihrer Kinder80 4.3.4Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten im Zusammenhang mit Misshandlung - Waren misshandelnde Eltern selbst misshandelte Kinder 82 4.4Bindung als Schutz- und Risikofaktor85 5.Die Anwendung der Bindungstheorie in der therapeutischen Praxis90 5.1Die therapeutische Arbeit aus der Perspektive der Bindungstheorie91 5.2Die therapeutische Arbeit mit Kindern aus der Perspektive der Bindungstheorie96 6.Resümee100 7.Literaturverzeichnis112Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.1.1, Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern: Es ist zunächst anzumerken, dass sich traumatische Situationen gravierender auf die Entwicklung eines Kindes auswirken, wenn diese durch eine Bindungsperson stattgefunden haben, als wenn das Kind durch andere Personen traumatisiert wurde. Grossmann und Grossmann vergleichen eine traumatische Erfahrung durch die Bindungsperson mit dem ¿Verrat am Kinde [...]¿. Bei traumatischen Erfahrungen durch andere Personen können die Bindungspersonen hingegen noch eine protektive Rolle einnehmen. Des Weiteren erhöht sich die Entwicklung einer pathologischen Störung erheblich, wenn dem Kind innerhalb der Bindungsbeziehung kein Glaube geschenkt wird bzw. wenn wichtige Bezugspersonen weitere traumatische Erfahrungen durch Eingreifen nicht verhindern. Das bedeutet, dass die Kinder weder Schutz noch Sicherheit von ihren Bezugspersonen erwarten können, sondern davon ausgehen müssen, dass diese nicht als verlässliche und sichere Basis fungieren. Diese Kinder schwanken zwischen Bindungswunsch und Fluchtbedürfnis. Unter diesen Umständen wird die Entwicklung einer sicheren Bindung erheblich erschwert. Diese Feststellungen werfen die Frage auf, inwiefern sich traumatische Erfahrungen insgesamt auf die Bindungsentwicklung bzw. auf die Bindungsqualitäten auswirken. Viele Ergebnisse der Bindungsforschung führten zu dem Schluss, dass die Ursache für die individuellen Unterschiede der Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Bindungsqualitäten erklärbar ist. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen werden vor allem in unsicheren und desorganisierten kindlichen Bindungsqualitäten deutlich. Die Entwicklung unsicherer Bindungsmuster hat folgende Funktion für traumatisierte Kinder: Mit der unsicher vermeidenden Bindungsstrategie ist es für die Kinder möglich auf Kosten ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse und trotz einer Distanz den Kontakt zur Mutter zu bewahren. Dies scheint sowohl für die Mutter (bzw. Eltern) als auch für das Kind die beste Möglichkeit zu sein, den Stress durch die traumatisierenden und abweisenden Erfahrungen zu minimieren. Disstress wird von den Kindern, die ein unsicher vermeidendes Bindungsmuster aufweisen, sozusagen ausgeblendet. Damit versuchen sie sich vor weiteren inneren Verletzungen zu schützen. Mit der vermeidenden Strategie sind sie bemüht weiteren Misshandlungen aus dem Weg zu gehen. Aufgrund dessen nehmen sie sich mit ihren Wünschen und Ängsten eher zurück. Dies führt dazu, dass sie nach einer gewissen Zeit selbst nicht mehr ihre eigenen Gefühle wahrnehmen können. Dieses Bindungsmuster entwickelt sich häufig bei der körperlichen und/oder emotionalen Vernachlässigung. Dementsprechend resultiert das vermeidende Bindungsmuster aus der Zurückweisung und aufgrund der emotionalen wie körperlichen Unerreichbarkeit der Bindungsperson. Weiterhin wird dieser Bindungstyp auch oft bei Opfern des sexuellen Missbrauchs gefunden. Dies ist damit zu erklären, dass die seelischen Verletzungen so tiefgehend sind, dass keine Bindungsdesorganisation zur Stande kommt, in der es ein Wechselspiel zwischen Annäherung und Vermeidung gibt. Die Vermeidung ist die einzige Strategie, durch