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Ratsuchende und Berater - Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen - Katja Gabbert
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Katja Gabbert:
Ratsuchende und Berater - Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen - neues Buch

ISBN: 9783836627979

ID: 9783836627979

Inhaltsangabe:Einleitung: In der praktischen Sozialarbeit treffen Sozialarbeiter und Klienten in einer Beratung aufeinander. Aus einer unterschiedlichen Ausgangssituation, treten sie zueinander in einen menschlichen Kontakt. Für den Sozialarbeiter als ein Berater ist es die Chance, gute professionelle Arbeit zu machen, und für den Klienten als den Ratsuchenden die Möglichkeit, endlich die ersehnte Hilfe zu bekommen. Fast zwangsläufig kommt es dabei immer wieder zu Schwierigkeiten, vor allem wenn der Ratsuchende sich der Beratung widersetzt. Den Widerstand von Ratsuchenden zu erkennen, richtig zu verstehen und mit ihm umzugehen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Folgendes Beispiel zeigt die Reaktionen nach einer erfolglosen Beratung auf beiden Seiten: Katharina, eine 16-jährige Jugendliche, kommt gerade aus einer Beratung. Sie ist völlig unzufrieden. Warum ist sie da nur hingegangen Sie wollte in einer Selbsthilfegruppe für Essstörungen teilnehmen und musste sich dafür einer Beraterin vorstellen. Die wollte ihr tatsächlich eine Ernährungsberatung anbieten! Wie heißt sie gleich Fr. Meier. Wer war das überhaupt Was macht die Frau hier überhaupt Hoffentlich ist diese Ernährungsberatung nicht Voraussetzung für die Gruppe. Dann wird sich Katharina aber eine andere suchen. Fr. Meier indes war auch nicht begeistert über die Beratung. Diese Katharina hat ihr die ganze Zeit Widerstand entgegengesetzt. Sie war doch wegen ihrer Essstörung da und erzählt aber die ganze Zeit von ihren Familienproblemen. Was wollte sie jetzt eigentlich Über Familienprobleme wird in der Gruppe nicht geredet. Elterliche Kontrolle und zu wenig Taschengeld! Was hat das mit ihrer Magersucht zu tun Was hat die Therapeutin da überhaupt gemacht Das Mädel hat doch null Krankheitseinsicht! Beide Seiten fühlen sich in dem Beispiel zurückgestoßen. Die Ergebnisse solcher Beratungssituationen sind für Berater aber auch für die Ratsuchenden oft frustrierend. Soll die Beratung erfolgreich sein, ist das Erlernen von Techniken der Gesprächsführung unumgänglich. Aber auch ein Wissen darüber, wieso Ratsuchende Widerstand entgegensetzen, ist meines Erachtens grundsätzliche Voraussetzung für eine professionelle Beratung. Zu dieser Thematik haben mich meine Arbeiten und Erfahrungen in den Praktika motiviert. Mein Ziel ist es, dass vor allem Sozialarbeiter, aber auch Pädagogen und weitere Angehörige helfender Berufe nach dem Lesen dieser Diplomarbeit einen anderen Bezug zu ¿Beratung¿ und ¿Widerstand¿ erhalten. Das Ziel ist es zu erklären, wieso sich der Klient den vom Berater oft gut gemeinten Ratschlägen widersetzt, die Beratungsgespräche abbricht oder zum nächsten Termin nicht erscheint. Das Verständnis dessen soll dem Berater helfen, eine andere Haltung einzunehmen und ihn ermuntern, andere Möglichkeiten zu finden oder weiterbildende Angebote der Gesprächsführung wahrzunehmen, um professionell beraten zu können. Die Diplomarbeit basiert darauf, zunächst den Widerstand des Ratsuchenden zu erkennen und zu verstehen, um dann daraus handlungsleitende Schlussfolgerungen ziehen zu können. Für die Behandlung des Themas bediene ich mich zweier Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit, indem ich ihre Inhalte und Methoden auf die Soziale Arbeit beziehe. Ich stütze mich auf Konzepte der Psychologie, insbesondere der Tiefenpsychologie und der Systemischen Therapie, sowie der Soziologie. Aufgefallen bei der Literaturrecherche ist mir, dass bisher nur wenig Literatur existiert, die sich explizit mit Widerstand des Klienten, mit dem Verständnis der abwehrenden Reaktion beschäftigt. In der Psychoanalyse widmete sich Anna Freud den Abwehrmechanismen, den innerpsychischen Vorgängen im Menschen. Für einen umfassenden Überblick sind aber auch die äußeren Umstände, die Beziehungen zur Umwelt des Klienten zum einen, und zum anderen die Beziehung zum Berater zu berücksichtigen. Mein wissenschaftlicher Beitrag der Diplomarbeit ist somit die Zusammentragung von Theorien aus psychologischen und soziologischen Bereichen, die Schlussfolgerungen zum Widerstand des Klienten liefern und die Einschätzung der Befunde. Ein anderer wissenschaftlicher Beitrag liegt in der Beschäftigung mit den Gründen für Widerstand überhaupt. In vielen Ratgebern und Büchern für die Gesprächsführung werden methodische Vorgehensweisen dargestellt, die oft sehr unterschiedlich sind. Der Widerstand des Klienten ist aber in der Literatur, die mir vorlag, nicht einmal analysiert worden. Ich halte es aber gerade in der Sozialen Arbeit für wichtig, den Widerstand zu verstehen. Mit dem Wissen über den Widerstand des Klienten können Sozialarbeiter eine andere Haltung zum Klienten einnehmen, Handlungsstrategien ableiten und somit professionell handeln.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Einleitung1 1.Das Problem des Widerstandes des Ratsuchenden in der Beratung3 1.1Sozialarbeiter und Klient als Berater und Ratsuchender3 1.2Was ist mit ¿Widerstand des Ratsuchenden¿ in der Beratung gemeint 6 1.3Widerstand in einem Beispielgespräch zwischen Katharina und Fr. Meier9 2.Die Analyse innerpsychischer Prozesse12 2.1Widerstand setzt ein Ratsuchender unbewusst entgegen12 2.2Das erste topische Modell nach Sigmund Freud12 2.3Das zweite topische Modell nach Sigmund Freud13 2.4Die Abwehrmechanismen15 2.5Der unbewusste Widerstand, -Katharinas Abwehr in der Beratung18 3.