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Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - Florian Weber
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Florian Weber:
Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - neues Buch

2003, ISBN: 9783832481407

ID: 9783832481407

Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bundesregierung, große einflussreiche Energiekonzerne. Die Unternehmen E.ON und RWE sind Beispiele für diese Energiepolitik. Deshalb ist es das Ziel dieser Diplomarbeit, die deutsche Situation im Zusammenhang mit dem Fehlen eines deutschen Konzerns aus ökonomischer und politischer Sicht aufzuzeigen. Dabei ist die Entwicklung der deutschen Erdölindustrie in Deutschland seit dem Beginn der industriellen Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts über die Auswirkungen der Ölkrisen bis heute zu betrachten. Gang der Untersuchung: Um den deutschen Sonderweg im Mineralölbereich darzustellen und die Frage zu beantworten, warum sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet hat, wird die folgende Hypothese aufgestellt und überprüft: Die vorherrschenden Rahmenbedingungen in Deutschland verhinderten das Entstehen eines integrierten nationalen Mineralölkonzerns. Die Überprüfung dieser Hypothese wird anhand von Unterhypothesen vorgenommen. Im ersten Abschnitt werden die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Erdölzeitalters und in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Es folgt die Untersuchung der ökonomischen Faktoren am Beginn der Weltwirtschaft des Erdöls und nach den Ölkrisen in den späten 1970er Jahren. Am Ende der Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Die politischen und ökonomischen Faktoren lassen sich nicht immer trennen. Sie können nicht ganz unabhängig voneinander betrachtet werden, weil sie sich oft gegenseitig beeinflussen. Inhaltsverzeichnis: I.Eidesstattliche ErklärungI II.Vorwort: DanksagungenII III.InhaltsübersichtIII IV.InhaltsverzeichnisV V.AbbildungsverzeichnisVIII VI.TabellenverzeichnisVIII VII.AbkürzungsverzeichnisIX 1.Einleitung1 1.1Problemstellung1 1.2Vorgehensweise3 1.3Definition der Begriffe4 1.4Die Stufen der Mineralölindustrie5 2.Untersuchung6 2.1Die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Ölzeitalters6 2.1.1Die Bagdadbahn7 2.1.2Die Steaua Romana8 2.1.3Die Folgen am Ende des Ersten Weltkrieges9 2.1.4Der Erste Weltkrieg und der Beginn der geopolitischen Bedeutung des Öls11 2.1.5Der Einstieg der APOC, der späteren BP, in den deutschen Markt12 2.1.6Die starke Präsenz internationaler Ölkonzerne in den 1930er Jahren13 2.1.7Fazit14 2.2Die politischen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland15 2.2.1Der Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg15 2.2.2Zwischenfazit17 2.2.3Die weitere Liberalisierung des Ölmarktes durch die Bundesregierung18 2.2.3.1Die Aufhebung der Schutzzölle und Steuererleichterungen19 2.2.3.2Die Benachteiligung aufgrund der großzügigen Steuergesetzgebung der internatonalen Mineralölgesellschaften durch die Heimatländer20 2.2.3.3Die Auswirkungen am Beispiel der DEA AG21 2.2.4Zwischenfazit22 2.2.5Die Gruppierung deutscher Ölinteressen durch die Bundesregierung22 2.2.5.1Die Ausgangslage in den 1960er Jahren22 2.2.5.2Die Gründung der Mineralölexplorationsgesellschaft (DEMINEX) ab 196625 2.2.5.3Die Gründung der neuen DEMINEX26 2.2.5.4Die Regelungen der Zusammenarbeit und die Rolle des Staates in der DEMINEX27 2.2.5.5Die großzügige Vertragsgestaltung