die das Kind ¿überlebt¿. Die unsicher ambivalent gebundenen Kinder passen sich weniger an ihre Umgebung an, sondern konzentrieren sich vielmehr auf das was sie empfinden. Die Interpretation und Wahrnehmung der Umgebung erfolgt dabei durch ein aus den frühen Kindheitserfahrungen geprägtes Bild. Durch dieses Bild werden sie verunsichert, so dass sie nicht mehr fähig sind, sich über ihr Verhalten und deren Folgen im Klaren zu sein. Van der Kolk beschreibt die Auswirkung dieses Verhaltens folgendermaßen: ¿Diese Ausrichtung auf die innere Realität, weg von der sozialen Realität, verurteilt sie zu weiterer sozialer Isolation.¿ Häufig sehnen diese Kinder sich nach sozialen Kontakten und Unterstützungen und werden dabei erneut zu Missbrauchsopfern. Meistens entwickelt sich die ambivalente Bindung bei den Kindern, die nicht kontinuierliche Misshandlungserfahrungen machen. Dies liegt darin begründet, dass die Bindungsperson ab und zu doch dem Bindungsbedürfnis des Kindes nachkommt. Diese Situation ergibt sich beispielsweise bei Bindungspersonen, die ¿nur¿ gewalttätig werden, wenn sie alkoholisiert sind und ansonsten ebenfalls eine fürsorgliche Seite zeigen können. Aus bindungstheoretischer Perspektive müsste die Kindesmisshandlung allerdings überwiegend zu einem desorganisierten Bindungsmuster führen, vor allem wenn sie besonders furchterregend und beängstigend für das Kind ist. Der sexuelle Missbrauch und die körperliche Misshandlung zählen dabei in erster Linie zu den angsterfüllten Situationen. Cichetti und Beeghly haben dementsprechend nachweisen können, dass 80% der Kinder, die ein desorganisiertes Bindungsmuster aufwiesen, traumatische Erfahrungen gemacht hatten. Auch in der Metaanalyse von van IJzendoorn et al. hat sich herauskristallisiert, dass die Kindesmisshandlung am häufigsten das desorganisierte Bindungsmuster zur Folge hat. Dieses Bindungsmuster erhöht wiederum das Risiko eine psychosoziale pathologische Störung zu entwickeln. Die Eltern aggressiver oder überforderter Kinder haben diesen keine sicheren verlässlichen Basis geboten. Sie sind, einzeln oder zusammen, für das Kind oder den Säugling zugleich unberechenbare Angst- als auch mögliche Schutzquelle. Aber die Kinder können sich auf keine der beiden Möglichkeiten verlassen, was wiederum mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge hat, dass sich ein desorganisiertes internales Arbeitsmodell entwickelt. Die desorganisierten Kinder sind nicht fähig ihre inneren emotionalen Zustände zu regulieren. Gleichzeitig verlieren sie das Vertrauen zu anderen Personen, von denen sie Hilfe und Zuwendung erwarten könnten. Sie reagieren mit der Flight-oder-Fight-Bewältigungsstrategie, die allerdings dazu führt, dass andere und neue Informationen nicht wahrgenommen und angepasst werden können. In der Stresssituation der Trennungs- und Wiedervereinigungsphase in der Fremden Situation wird deutlich, dass sie scheinbar keine adäquate Strategie für diese stressbelasteten Momente entwickelt haben. Dieses Bindungsmuster ist daher keine Strategie sich den gegebenen Umständen anzupassen, um Nähe aufrechtzuerhalten, wie es bei dem vermeidenden und ambivalenten Bindungsmustern der Fall ist. Die für dieses Bindungsmuster typischen Stereotypien ¿ einfrierendes und stehenbleibendes und wieder umkehrendes Verhalten ¿ könnte als psychopathologisch gedeutet werden. Der desorganisierte Bindungstyp hat zusätzlich eine bedeutende Relevanz für den klinischen Bereich, weil dieser im Kontext steht mit ¿kontrollierenden Verhaltensweisen gegenüber den Bezugspersonen, aggressiven und ängstlich getönten Beziehungen zu Gleichaltrigen, Problemen mit Internalisierung und Externalisierung im Vorschul- und Grundschulalter und mit dissoziativen Symptomen und Psychopathologie im Jugendalter.¿ Dadurch, dass die Kind, Diplomica Verlag