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Determinanten der Gesellschaft20 3.1Das sozioökonomische Modell nach Urie Bronfenbrenner20 3.2Die Systemprozesse im Mikrosystem ¿Familie¿22 3.3Stigmatisierung im Meso-, Exo, und Makrosystem27 3.4Determinanten der Gesellschaft, -Katharinas Verhalten wird von ihrer Umwelt beeinflusst35 4.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Die Beziehung zum Berater39 4.1Die Ausgangssituation des Ratsuchenden39 4.2Die Ausgangssituation des Beraters41 4.3Die Ausgangssituation für die Beziehung zwischen Ratsuchenden und Berater46 4.4Die Beziehung beeinflusst das Widerstandsverhalten, -Die Beziehung zwischen Fr. Meier und Katharina48 5.Beratung im Kontext von ¿Widerstand¿52 5.1Die Beziehung zum Klienten nach Carl Rogers52 5.2Empathie53 5.3Akzeptanz56 5.4Kongruenz60 5.5Intervention63 5.6Fazit für den Umgang mit Widerstand und Hinweise für ein professionelles Beratungsgespräch mit Katharina65 6.Zusammenfassung der Ergebnisse zu: ¿Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen¿70 Begriffserklärungen73 Literaturempfehlungen75 Quellenangabe76 Anhang80Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.2, Die Ausgangssituation des Beraters: Auch der Berater bringt Variablen mit in die Beratung, die den Erfolg, sowie den Ausmaß an Widerstandsverhalten des Klienten beeinflussen. Diese Variablen betreffen die berufliche Position des Beraters, das Fachwissen und die eigene Person. Beratungen finden unter anderen in institutionellen, behördlichen Einrichtungen statt. Berater in diesen Einrichtungen unterliegen dem staatlichen Gesetz, welches sie zu vertreten haben. Im 1 Absatz 2 SGB VIII wird dem Jugendamt zum Beispiel eine staatliche Wächterfunktion über das Wohl der Kinder gegeben, welches den Beratern gewisse Entscheidungsmöglichkeiten gibt. Im 42 SGBVIII ist das Jugendamt verpflichtet, die Kinder in Obhut zu nehmen, wenn eine Kindeswohlgefahr durch ihren Verbleib bei den Eltern droht oder wenn das Kind darum bittet. Sind die Eltern damit nicht einverstanden, nehmen die Mitarbeiter des Jugendamtes Kontakt mit dem Gericht auf, welches über den Verbleib des Kindes entscheidet und den Eltern das Sorgerecht entziehen kann. Zu dieser Entscheidung wird von dem zuständigen Sozialarbeiter des Amtes eine Stellungnahme hinzugezogen. Die Entscheidung, ob das Kind gefährdet ist und wie die er damit umgeht ob er das Kind in einer Einrichtung unterbringt und die Kindeswohlgefährdung dem Gericht mitteilt, liegt bei dem Mitarbeiter des Jugendamtes. Der Ratsuchende hat Angst vor den Konsequenzen, wenn er ehrlich ist und eigene Fehler zugibt. Dieses verhindert ein offenes und ehrliches Gespräch mit dem Ratsuchenden. Er wird versuchen, jegliche Hinweise, von denen er denkt, dass sie auf eine Kindeswohlgefährdung deuten, zu vermeiden. Dies hindert ihn, die Beratung des Jugendamtes und die Hilfsleistungen uneingeschränkt zu nutzen. Auch das Jobcenter hat Machtinstrumente wie zum Beispiel die Streichung finanzieller Mittel in der Hand. Dieses Wissen darum schränkt eine offene Berufsberatung ein. Aber auch Berater in sozialen Trägern, überhaupt alle professionelle Berater handeln im Rahmen der Gesetze und gesellschaftlichen Standards. Sie könnten zum Beispiel bei der Vermutung von Kindeswohlgefährdung dies dem Jugendamt mitteilen. Ratsuchende haben Angst vor der Machtausübung von Beratern. Sie haben Angst, dass über sie entschieden wird und setzen meist bewusst Widerstand dagegen. Die fachliche Ausbildung von Sozialarbeitern umfasst auch die Ausbildung in Gesprächsführung. Ratsuchende erwarten von den Beratern Kompetenz, um ihnen vertrauen zu können, dass sie ihnen bei einer Problemlösung helfen können. Beurteilen Klienten die Kompetenz von Beratern als unzureichend, werden sie sich widersetzen. Oft stellen Ratsuchende am Anfang der Beratung so genannte ¿Testprobleme¿ oder direkte Fragen nach ihrer Kompetenz, um heraus zu finden, in wie weit sie dem Berater vertrauen können. Besteht der Berater ihren Test nicht, wird der Klient ihn nicht als kompetenter Problemlöser anerkennen und akzeptieren. Ein weiterer Anhaltspunkt, um herauszufinden, wie kompetent ein Berater ist, liegt für den Ratsuchenden darin, in wie weit der Berater auf seine Voraussetzungen, mit denen er zur Beratung kommt, eingeht und sich diesen entsprechend verhält. Der Ratsuchende wird sich vor allem dann widersetzen, wenn der Berater eine Machtposition innehat, wenn der Ratsuchende von seiner Beurteilung der Situation abhängig ist. Er wehrt sich gegen eine unprofessionelle Bewertung und dessen Folgen. Desweiteren kann erwartet werden, dass ein Ratsuchender, vor allem einer, der noch nie bei einer Beratung oder Therapiesitzung war, Manipulation befürchtet. Negative Stereotype und die Unkenntnis, was Psychologie genau ist, erzeugen beim Ratsuchenden Ängste. Psychotherapie könnte Eingriffe auf ihre Seele, auf ihre Persönlichkeit, die sie nicht beeinflussen und als solche wahrnehmen würden, suggerieren. Diese Vorurteile gegenüber Psychotherapie müssten empirisch überprüft werden. Sie könnten für die Beratung Relevanz haben, indem der Klient aus diesen Ängsten heraus sich mit Widerstandsverhalten gegen solche vermeintlichen Eingriffe wehrt. Tatsächlich gibt es Methoden, die den Klienten manipulieren können. Als Beispiel dafür soll die Paradoxe Intervention erwähnt werden, eine Methode, mit der Widerstände gegen Verhaltensänderungen überwunden werden könnte. ¿Eine Paradoxe Intervention ist eine Maßnahme, durch deren Befolgung gerade das Gegenteil dessen zustande kommt, was anscheinend damit erreicht werden sollte.