zwischen Bund und Gesellschaftern in der DEMINEX28 2.2.5.6Die Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht der EWG29 2.2.5.7Die Situation der DEMINEX und die Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren29 2.2.5.8Die Veba-Gruppierung durch die Bundesregierung33 2.2.6Zwischenfazit34 2.2.7Die Konsequente ¿weg vom Öl¿-Politik nach den Ölkrisen in den Jahren 1973/74 und 197935 2.2.7.1Die Ursache für die Ölkrisen35 2.2.7.2Die gesellschaftspolitischen Folgen - eine neue Energiepolitik und ein neues Energiebewusstsein36 2.2.7.3Die liberale Grundhaltung gegenüber der Mineralölindustrie39 2.2.7.4Die Einschätzung der Auswirkungen durch die Politik40 2.2.7.5Die Förderung der heimischen Kohle41 2.2.7.6Die Abkehr von alten hin zu neuen energiepolitischen Zielsetzungen42 2.2.8Zwischenfazit43 2.2.9Die Belastung durch Umweltschutzauflagen44 2.2.9.1Die gesetzgeberischen Maßnahmen der Bundesregierung und die Folgen für die Mineralölunternehmen44 2.2.9.2Die Folgen für die heimischen Ölgesellschaften am Beispiel der RWE-DEA46 2.2.9.3Zwischenfazit47 2.2.10Die heutige deutsche und europäische Energiepolitik unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit47 2.2.10.1Die Situation der globalen Rohölreserven48 2.2.10.2Die Prognosen für die zukünftigen Reserven49 2.2.10.3Der technische Fortschritt in der Explorations- und Produktionstechnik49 2.2.10.4Die Versorgung des deutschen Marktes mit Rohölimporten50 2.2.10.5Die Versorgung des deutschen Marktes mit Produktimporten51 2.2.10.6Das Widerlegen der pessimistischen Preiserwartungen51 2.2.10.7Die Versorgung und die Energiepolitik der EU52 2.2.10.8Zwischenfazit54 2.2.11Fazit56 2.3Die ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Beginn des Ölzeitalters57 2.3.1Die frühzeitige Monopolisierung des deutschen Marktes durch Standard Oil Company58 2.3.2Die Markteintrittsbarrieren - die Marktbeherrschung des Welterdölmarktes durch die Sieben Schwestern60 2.3.2.1Die Kartellbildung der internationalen Ölkonzerne60 2.3.2.2Die Auflösung des Kartells nach den Ölkrisen63 2.3.2.3Die Erklärung der Marktmacht anhand der Theorie zur vertikalen Integration66 2.3.3Fazit68 2.4Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach den Ölkrisen68 2.4.1Die wirtschaftlichen Folgen für die einheimischen Raffineriegesellschaften69 2.4.1.1Die Preisbildung im Upstream-Bereich69 2.4.1.2Die Preisbildung für Rohöl71 2.4.1.3Die Preisbildung im Downstream-Bereich72 2.4.1.4Die Preisbildung für Fertigprodukte73 2.4.1.5Die Preisspannen für Fertigprodukte am Rotterdamer Markt73 2.4.1.6Die Unternehmensstrukturen in der deutschen Mineralölindustrie unmittelbar nach den Ölkrisen74 2.4.1.7Zwischenfazit75 2.4.2Die Folgen der Ölkrise für die Raffineriewirtschaft in Deutschland76 2.4.2.1Die Vorteile voll integrierter Konzerne bei der Preisbildung77 2.4.2.2Die Ausgleichspotentiale internationaler Konzerne aufgrund vertikaler Integration und internationaler Ausrichtung78 2.4.2.3Die Vorteile der internationalen Konzerne aufgrund eines eigenen Upstream-Bereiches und einer preiswerten Versorgung mit Rohöl79 2.4.2.4Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen Texaco80 2.4.2.5Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Veba AG81 2.4.2.6Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen BP AG82 2.4.2.7Zwischenfazit83 2.4.3Der Einfluss der Spotmärkte84 2.4.3.1Die Auswirkungen des Spotmarktes auf die deutschen Raffinerien direkt nach den Ölkrisen84 2.4.3.2Der steigende Wettbewerbsdruck und die