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Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wenn ein Kind auf die Welt kommt, braucht es von den Eltern Liebe, das heißt Zuwendung, Beachtung, Schutz, Freundlichkeit, Pflege und die Bereitschaft zu kommunizieren. Mit diesen Gaben fürs Leben ausgestattet, behält der Körper die gute Erinnerung, und der Erwachsene wird später die gleiche Liebe seinen Kindern weitergeben können.¿ Dieses Zitat von Alice Miller macht deutlich, welche Grundbedürfnisse eines Säuglings bzw. eines Kindes erfüllt werden müssen, damit es sich sowohl physisch als auch psychisch gesund entwickeln kann. Gleichzeitig wirkt sich ein liebevoller und feinfühliger Kontakt innerhalb der Eltern-Kind-Beziehung nicht nur positiv auf die kindliche Entwicklung aus, sondern ebnet auch den Weg seinen eigenen Kindern später wiederum eine gesunde psychische und physische Entwicklung ermöglichen zu können. Aber welche weitreichenden Folgen hat es für das Kind, wenn ihm gerade von den Menschen, die es über alles liebt und von denen es Liebe, Schutz und Geborgenheit erwartet, diese Grundbedürfnisse verwehrt bleiben Was löst es in einem Kind aus, wenn es statt Sicherheit und Geborgenheit, Schläge und Missachtung erfährt In welcher Form wird das Kind geprägt, wenn es misshandelt, missbraucht und/oder vernachlässigt wird Und welche Chancen hat ein Kind, wenn es in seiner Kindheit traumatisiert wurde, überlebenswichtige Bindungen aufzubauen und ein gesundes Bild von sich und von anderen zu entwickeln Denn heutzutage ist klar: ¿Von der Hirnentwicklung bis zu seiner Beziehungsgestaltung, von der Leistungsfähigkeit bis zur Identität ¿ alle Bereiche der kindlichen Entwicklung können [durch frühe traumatische Erfahrungen N.B.], zum Teil sehr erheblich, beeinträchtigt werden.¿ Bei der menschlichen Spezies liegt eine der Besonderheiten darin, dass sie ¿als ¿extrauterine Frühgeburt¿ [...] in einem Zustand von Hilflosigkeit zur Welt kommt¿. Erst nach ungefähr einem Jahr, wenn sich die motorischen Fähigkeiten des Säuglings weiterentwickelt haben, beginnt der menschliche Säugling langsam aus der überlebenswichtigen Abhängigkeit, bzw. der Angewiesenheit auf die Unterstützungsleistungen durch die primären Bindungspersonen, herauszukommen. Aufgrund der frühen notwendigen Abhängigkeit ¿ergibt sich eine Verletzlichkeit der Entwicklung und eine Bedeutsamkeit der Bezugspersonen¿. Innerhalb der Bindungsbeziehung geht es vor allem um die Qualität der Interaktion zwischen der Bezugsperson und dem Kind. Bindung ist daher ¿eine Frage der Intimität, des unmittelbaren liebevollen körperlichen, seelischen und sozialen Umgangs zwischen Erwachsenem und Kind.¿ Die Bedeutung und Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit haben in den letzten Jahrzehnten erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Laut hat folgende Entwicklung stattgefunden: ¿Die früher bestehende ¿Trauma-Blindheit¿ hat einer neuen Sensibilität und einem wachsenden Wissen über die Verletzlichkeit der kindlichen Psyche Platz gemacht.¿ Es ist ein deutlicher Rückgang dieser sogenannten professionellen Trauma-Blindheit zu verzeichnen, allerdings ist sie immer noch in manchen Bereichen ansatzweise vorhanden. Bis in die fünfziger Jahre wurde die Misshandlung von Kleinkindern und Säuglingen in der Fachliteratur nur als ein selten auftretendes Phänomen behandelt und erwähnt. Heutzutage berichten die Medien fast jede Woche über erschütternde Fälle im Zusammenhang mit Kindesmisshandlung und Kindstötung. Im Jahre 2007 wurden dementsprechend 3373 Fälle von Kindesmisshandlung in Deutschland durch das Bundeskriminalamt registriert. Zum