¿ Bei einer Paradoxen Intervention verschreibt man das Symptom, die unerwünschte Verhaltensweise. Entweder der Klient widersetzt sich dieser Verschreibung und verhält sich dementsprechend erwünscht, oder er befolgt sie. Paradoxerweise kann er diese Verhaltensweise bei Befolgung der Anweisung nicht mehr symptomatisch ausführen. Vom Wesen her ist ein Symptom eine spontane Verhaltensform, die der Patienten selbst als unbeherrschbar empfindet. Wenn der Patient aufgefordert wird, sich nach seinem spontanen Symptom zu verhalten, dann kann er es durch den Kontext von Gehorsamkeit nicht mehr spontan ausführen, die Verhaltensweise ist somit nicht symptomatisch. Der Zweck der Intervention wäre somit bei Erfüllung, aber auch bei Nichterfüllung der Aufforderung erreicht. Die Paradoxe Intervention wurde vor allem in der systemischen Therapie eingesetzt, das Mailänder Team um Mara Selvini- Palazzolli entwickelte eine Therapieform, in der die Verschreibung im Abschluss der Sitzung auf einer paradoxen Intervention beruhte. Das Wissen um die Wirkung einer solchen Aufforderung könnte ausgenutzt werden und wäre dann ein Machtinstrument. Der Ratsuchende wird wahrscheinlich Widerstand entgegensetzen, wenn er dem Berater nicht vertraut. Er könnte den Argwohn hegen, dass der Berater solche Methoden nicht zu seinen Gunsten benutzt. Der Ratsuchende wehrt sich nicht nur gegen vermutete Inkompetenz, sondern befürchtet auch, dass der Berater ihm nicht wohlwollend gesinnt ist und Manipulationen gegen ihn benutzt. Er hat Angst aufgrund seines Verhaltens, für seine Probleme abgelehnt zu werden. Ratsuchende fühlen sich mit ihrem Problem hilflos und sind auf die fachliche Beurteilung des Beraters angewiesen. Sie haben Angst davor, in ihrem Problem nicht ernst genommen zu werden, oder dass sie selbst vom Berater abgelehnt zu werden. Aber auch Berater können dem Ratsuchenden unsympathisch sein. Er kann äußere Merkmale, aber auch Verhaltensweisen an ihm ablehnen. Antipathie gegenüber dem Berater ist genauso ein Grund für Widerstand, wie die Angst davor abgelehnt zu werden. Weitere Variablen, die ein Berater mit in die Beratung bringt, sind die eigenen Erwartungen an sich selbst und die, die er an den Klienten stellt. Eine solche Erwartung, die sowohl Ratsuchender als auch der Berater anstreben, ist eine effektive und erfolgreiche Beratung. Aus finanziellen Überlegungen, oder aus den eigenen Ansprüchen an sich selbst kann der Berater seine Erwartungen so hoch setzen, dass er sich selbst und den Klienten regelrecht unter Druck setzt, Erfolg zu haben. In der heutigen Gesellschaftsstruktur ist Leistung ein Maß für den Wert einer Person. Berater können sich stark unter Druck setzen, unbedingt etwas leisten, ein Ergebnis in der Beratung erbringen zu wollen. Scheitern ist ein Begriff, der verdrängt und nicht zugelassen wird. Es ist wenig Literatur zu finden, die sich mit Scheitern als eine Eventualität auseinandersetzt. Es wird viel geforscht auf der Ebene, wie erfolgreiche Gespräche geführt werden, aber nicht, wie der Berater damit umgehen kann, wenn das Gespräch nicht erfolgreich im Sinne von einer Lösungsfindung oder Verhaltensveränderung des Ratsuchenden ist. Christiane Zschirnt definiert ¿scheitern¿: ¿Zu scheitern bedeutet, an eine Grenze zu kommen, an der es nicht weitergeht, jedenfalls nicht so wie bisher.¿ Sie beschreibt Scheitern als eine desolate Erfahrung, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war. Es ist die Situation, in der man merkt, dass man sein Ziel nicht erreiche, Diplomica Verlag

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Ratsuchende und Berater - Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen - Katja Gabbert
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Katja Gabbert:
Ratsuchende und Berater - Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen - neues Buch

ISBN: 9783836627979

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Inhaltsangabe:Einleitung: In der praktischen Sozialarbeit treffen Sozialarbeiter und Klienten in einer Beratung aufeinander. Aus einer unterschiedlichen Ausgangssituation, treten sie zueinander in einen menschlichen Kontakt. Für den Sozialarbeiter als ein Berater ist es die Chance, gute professionelle Arbeit zu machen, und für den Klienten als den Ratsuchenden die Möglichkeit, endlich die ersehnte Hilfe zu bekommen. Fast zwangsläufig kommt es dabei immer wieder zu Schwierigkeiten, vor allem wenn der Ratsuchende sich der Beratung widersetzt. Den Widerstand von Ratsuchenden zu erkennen, richtig zu verstehen und mit ihm umzugehen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Folgendes Beispiel zeigt die Reaktionen nach einer erfolglosen Beratung auf beiden Seiten: Katharina, eine 16-jährige Jugendliche, kommt gerade aus einer Beratung. Sie ist völlig unzufrieden. Warum ist sie da nur hingegangen Sie wollte in einer Selbsthilfegruppe für Essstörungen teilnehmen und musste sich dafür einer Beraterin vorstellen. Die wollte ihr tatsächlich eine Ernährungsberatung anbieten! Wie heißt sie gleich Fr. Meier. Wer war das überhaupt Was macht die Frau hier überhaupt Hoffentlich ist diese Ernährungsberatung nicht Voraussetzung für die Gruppe. Dann wird sich Katharina aber eine andere suchen. Fr. Meier indes