Unsicherheit bei der Preisentwicklung durch die Spotmärkte85 2.4.3.3Die zunehmende Konkurrenz durch freie Händler und Importeure87 2.4.3.4Zwischenfazit87 2.4.4Fazit88 2.5Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach 198588 2.5.1Der Ölpreisverfall von 1985/8689 2.5.1.1Die Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die heimischen Ölgesellschaften91 2.5.1.2Zwischenfazit92 2.5.2Das Scheitern der DEMINEX als privatwirtschaftliche Explorationsgesellschaft92 2.5.2.1Die neue Verteilung der Gesellschafteranteile und die neuen Zielsetzungen93 2.5.2.2Die E&P-Aktivitäten der DEMINEX95 2.5.2.3Die strategische Situation der DEMINEX95 2.5.2.4Zwischenfazit97 2.5.3Die Auflösung der nationalen integrierten Ölgesellschaften98 2.5.3.1Die unbefriedigende Ergebnissituation im Downstream-Bereich99 2.5.3.2Die steuerliche Belastung des Downstream-Bereiches101 2.5.3.3Der Rückzug der Veba aus dem Ölgeschäft101 2.5.3.4Der Rückzug der RWE-DEA aus dem Downstream-Bereich105 2.5.3.5Die heutige Situation im deutschen Mineralölbereich106 2.5.3.6Unabhängige Händler und Importeure108 2.5.3.7Die Integration ausländischer Unternehmen auf dem deutschen Markt109 2.5.3.8Zwischenfazit109 2.5.4Die Konzentration auf das Erdgas110 2.5.4.1Die Dominanz der Ölmajors im Gasgeschäft111 2.5.4.2Zwischenfazit114 2.5.5Fazit114 3.Schluss115 3.1Zusammenfassende Bewertung115 3.2Ausblick122 4.Literaturverzeichnis124 5.Anhang131 Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet?: Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bunde, Diplomica Verlag

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Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - Florian Weber
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Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - neues Buch

2003, ISBN: 9783832481407

ID: 9783832481407

Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bundesregierung, große einflussreiche Energiekonzerne. Die Unternehmen E.ON und RWE sind Beispiele für diese Energiepolitik. Deshalb ist es das Ziel dieser Diplomarbeit, die deutsche Situation im Zusammenhang mit dem Fehlen eines deutschen Konzerns aus ökonomischer und politischer Sicht aufzuzeigen. Dabei ist die Entwicklung der deutschen Erdölindustrie in Deutschland seit dem Beginn der industriellen Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts über die Auswirkungen der Ölkrisen bis heute zu betrachten. Gang der Untersuchung: Um den deutschen Sonderweg im Mineralölbereich darzustellen und die Frage zu beantworten, warum sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet hat, wird die folgende Hypothese aufgestellt und überprüft: Die vorherrschenden Rahmenbedingungen in Deutschland verhinderten das Entstehen eines integrierten nationalen Mineralölkonzerns. Die Überprüfung dieser Hypothese wird anhand von Unterhypothesen vorgenommen. Im ersten Abschnitt werden die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Erdölzeitalters und in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Es folgt die Untersuchung der ökonomischen Faktoren am Beginn der Weltwirtschaft des Erdöls und nach den Ölkrisen in den späten 1970er Jahren. Am Ende der Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Die politischen und ökonomischen Faktoren lassen sich nicht immer trennen. Sie können nicht ganz unabhängig voneinander betrachtet werden, weil sie sich oft gegenseitig beeinflussen. Inhaltsverzeichnis: I.Eidesstattliche ErklärungI II.Vorwort: DanksagungenII