elterlichen Gewaltverhalten konnte Bussmann eine positive Veränderung in der Einstellung zu Erziehung und dem erzieherischen Verhalten verzeichnen. Dies könnte u. a. an der von 2000 veränderten Gesetzgebung hinsichtlich des 1631 BGB liegen, in dem es nun heißt ¿Kinder sind gewaltfrei zu erziehen. Körperliche Bestrafung und seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig¿. Nichtsdestotrotz sind die Anzahl und das Ausmaß an gewalttätigem elterlichem Verhalten, das auch häufig noch unter dem Deckmantel der Erziehung stattfindet, noch zu hoch. Während anfangs die Bedeutung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen hauptsächlich bei Verfolgten und schwer misshandelten oder gefolterten Opfern ¿ zum Beispiel die Überlebenden des Holocaust, Kriegsopfer und ehemalige KZ-Insassen ¿ gesehen worden sind, wurden erst spät die negativen Auswirkungen von gewalttätigem und missbrauchendem Verhalten auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahrgenommen und anerkannt. Heutzutage wird davon ausgegangen, dass sowohl belastende Erlebnisse als auch schwerwiegende Interaktionserfahrungen in der Kindheit zu ¿Mikrotraumatisierungen¿ führen und negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung zur Folge haben können. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen sind insgesamt sehr komplex und es ist kaum möglich sie auf allgemeingültige Folgeerscheinungen zu reduzieren. Um den Rahmen der Diplomarbeit einzugrenzen, erfolgt daher hier die Betrachtung der Auswirkungen traumatischer Erfahrungen vor allem aus der Perspektive der Bindungstheorie.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung1 2.Die Bedeutung früher Bindungs- und Beziehungserfahrungen7 2.1Die Grundbedürfnisse des Kindes7 2.2Grundlegende Aspekte der Bindungstheorie und der Bindungsentwicklung9 2.2.1Bindung und Bindungsverhalten11 2.2.2Das Konzept der Feinfühligkeit13 2.2.3Das Konzept der ¿sicheren Basis¿14 2.2.4Das Konzept der ¿internalen Arbeitsmodelle¿15 2.3Die Bindungsentwicklung17 2.4Die Entwicklung und Bedeutung von Bindungsqualitäten19 2.4.1Der ¿Fremde-Situations-Test¿19 2.4.2Die Bindungsqualitäten21 2.4.3Interpretation der Bindungsqualitäten23 2.4.4Kontinuität und Diskontinuität von Bindungsqualitäten25 2.5Die Entwicklung des Selbst und die Bedeutung der Mentalisierungsfähigkeit26 2.5.1Mentalisierungsfähigkeit - das Verständnis von mentalen Zuständen27 2.5.2Die Entwicklung des Selbst32 3.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit35 3.1Das Trauma - eine Verletzung von Seele und Körper36 3.2Frühe Traumatisierung durch Kindesmisshandlung41 3.2.1Das Phänomen Kindesmisshandlung41 3.2.2Formen der Kindesmisshandlung45 3.2.2.1Vernachlässigung45 3.2.2.2Psychische Misshandlung49 3.2.2.3Physische Misshandlung51 3.2.2.4Sexueller Missbrauch53 4.Traumatische Erfahrungen in der Kindheit aus der Perspektive der Bindungstheorie58 4.1Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Bindungsfähigkeit58 4.1.1Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern58 4.1.2Bindungsstörungen62 4.2Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Selbstentwicklung68 4.3Die intergenerationale Transmission von Bindung73 4.3.1Die Bindungsrepräsentanzen73 4.3.2Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten und der Einfluss der Mentalisierungsfähigkeit77 4.3.3Auswirkungen unbewältigter Traumata der Eltern auf die Bindungsfähigkeit ihrer Kinder80 4.3.4Intergenerationale Transmission von Bindungsqualitäten im Zusammenhang mit Misshandlung - Waren misshandelnde Eltern selbst misshandelte Kinder 82 4.4Bindung als Schutz- und Risikofaktor85 5.Die Anwendung der Bindungstheorie in der therapeutischen Praxis90 5.1Die therapeutische Arbeit aus der Perspektive der Bindungstheorie91 