war auch nicht begeistert über die Beratung. Diese Katharina hat ihr die ganze Zeit Widerstand entgegengesetzt. Sie war doch wegen ihrer Essstörung da und erzählt aber die ganze Zeit von ihren Familienproblemen. Was wollte sie jetzt eigentlich Über Familienprobleme wird in der Gruppe nicht geredet. Elterliche Kontrolle und zu wenig Taschengeld! Was hat das mit ihrer Magersucht zu tun Was hat die Therapeutin da überhaupt gemacht Das Mädel hat doch null Krankheitseinsicht! Beide Seiten fühlen sich in dem Beispiel zurückgestoßen. Die Ergebnisse solcher Beratungssituationen sind für Berater aber auch für die Ratsuchenden oft frustrierend. Soll die Beratung erfolgreich sein, ist das Erlernen von Techniken der Gesprächsführung unumgänglich. Aber auch ein Wissen darüber, wieso Ratsuchende Widerstand entgegensetzen, ist meines Erachtens grundsätzliche Voraussetzung für eine professionelle Beratung. Zu dieser Thematik haben mich meine Arbeiten und Erfahrungen in den Praktika motiviert. Mein Ziel ist es, dass vor allem Sozialarbeiter, aber auch Pädagogen und weitere Angehörige helfender Berufe nach dem Lesen dieser Diplomarbeit einen anderen Bezug zu ¿Beratung¿ und ¿Widerstand¿ erhalten. Das Ziel ist es zu erklären, wieso sich der Klient den vom Berater oft gut gemeinten Ratschlägen widersetzt, die Beratungsgespräche abbricht oder zum nächsten Termin nicht erscheint. Das Verständnis dessen soll dem Berater helfen, eine andere Haltung einzunehmen und ihn ermuntern, andere Möglichkeiten zu finden oder weiterbildende Angebote der Gesprächsführung wahrzunehmen, um professionell beraten zu können. Die Diplomarbeit basiert darauf, zunächst den Widerstand des Ratsuchenden zu erkennen und zu verstehen, um dann daraus handlungsleitende Schlussfolgerungen ziehen zu können. Für die Behandlung des Themas bediene ich mich zweier Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit, indem ich ihre Inhalte und Methoden auf die Soziale Arbeit beziehe. Ich stütze mich auf Konzepte der Psychologie, insbesondere der Tiefenpsychologie und der Systemischen Therapie, sowie der Soziologie. Aufgefallen bei der Literaturrecherche ist mir, dass bisher nur wenig Literatur existiert, die sich explizit mit Widerstand des Klienten, mit dem Verständnis der abwehrenden Reaktion beschäftigt. In der Psychoanalyse widmete sich Anna Freud den Abwehrmechanismen, den innerpsychischen Vorgängen im Menschen. Für einen umfassenden Überblick sind aber auch die äußeren Umstände, die Beziehungen zur Umwelt des Klienten zum einen, und zum anderen die Beziehung zum Berater zu berücksichtigen. Mein wissenschaftlicher Beitrag der Diplomarbeit ist somit die Zusammentragung von Theorien aus psychologischen und soziologischen Bereichen, die Schlussfolgerungen zum Widerstand des Klienten liefern und die Einschätzung der Befunde. Ein anderer wissenschaftlicher Beitrag liegt in der Beschäftigung mit den Gründen für Widerstand überhaupt. In vielen Ratgebern und Büchern für die Gesprächsführung werden methodische Vorgehensweisen dargestellt, die oft sehr unterschiedlich sind. Der Widerstand des Klienten ist aber in der Literatur, die mir vorlag, nicht einmal analysiert worden. Ich halte es aber gerade in der Sozialen Arbeit für wichtig, den Widerstand zu verstehen. Mit dem Wissen über den Widerstand des Klienten können Sozialarbeiter eine andere Haltung zum Klienten einnehmen, Handlungsstrategien ableiten und somit professionell handeln.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Einleitung1 1.Das Problem des Widerstandes des Ratsuchenden in der Beratung3 1.1Sozialarbeiter und Klient als Berater und Ratsuchender3 1.2Was ist mit ¿Widerstand des Ratsuchenden¿ in der Beratung gemeint 6 1.3Widerstand in einem Beispielgespräch zwischen Katharina und Fr. Meier9 2.Die Analyse innerpsychischer Prozesse12 2.1Widerstand setzt ein Ratsuchender unbewusst entgegen12 2.2Das erste topische Modell nach Sigmund Freud12 2.3Das zweite topische Modell nach Sigmund Freud13 2.4Die Abwehrmechanismen15 2.5Der unbewusste Widerstand, -Katharinas Abwehr in der Beratung18 3.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Determinanten der Gesellschaft20 3.1Das sozioökonomische Modell nach Urie Bronfenbrenner20 3.2Die Systemprozesse im Mikrosystem ¿Familie¿22 3.3Stigmatisierung im Meso-, Exo, und Makrosystem27 3.4Determinanten der Gesellschaft, -Katharinas Verhalten wird von ihrer Umwelt beeinflusst35 4.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Die Beziehung zum Berater39 4.1Die Ausgangssituation des Ratsuchenden39 4.2Die Ausgangssituation des Beraters41 4.3Die Ausgangssituation für die Beziehung zwischen Ratsuchenden und Berater46 4.4Die Beziehung beeinflusst das Widerstandsverhalten, -Die Beziehung zwischen Fr. Meier und Katharina48 5.Beratung im Kontext von ¿Widerstand¿52 5.1Die Beziehung zum Klienten nach Carl Rogers52 5.2Empathie53 5.3Akzeptanz56 5.4Kongruenz60 5.5Intervention63 5.6Fazit für den Umgang mit Widerstand und Hinweise für ein professionelles Beratungsgespräch mit Katharina65 6.Zusammenfassung der Ergebnisse zu: ¿Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen¿70 Begriffserklärungen73 Literaturempfehlungen75 Quellenangabe76 Anhang80Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.2, Die Ausgangssituation des Beraters: Auch der Berater bringt Variablen mit in die Beratung, die den Erfolg, sowie den Ausmaß an Widerstandsverhalten des Klienten beeinflussen. Diese Variablen betreffen die berufliche Position des Beraters, das Fachwissen und die eigene Person. Beratungen