III.InhaltsübersichtIII IV.InhaltsverzeichnisV V.AbbildungsverzeichnisVIII VI.TabellenverzeichnisVIII VII.AbkürzungsverzeichnisIX 1.Einleitung1 1.1Problemstellung1 1.2Vorgehensweise3 1.3Definition der Begriffe4 1.4Die Stufen der Mineralölindustrie5 2.Untersuchung6 2.1Die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Ölzeitalters6 2.1.1Die Bagdadbahn7 2.1.2Die Steaua Romana8 2.1.3Die Folgen am Ende des Ersten Weltkrieges9 2.1.4Der Erste Weltkrieg und der Beginn der geopolitischen Bedeutung des Öls11 2.1.5Der Einstieg der APOC, der späteren BP, in den deutschen Markt12 2.1.6Die starke Präsenz internationaler Ölkonzerne in den 1930er Jahren13 2.1.7Fazit14 2.2Die politischen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland15 2.2.1Der Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg15 2.2.2Zwischenfazit17 2.2.3Die weitere Liberalisierung des Ölmarktes durch die Bundesregierung18 2.2.3.1Die Aufhebung der Schutzzölle und Steuererleichterungen19 2.2.3.2Die Benachteiligung aufgrund der großzügigen Steuergesetzgebung der internatonalen Mineralölgesellschaften durch die Heimatländer20 2.2.3.3Die Auswirkungen am Beispiel der DEA AG21 2.2.4Zwischenfazit22 2.2.5Die Gruppierung deutscher Ölinteressen durch die Bundesregierung22 2.2.5.1Die Ausgangslage in den 1960er Jahren22 2.2.5.2Die Gründung der Mineralölexplorationsgesellschaft (DEMINEX) ab 196625 2.2.5.3Die Gründung der neuen DEMINEX26 2.2.5.4Die Regelungen der Zusammenarbeit und die Rolle des Staates in der DEMINEX27 2.2.5.5Die großzügige Vertragsgestaltung zwischen Bund und Gesellschaftern in der DEMINEX28 2.2.5.6Die Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht der EWG29 2.2.5.7Die Situation der DEMINEX und die Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren29 2.2.5.8Die Veba-Gruppierung durch die Bundesregierung33 2.2.6Zwischenfazit34 2.2.7Die Konsequente ¿weg vom Öl¿-Politik nach den Ölkrisen in den Jahren 1973/74 und 197935 2.2.7.1Die Ursache für die Ölkrisen35 2.2.7.2Die gesellschaftspolitischen Folgen - eine neue Energiepolitik und ein neues Energiebewusstsein36 2.2.7.3Die liberale Grundhaltung gegenüber der Mineralölindustrie39 2.2.7.4Die Einschätzung der Auswirkungen durch die Politik40 2.2.7.5Die Förderung der heimischen Kohle41 2.2.7.6Die Abkehr von alten hin zu neuen energiepolitischen Zielsetzungen42 2.2.8Zwischenfazit43 2.2.9Die Belastung durch Umweltschutzauflagen44 2.2.9.1Die gesetzgeberischen Maßnahmen der Bundesregierung und die Folgen für die Mineralölunternehmen44 2.2.9.2Die Folgen für die heimischen Ölgesellschaften am Beispiel der RWE-DEA46 2.2.9.3Zwischenfazit47 2.2.10Die heutige deutsche und europäische Energiepolitik unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit47 2.2.10.1Die Situation der globalen Rohölreserven48 2.2.10.2Die Prognosen für die zukünftigen Reserven49 2.2.10.3Der technische Fortschritt in der Explorations- und Produktionstechnik49 2.2.10.4Die Versorgung des deutschen Marktes mit Rohölimporten50 2.2.10.5Die Versorgung des deutschen Marktes mit Produktimporten51 2.2.10.6Das Widerlegen der pessimistischen Preiserwartungen51 2.2.10.7Die Versorgung und die Energiepolitik der EU52 2.2.10.8Zwischenfazit54 2.2.11Fazit56 2.3Die ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Beginn des Ölzeitalters57 2.3.1Die frühzeitige Monopolisierung des deutschen Marktes durch Standard Oil Company58 2.3.2Die Markteintrittsbarrieren - die Marktbeherrschung des Welterdölmarktes durch die Sieben Schwestern60 2.3.2.1Die