5.2Die therapeutische Arbeit mit Kindern aus der Perspektive der Bindungstheorie96 6.Resümee100 7.Literaturverzeichnis112Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.1.1, Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern: Es ist zunächst anzumerken, dass sich traumatische Situationen gravierender auf die Entwicklung eines Kindes auswirken, wenn diese durch eine Bindungsperson stattgefunden haben, als wenn das Kind durch andere Personen traumatisiert wurde. Grossmann und Grossmann vergleichen eine traumatische Erfahrung durch die Bindungsperson mit dem ¿Verrat am Kinde [...]¿. Bei traumatischen Erfahrungen durch andere Personen können die Bindungspersonen hingegen noch eine protektive Rolle einnehmen. Des Weiteren erhöht sich die Entwicklung einer pathologischen Störung erheblich, wenn dem Kind innerhalb der Bindungsbeziehung kein Glaube geschenkt wird bzw. wenn wichtige Bezugspersonen weitere traumatische Erfahrungen durch Eingreifen nicht verhindern. Das bedeutet, dass die Kinder weder Schutz noch Sicherheit von ihren Bezugspersonen erwarten können, sondern davon ausgehen müssen, dass diese nicht als verlässliche und sichere Basis fungieren. Diese Kinder schwanken zwischen Bindungswunsch und Fluchtbedürfnis. Unter diesen Umständen wird die Entwicklung einer sicheren Bindung erheblich erschwert. Diese Feststellungen werfen die Frage auf, inwiefern sich traumatische Erfahrungen insgesamt auf die Bindungsentwicklung bzw. auf die Bindungsqualitäten auswirken. Viele Ergebnisse der Bindungsforschung führten zu dem Schluss, dass die Ursache für die individuellen Unterschiede der Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Bindungsqualitäten erklärbar ist. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen werden vor allem in unsicheren und desorganisierten kindlichen Bindungsqualitäten deutlich. Die Entwicklung unsicherer Bindungsmuster hat folgende Funktion für traumatisierte Kinder: Mit der unsicher vermeidenden Bindungsstrategie ist es für die Kinder möglich auf Kosten ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse und trotz einer Distanz den Kontakt zur Mutter zu bewahren. Dies scheint sowohl für die Mutter (bzw. Eltern) als auch für das Kind die beste Möglichkeit zu sein, den Stress durch die traumatisierenden und abweisenden Erfahrungen zu minimieren. Disstress wird von den Kindern, die ein unsicher vermeidendes Bindungsmuster aufweisen, sozusagen ausgeblendet. Damit versuchen sie sich vor weiteren inneren Verletzungen zu schützen. Mit der vermeidenden Strategie sind sie bemüht weiteren Misshandlungen aus dem Weg zu gehen. Aufgrund dessen nehmen sie sich mit ihren Wünschen und Ängsten eher zurück. Dies führt dazu, dass sie nach einer gewissen Zeit selbst nicht mehr ihre eigenen Gefühle wahrnehmen können. Dieses Bindungsmuster entwickelt sich häufig bei der körperlichen und/oder emotionalen Vernachlässigung. Dementsprechend resultiert das vermeidende Bindungsmuster aus der Zurückweisung und aufgrund der emotionalen wie körperlichen Unerreichbarkeit der Bindungsperson. Weiterhin wird dieser Bindungstyp auch oft bei Opfern des sexuellen Missbrauchs gefunden. Dies ist damit zu erklären, dass die seelischen Verletzungen so tiefgehend sind, dass keine Bindungsdesorganisation zur Stande kommt, in der es ein Wechselspiel zwischen Annäherung und Vermeidung gibt. Die Vermeidung ist die einzige Strategie, durch die das Kind ¿überlebt¿. Die unsicher ambivalent gebundenen Kinder passen sich weniger an ihre Umgebung an, sondern konzentrieren sich vielmehr auf das was sie empfinden. Die Interpretation und Wahrnehmung der Umgebung erfolgt dabei durch ein aus den frühen Kindheitserfahrungen geprägtes Bild. Durch dieses Bild werden sie verunsichert, so dass sie nicht mehr fähig sind, sich über ihr Verhalten und deren Folgen im Klaren zu sein. Van der Kolk beschreibt die Auswirkung dieses Verhaltens folgendermaßen: ¿Diese Ausrichtung auf die innere Realität, weg von der sozialen Realität, verurteilt sie zu weiterer sozialer Isolation.