finden unter anderen in institutionellen, behördlichen Einrichtungen statt. Berater in diesen Einrichtungen unterliegen dem staatlichen Gesetz, welches sie zu vertreten haben. Im 1 Absatz 2 SGB VIII wird dem Jugendamt zum Beispiel eine staatliche Wächterfunktion über das Wohl der Kinder gegeben, welches den Beratern gewisse Entscheidungsmöglichkeiten gibt. Im 42 SGBVIII ist das Jugendamt verpflichtet, die Kinder in Obhut zu nehmen, wenn eine Kindeswohlgefahr durch ihren Verbleib bei den Eltern droht oder wenn das Kind darum bittet. Sind die Eltern damit nicht einverstanden, nehmen die Mitarbeiter des Jugendamtes Kontakt mit dem Gericht auf, welches über den Verbleib des Kindes entscheidet und den Eltern das Sorgerecht entziehen kann. Zu dieser Entscheidung wird von dem zuständigen Sozialarbeiter des Amtes eine Stellungnahme hinzugezogen. Die Entscheidung, ob das Kind gefährdet ist und wie die er damit umgeht ob er das Kind in einer Einrichtung unterbringt und die Kindeswohlgefährdung dem Gericht mitteilt, liegt bei dem Mitarbeiter des Jugendamtes. Der Ratsuchende hat Angst vor den Konsequenzen, wenn er ehrlich ist und eigene Fehler zugibt. Dieses verhindert ein offenes und ehrliches Gespräch mit dem Ratsuchenden. Er wird versuchen, jegliche Hinweise, von denen er denkt, dass sie auf eine Kindeswohlgefährdung deuten, zu vermeiden. Dies hindert ihn, die Beratung des Jugendamtes und die Hilfsleistungen uneingeschränkt zu nutzen. Auch das Jobcenter hat Machtinstrumente wie zum Beispiel die Streichung finanzieller Mittel in der Hand. Dieses Wissen darum schränkt eine offene Berufsberatung ein. Aber auch Berater in sozialen Trägern, überhaupt alle professionelle Berater handeln im Rahmen der Gesetze und gesellschaftlichen Standards. Sie könnten zum Beispiel bei der Vermutung von Kindeswohlgefährdung dies dem Jugendamt mitteilen. Ratsuchende haben Angst vor der Machtausübung von Beratern. Sie haben Angst, dass über sie entschieden wird und setzen meist bewusst Widerstand dagegen. Die fachliche Ausbildung von Sozialarbeitern umfasst auch die Ausbildung in Gesprächsführung. Ratsuchende erwarten von den Beratern Kompetenz, um ihnen vertrauen zu können, dass sie ihnen bei einer Problemlösung helfen können. Beurteilen Klienten die Kompetenz von Beratern als unzureichend, werden sie sich widersetzen. Oft stellen Ratsuchende am Anfang der Beratung so genannte ¿Testprobleme¿ oder direkte Fragen nach ihrer Kompetenz, um heraus zu finden, in wie weit sie dem Berater vertrauen können. Besteht der Berater ihren Test nicht, wird der Klient ihn nicht als kompetenter Problemlöser anerkennen und akzeptieren. Ein weiterer Anhaltspunkt, um herauszufinden, wie kompetent ein Berater ist, liegt für den Ratsuchenden darin, in wie weit der Berater auf seine Voraussetzungen, mit denen er zur Beratung kommt, eingeht und sich diesen entsprechend verhält. Der Ratsuchende wird sich vor allem dann widersetzen, wenn der Berater eine Machtposition innehat, wenn der Ratsuchende von seiner Beurteilung der Situation abhängig ist. Er wehrt sich gegen eine unprofessionelle Bewertung und dessen Folgen. Desweiteren kann erwartet werden, dass ein Ratsuchender, vor allem einer, der noch nie bei einer Beratung oder Therapiesitzung war, Manipulation befürchtet. Negative Stereotype und die Unkenntnis, was Psychologie genau ist, erzeugen beim Ratsuchenden Ängste. Psychotherapie könnte Eingriffe auf ihre Seele, auf ihre Persönlichkeit, die sie nicht beeinflussen und als solche wahrnehmen würden, suggerieren. Diese Vorurteile gegenüber Psychotherapie müssten empirisch überprüft werden. Sie könnten für die Beratung Relevanz haben, indem der Klient aus diesen Ängsten heraus sich mit Widerstandsverhalten gegen solche vermeintlichen Eingriffe wehrt. Tatsächlich gibt es Methoden, die den Klienten manipulieren können. Als Beispiel dafür soll die Paradoxe Intervention erwähnt werden, eine Methode, mit der Widerstände gegen Verhaltensänderungen überwunden werden könnte. ¿Eine Paradoxe Intervention ist eine Maßnahme, durch deren Befolgung gerade das Gegenteil dessen zustande kommt, was anscheinend damit erreicht werden sollte.¿ Bei einer Paradoxen Intervention verschreibt man das Symptom, die unerwünschte Verhaltensweise. Entweder der Klient widersetzt sich dieser Verschreibung und verhält sich dementsprechend erwünscht, oder er befolgt sie. Paradoxerweise kann er diese Verhaltensweise bei Befolgung der Anweisung nicht mehr symptomatisch ausführen. Vom Wesen her ist ein Symptom eine spontane Verhaltensform, die der Patienten selbst als unbeherrschbar empfindet. Wenn der Patient aufgefordert wird, sich nach seinem spontanen Symptom zu verhalten, dann kann er es durch den Kontext von Gehorsamkeit nicht mehr spontan ausführen, die Verhaltensweise ist somit nicht symptomatisch. Der Zweck der Intervention wäre somit bei Erfüllung, aber auch bei Nichterfüllung der Aufforderung erreicht. Die Paradoxe Intervention wurde vor allem in der systemischen Therapie eingesetzt, das Mailänder Team um Mara Selvini- Palazzolli entwickelte eine Therapieform, in der die Verschreibung im Abschluss der Sitzung auf einer paradoxen Intervention beruhte. Das Wissen um die Wirkung einer solchen Aufforderung könnte ausgenutzt werden und wäre dann ein Machtinstrument. Der Ratsuchende wird wahrscheinlich Widerstand entgegensetzen, wenn er dem Berater nicht vertraut. Er könnte den Argwohn hegen, dass der Berater solche Methoden nicht zu seinen Gunsten benutzt. Der Ratsuchende wehrt sich nicht nur gegen vermutete Inkompetenz, sondern befürchtet auch, dass der Berater ihm nicht wohlwollend gesinnt ist und Manipulationen gegen ihn benutzt. Er hat Angst aufgrund seines Verhaltens, für seine Probleme abgelehnt zu werden. Ratsuchende fühlen sich mit ihrem Problem hilflos und sind auf die fachliche Beurteilung des Beraters angewiesen. Sie haben Angst davor, in ihrem Problem nicht ernst genommen zu werden, oder dass sie selbst vom Berater abgelehnt zu werden. Aber auch Berater können dem Ratsuchenden unsympathisch sein. Er kann äußere Merkmale, aber auch Verhaltensweisen an ihm ablehnen. Antipathie gegenüber dem Berater ist genauso ein Grund für Widerstand, wie die Angst davor abgelehnt zu werden. Weitere Variablen, die ein Berater mit in die Beratung bringt, sind die eigenen Erwartungen an sich selbst und die, die er an den Klienten stellt. Eine solche Erwartung, die sowohl Ratsuchender als auch der Berater anstreben, ist eine effektive und erfolgreiche Beratung. Aus finanziellen Überlegungen, oder aus den eigenen Ansprüchen an sich selbst kann der Berater seine Erwartungen so hoch setzen, dass er sich selbst und den Klienten regelrecht unter Druck setzt, Erfolg zu haben. In der heutigen Gesellschaftsstruktur ist Leistung ein Maß für den Wert einer Person. Berater können sich stark unter Druck setzen, unbedingt etwas leisten, ein Ergebnis in der Beratung erbringen zu wollen. Scheitern ist ein Begriff, der verdrängt und nicht zugelassen wird. Es ist wenig Literatur zu finden, die sich mit Scheitern als eine Eventualität auseinandersetzt. Es wird viel geforscht auf der Ebene, wie erfolgreiche Gespräche geführt werden, aber nicht, wie der Berater damit umgehen kann, wenn das Gespräch nicht erfolgreich im Sinne von einer Lösungsfindung oder Verhaltensveränderung des Ratsuchenden ist. Christiane Zschirnt definiert ¿scheitern¿: ¿Zu scheitern bedeutet, an eine Grenze zu kommen, an der es nicht weitergeht, jedenfalls nicht so wie bisher.¿ Sie beschreibt Scheitern als eine desolate Erfahrung, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war. Es ist die Situation, in der man merkt, dass man sein Ziel nicht erreich, Diplomica Verlag

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Inhaltsangabe:Einleitung: In der praktischen Sozialarbeit treffen Sozialarbeiter und Klienten in einer Beratung aufeinander. Aus einer unterschiedlichen Ausgangssituation, treten sie zueinander in einen menschlichen Kontakt. Für den Sozialarbeiter als ein Berater ist es die Chance, gute professionelle Arbeit zu machen, und für den Klienten als den Ratsuchenden die Möglichkeit, endlich die ersehnte Hilfe zu bekommen. Fast zwangsläufig kommt es dabei immer wieder zu Schwierigkeiten, vor allem wenn der Ratsuchende sich der Beratung widersetzt. Den Widerstand von Ratsuchenden zu erkennen, richtig zu verstehen und mit ihm umzugehen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Folgendes Beispiel zeigt die Reaktionen nach einer erfolglosen Beratung auf beiden Seiten: Katharina, eine 16-jährige Jugendliche, kommt gerade aus einer Beratung. Sie ist völlig unzufrieden. Warum ist sie da nur hingegangen Sie wollte in einer Selbsthilfegruppe für Essstörungen teilnehmen und musste sich dafür einer Beraterin vorstellen. Die wollte ihr tatsächlich eine Ernährungsberatung anbieten! Wie heißt sie gleich Fr. Meier. Wer war das überhaupt Was macht die Frau hier überhaupt Hoffentlich ist diese Ernährungsberatung nicht Voraussetzung für die Gruppe. Dann wird sich Katharina aber eine andere suchen. Fr. Meier indes war auch nicht begeistert über die Beratung. Diese Katharina hat ihr die ganze Zeit Widerstand entgegengesetzt. Sie war doch wegen ihrer Essstörung da und erzählt aber die ganze Zeit von ihren Familienproblemen. Was wollte sie jetzt eigentlich Über Familienprobleme wird in der Gruppe nicht geredet. Elterliche Kontrolle und zu wenig Taschengeld! Was hat das mit ihrer Magersucht zu tun Was hat die Therapeutin da überhaupt gemacht Das Mädel hat doch null Krankheitseinsicht! Beide Seiten fühlen sich in dem Beispiel zurückgestoßen. Die Ergebnisse solcher Beratungssituationen sind für Berater aber auch für die Ratsuchenden oft frustrierend. Soll die Beratung erfolgreich sein, ist das Erlernen von Techniken der Gesprächsführung unumgänglich. Aber auch ein Wissen darüber, wieso Ratsuchende Widerstand entgegensetzen, ist meines Erachtens grundsätzliche Voraussetzung für eine professionelle Beratung. Zu dieser Thematik haben mich meine Arbeiten und Erfahrungen in den Praktika motiviert. Mein Ziel ist es, dass vor allem Sozialarbeiter, aber auch Pädagogen und weitere Angehörige helfender Berufe nach dem Lesen dieser Diplomarbeit einen anderen Bezug zu ¿Beratung¿ und ¿Widerstand¿ erhalten. Das Ziel ist es zu erklären, wieso sich der Klient den vom Berater oft gut gemeinten Ratschlägen widersetzt, die Beratungsgespräche abbricht oder zum nächsten Termin nicht erscheint. Das Verständnis dessen soll dem Berater helfen, eine andere Haltung einzunehmen und ihn ermuntern, andere Möglichkeiten zu finden oder weiterbildende Angebote der Gesprächsführung wahrzunehmen, um professionell beraten zu können. Die Diplomarbeit basiert darauf, zunächst den Widerstand des Ratsuchenden zu erkennen und zu verstehen, um dann daraus handlungsleitende Schlussfolgerungen ziehen zu können. Für die Behandlung des Themas bediene ich mich zweier Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit, indem ich ihre Inhalte und Methoden auf die Soziale Arbeit beziehe. Ich stütze mich auf Konzepte der