¿ Häufig sehnen diese Kinder sich nach sozialen Kontakten und Unterstützungen und werden dabei erneut zu Missbrauchsopfern. Meistens entwickelt sich die ambivalente Bindung bei den Kindern, die nicht kontinuierliche Misshandlungserfahrungen machen. Dies liegt darin begründet, dass die Bindungsperson ab und zu doch dem Bindungsbedürfnis des Kindes nachkommt. Diese Situation ergibt sich beispielsweise bei Bindungspersonen, die ¿nur¿ gewalttätig werden, wenn sie alkoholisiert sind und ansonsten ebenfalls eine fürsorgliche Seite zeigen können. Aus bindungstheoretischer Perspektive müsste die Kindesmisshandlung allerdings überwiegend zu einem desorganisierten Bindungsmuster führen, vor allem wenn sie besonders furchterregend und beängstigend für das Kind ist. Der sexuelle Missbrauch und die körperliche Misshandlung zählen dabei in erster Linie zu den angsterfüllten Situationen. Cichetti und Beeghly haben dementsprechend nachweisen können, dass 80% der Kinder, die ein desorganisiertes Bindungsmuster aufwiesen, traumatische Erfahrungen gemacht hatten. Auch in der Metaanalyse von van IJzendoorn et al. hat sich herauskristallisiert, dass die Kindesmisshandlung am häufigsten das desorganisierte Bindungsmuster zur Folge hat. Dieses Bindungsmuster erhöht wiederum das Risiko eine psychosoziale pathologische Störung zu entwickeln. Die Eltern aggressiver oder überforderter Kinder haben diesen keine sicheren verlässlichen Basis geboten. Sie sind, einzeln oder zusammen, für das Kind oder den Säugling zugleich unberechenbare Angst- als auch mögliche Schutzquelle. Aber die Kinder können sich auf keine der beiden Möglichkeiten verlassen, was wiederum mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge hat, dass sich ein desorganisiertes internales Arbeitsmodell entwickelt. Die desorganisierten Kinder sind nicht fähig ihre inneren emotionalen Zustände zu regulieren. Gleichzeitig verlieren sie das Vertrauen zu anderen Personen, von denen sie Hilfe und Zuwendung erwarten könnten. Sie reagieren mit der Flight-oder-Fight-Bewältigungsstrategie, die allerdings dazu führt, dass andere und neue Informationen nicht wahrgenommen und angepasst werden können. In der Stresssituation der Trennungs- und Wiedervereinigungsphase in der Fremden Situation wird deutlich, dass sie scheinbar keine adäquate Strategie für diese stressbelasteten Momente entwickelt haben. Dieses Bindungsmuster ist daher keine Strategie sich den gegebenen Umständen anzupassen, um Nähe aufrechtzuerhalten, wie es bei dem vermeidenden und ambivalenten Bindungsmustern der Fall ist. Die für dieses Bindungsmuster typischen Stereotypien ¿ einfrierendes und stehenbleibendes und wieder umkehrendes Verhalten ¿ könnte als psychopathologisch gedeutet werden. Der desorganisierte Bindungstyp hat zusätzlich eine bedeutende Relevanz für den klinischen Bereich, weil dieser im Kontext steht mit ¿kontrollierenden Verhaltensweisen gegenüber den Bezugspersonen, aggressiven und ängstlich getönten Beziehungen zu Gleichaltrigen, Problemen mit Internalisierung und Externalisierung im Vorschul- und Grundschulalter und mit dissoziativen Symptomen und Psychopathologie im Jugendalter.¿ Dadurch, dass die Ki, Diplomica Verlag

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Nicole Börner:
Traumatische Erfahrungen in der Kindheit und die Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit - Erstausgabe

2009, ISBN: 9783836630467

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