Psychologie, insbesondere der Tiefenpsychologie und der Systemischen Therapie, sowie der Soziologie. Aufgefallen bei der Literaturrecherche ist mir, dass bisher nur wenig Literatur existiert, die sich explizit mit Widerstand des Klienten, mit dem Verständnis der abwehrenden Reaktion beschäftigt. In der Psychoanalyse widmete sich Anna Freud den Abwehrmechanismen, den innerpsychischen Vorgängen im Menschen. Für einen umfassenden Überblick sind aber auch die äußeren Umstände, die Beziehungen zur Umwelt des Klienten zum einen, und zum anderen die Beziehung zum Berater zu berücksichtigen. Mein wissenschaftlicher Beitrag der Diplomarbeit ist somit die Zusammentragung von Theorien aus psychologischen und soziologischen Bereichen, die Schlussfolgerungen zum Widerstand des Klienten liefern und die Einschätzung der Befunde. Ein anderer wissenschaftlicher Beitrag liegt in der Beschäftigung mit den Gründen für Widerstand überhaupt. In vielen Ratgebern und Büchern für die Gesprächsführung werden methodische Vorgehensweisen dargestellt, die oft sehr unterschiedlich sind. Der Widerstand des Klienten ist aber in der Literatur, die mir vorlag, nicht einmal analysiert worden. Ich halte es aber gerade in der Sozialen Arbeit für wichtig, den Widerstand zu verstehen. Mit dem Wissen über den Widerstand des Klienten können Sozialarbeiter eine andere Haltung zum Klienten einnehmen, Handlungsstrategien ableiten und somit professionell handeln.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Einleitung1 1.Das Problem des Widerstandes des Ratsuchenden in der Beratung3 1.1Sozialarbeiter und Klient als Berater und Ratsuchender3 1.2Was ist mit ¿Widerstand des Ratsuchenden¿ in der Beratung gemeint 6 1.3Widerstand in einem Beispielgespräch zwischen Katharina und Fr. Meier9 2.Die Analyse innerpsychischer Prozesse12 2.1Widerstand setzt ein Ratsuchender unbewusst entgegen12 2.2Das erste topische Modell nach Sigmund Freud12 2.3Das zweite topische Modell nach Sigmund Freud13 2.4Die Abwehrmechanismen15 2.5Der unbewusste Widerstand, -Katharinas Abwehr in der Beratung18 3.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Determinanten der Gesellschaft20 3.1Das sozioökonomische Modell nach Urie Bronfenbrenner20 3.2Die Systemprozesse im Mikrosystem ¿Familie¿22 3.3Stigmatisierung im Meso-, Exo, und Makrosystem27 3.4Determinanten der Gesellschaft, -Katharinas Verhalten wird von ihrer Umwelt beeinflusst35 4.Verstehen interpersonaler Prozesse, -Die Beziehung zum Berater39 4.1Die Ausgangssituation des Ratsuchenden39 4.2Die Ausgangssituation des Beraters41 4.3Die Ausgangssituation für die Beziehung zwischen Ratsuchenden und Berater46 4.4Die Beziehung beeinflusst das Widerstandsverhalten, -Die Beziehung zwischen Fr. Meier und Katharina48 5.Beratung im Kontext von ¿Widerstand¿52 5.1Die Beziehung zum Klienten nach Carl Rogers52 5.2Empathie53 5.3Akzeptanz56 5.4Kongruenz60 5.5Intervention63 5.6Fazit für den Umgang mit Widerstand und Hinweise für ein professionelles Beratungsgespräch mit Katharina65 6.Zusammenfassung der Ergebnisse zu: ¿Widerstand verstehen und in der Sozialen Arbeit damit umgehen¿70 Begriffserklärungen73 Literaturempfehlungen75 Quellenangabe76 Anhang80Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.2, Die Ausgangssituation des Beraters: Auch der Berater bringt Variablen mit in die Beratung, die den Erfolg, sowie den Ausmaß an Widerstandsverhalten des Klienten beeinflussen. Diese Variablen betreffen die berufliche Position des Beraters, das Fachwissen und die eigene Person. Beratungen finden unter anderen in institutionellen, behördlichen Einrichtungen statt. Berater in diesen Einrichtungen unterliegen dem staatlichen Gesetz, welches sie zu vertreten haben. Im 1 Absatz 2 SGB VIII wird dem Jugendamt zum Beispiel eine staatliche Wächterfunktion über das Wohl der Kinder gegeben, welches den Beratern gewisse Entscheidungsmöglichkeiten gibt. Im 42 SGBVIII ist das Jugendamt verpflichtet, die Kinder in Obhut zu nehmen, wenn eine Kindeswohlgefahr durch ihren Verbleib bei den Eltern droht oder wenn das Kind darum bittet. Sind die Eltern damit nicht einverstanden, nehmen die Mitarbeiter des Jugendamtes Kontakt mit dem Gericht auf, welches über den Verbleib des Kindes entscheidet und den Eltern das Sorgerecht entziehen kann. Zu dieser Entscheidung wird von dem zuständigen Sozialarbeiter des Amtes eine Stellungnahme hinzugezogen. Die Entscheidung, ob das Kind gefährdet ist und wie die er damit umgeht ob er das Kind in einer Einrichtung unterbringt und die Kindeswohlgefährdung dem Gericht mitteilt, liegt bei dem Mitarbeiter des Jugendamtes. Der Ratsuchende hat Angst vor den Konsequenzen, wenn er ehrlich ist und eigene Fehler zugibt. Dieses verhindert ein offenes und ehrliches Gespräch mit dem Ratsuchenden. Er wird versuchen, jegliche Hinweise, von denen er denkt, dass sie auf eine Kindeswohlgefährdung deuten, zu vermeiden. Dies hindert ihn, die Beratung des Jugendamtes und die Hilfsleistungen uneingeschränkt zu nutzen. Auch das Jobcenter hat Machtinstrumente wie zum Beispiel die Streichung finanzieller Mittel in der Hand. Dieses Wissen darum schränkt eine offene Berufsberatung ein. Aber auch Berater in sozialen Trägern, überhaupt alle professionelle Berater handeln im Rahmen der Gesetze und gesellschaftlichen Standards. Sie könnten zum Beispiel bei der Vermutung von Kindeswohlgefährdung dies dem Jugendamt mitteilen. Ratsuchende haben Angst vor der Machtausübung von Beratern. Sie haben Angst, dass über sie entschieden wird und setzen meist bewusst Widerstand dagegen. Die fachliche Ausbildung von Sozialarbeitern umfasst auch die Ausbildung in Gesprächsführung. Ratsuchende erwarten von den Beratern Kompetenz, um ihnen vertrauen zu können, dass sie ihnen bei einer Problemlösung helfen können. Beurteilen Klienten die Kompetenz von Beratern als unzureichend, werden sie sich widersetzen. Oft stellen Ratsuchende am Anfang der Beratung so genannte ¿Testprobleme¿ oder direkte Fragen nach ihrer Kompetenz, um heraus zu finden, in wie weit sie dem Berater vertrauen können. Besteht der Berater ihren Test nicht, wird der Klient ihn nicht als kompetenter Problemlöser anerkennen und akzeptieren. Ein weiterer Anhaltspunkt, um herauszufinden, wie kompetent ein Berater ist, liegt für den Ratsuchenden darin, in wie weit der Berater auf seine Voraussetzungen, mit denen er zur Beratung kommt, eingeht und sich diesen entsprechend verhält. Der Ratsuchende wird sich vor allem dann widersetzen, wenn der Berater eine Machtposition innehat, wenn der Ratsuchende von seiner Beurteilung der Situation abhängig ist. Er wehrt sich gegen eine unprofessionelle Bewertung und dessen Folgen. Desweiteren kann erwartet werden, dass ein Ratsuchender, vor allem einer, der noch nie bei einer Beratung oder Therapiesitzung war, Manipulation befürchtet. Negative Stereotype und die Unkenntnis, was Psychologie genau ist, erzeugen beim Ratsuchenden Ängste. Psychotherapie könnte Eingriffe auf ihre Seele, auf ihre Persönlichkeit, die sie nicht beeinflussen und als solche wahrnehmen würden, suggerieren. Diese Vorurteile gegenüber Psychotherapie müssten empirisch überprüft werden. Sie könnten für die Beratung Relevanz haben, indem der Klient aus diesen Ängsten heraus sich mit Widerstandsverhalten gegen solche vermeintlichen Eingriffe wehrt. Tatsächlich gibt es Methoden, die den Klienten manipulieren können. Als Beispiel dafür soll die Paradoxe Intervention erwähnt werden, eine Methode, mit der Widerstände gegen Verhaltensänderungen überwunden werden könnte. ¿Eine Paradoxe Intervention ist eine Maßnahme, durch deren Befolgung gerade das Gegenteil dessen zustande kommt, was anscheinend damit erreicht werden sollte.¿ Bei einer Paradoxen Intervention verschreibt man das Symptom, die unerwünschte Verhaltensweise. Entweder der Klient widersetzt sich dieser Verschreibung und verhält sich dementsprechend erwünscht, oder er befolgt sie. Paradoxerweise kann er diese Verhaltensweise bei Befolgung der Anweisung nicht mehr symptomatisch ausführen. Vom Wesen her ist ein Symptom eine spontane Verhaltensform, die der Patienten selbst als unbeherrschbar empfindet. Wenn der Patient aufgefordert wird, sich nach seinem spontanen Symptom zu verhalten, dann kann er es durch den Kontext von Gehorsamkeit nicht mehr spontan ausführen, die Verhaltensweise ist somit nicht symptomatisch. Der Zweck der Intervention wäre somit bei Erfüllung, aber auch bei Nichterfüllung der Aufforderung erreicht. Die Paradoxe Intervention wurde vor allem in der systemischen Therapie eingesetzt, das Mailänder Team um Mara Selvini- Palazzolli entwickelte eine Therapieform, in der die Verschreibung im Abschluss der Sitzung auf einer paradoxen Intervention beruhte. Das Wissen um die Wirkung einer solchen Aufforderung könnte ausgenutzt werden und wäre dann ein Machtinstrument. Der Ratsuchende wird wahrscheinlich Widerstand entgegensetzen, wenn er dem Berater nicht vertraut. Er könnte den Argwohn hegen, dass der Berater solche Methoden nicht zu seinen Gunsten benutzt. Der Ratsuchende wehrt sich nicht nur gegen vermutete Inkompetenz, sondern befürchtet auch, dass der Berater ihm nicht wohlwollend gesinnt ist und Manipulationen gegen ihn benutzt. Er hat Angst aufgrund seines Verhaltens, für seine Probleme abgelehnt zu werden. Ratsuchende fühlen sich mit ihrem Problem hilflos und sind auf die fachliche Beurteilung des Beraters angewiesen. Sie haben Angst davor, in ihrem Problem nicht ernst genommen zu werden, oder dass sie selbst vom Berater abgelehnt zu werden. Aber auch Berater können dem Ratsuchenden unsympathisch sein. Er kann äußere Merkmale, aber auch Verhaltensweisen an ihm ablehnen. Antipathie gegenüber dem Berater ist genauso ein Grund für Widerstand, wie die Angst davor abgelehnt zu werden. Weitere Variablen, die ein Berater mit in die Beratung bringt, sind die eigenen Erwartungen an sich selbst und die, die er an den Klienten stellt. Eine solche Erwartung, die sowohl Ratsuchender als auch der Berater anstreben, ist eine effektive und erfolgreiche Beratung. Aus finanziellen Überlegungen, oder aus den eigenen Ansprüchen an sich selbst kann der Berater seine Erwartungen so hoch setzen, dass er sich selbst und den Klienten regelrecht unter Druck setzt, Erfolg zu haben. In der heutigen Gesellschaftsstruktur ist Leistung ein Maß für den Wert einer Person. Berater können sich stark unter Druck setzen, unbedingt etwas leisten, ein Ergebnis in der Beratung erbringen zu wollen. Scheitern ist ein Begriff, der verdrängt und nicht zugelassen wird. Es ist wenig Literatur zu finden, die sich mit Scheitern als eine Eventualität auseinandersetzt. Es wird viel geforscht auf der Ebene, wie erfolgreiche Gespräche geführt werden, aber nicht, wie der Berater damit umgehen kann, wenn das Gespräch nicht erfolgreich im Sinne von einer Lösungsfindung oder Verhaltensveränderung des Ratsuchenden ist. Christiane Zschirnt definiert ¿scheitern¿: ¿Zu scheitern bedeutet, an eine Grenze zu kommen, an der es nicht weitergeht, jedenfalls nicht so wie bishe, Diplomica Verlag

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