Kartellbildung der internationalen Ölkonzerne60 2.3.2.2Die Auflösung des Kartells nach den Ölkrisen63 2.3.2.3Die Erklärung der Marktmacht anhand der Theorie zur vertikalen Integration66 2.3.3Fazit68 2.4Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach den Ölkrisen68 2.4.1Die wirtschaftlichen Folgen für die einheimischen Raffineriegesellschaften69 2.4.1.1Die Preisbildung im Upstream-Bereich69 2.4.1.2Die Preisbildung für Rohöl71 2.4.1.3Die Preisbildung im Downstream-Bereich72 2.4.1.4Die Preisbildung für Fertigprodukte73 2.4.1.5Die Preisspannen für Fertigprodukte am Rotterdamer Markt73 2.4.1.6Die Unternehmensstrukturen in der deutschen Mineralölindustrie unmittelbar nach den Ölkrisen74 2.4.1.7Zwischenfazit75 2.4.2Die Folgen der Ölkrise für die Raffineriewirtschaft in Deutschland76 2.4.2.1Die Vorteile voll integrierter Konzerne bei der Preisbildung77 2.4.2.2Die Ausgleichspotentiale internationaler Konzerne aufgrund vertikaler Integration und internationaler Ausrichtung78 2.4.2.3Die Vorteile der internationalen Konzerne aufgrund eines eigenen Upstream-Bereiches und einer preiswerten Versorgung mit Rohöl79 2.4.2.4Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen Texaco80 2.4.2.5Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Veba AG81 2.4.2.6Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen BP AG82 2.4.2.7Zwischenfazit83 2.4.3Der Einfluss der Spotmärkte84 2.4.3.1Die Auswirkungen des Spotmarktes auf die deutschen Raffinerien direkt nach den Ölkrisen84 2.4.3.2Der steigende Wettbewerbsdruck und die Unsicherheit bei der Preisentwicklung durch die Spotmärkte85 2.4.3.3Die zunehmende Konkurrenz durch freie Händler und Importeure87 2.4.3.4Zwischenfazit87 2.4.4Fazit88 2.5Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach 198588 2.5.1Der Ölpreisverfall von 1985/8689 2.5.1.1Die Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die heimischen Ölgesellschaften91 2.5.1.2Zwischenfazit92 2.5.2Das Scheitern der DEMINEX als privatwirtschaftliche Explorationsgesellschaft92 2.5.2.1Die neue Verteilung der Gesellschafteranteile und die neuen Zielsetzungen93 2.5.2.2Die E&P-Aktivitäten der DEMINEX95 2.5.2.3Die strategische Situation der DEMINEX95 2.5.2.4Zwischenfazit97 2.5.3Die Auflösung der nationalen integrierten Ölgesellschaften98 2.5.3.1Die unbefriedigende Ergebnissituation im Downstream-Bereich99 2.5.3.2Die steuerliche Belastung des Downstream-Bereiches101 2.5.3.3Der Rückzug der Veba aus dem Ölgeschäft101 2.5.3.4Der Rückzug der RWE-DEA aus dem Downstream-Bereich105 2.5.3.5Die heutige Situation im deutschen Mineralölbereich106 2.5.3.6Unabhängige Händler und Importeure108 2.5.3.7Die Integration ausländischer Unternehmen auf dem deutschen Markt109 2.5.3.8Zwischenfazit109 2.5.4Die Konzentration auf das Erdgas110 2.5.4.1Die Dominanz der Ölmajors im Gasgeschäft111 2.5.4.2Zwischenfazit114 2.5.5Fazit114 3.Schluss115 3.1Zusammenfassende Bewertung115 3.2Ausblick122 4.Literaturverzeichnis124 5.Anhang131 Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet?: Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bun, Diplomica Verlag

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Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bundesregierung, große einflussreiche Energiekonzerne. Die Unternehmen E.ON und RWE sind Beispiele für diese Energiepolitik. Deshalb ist es das Ziel dieser Diplomarbeit, die deutsche Situation im Zusammenhang mit dem Fehlen eines deutschen Konzerns aus ökonomischer und politischer Sicht aufzuzeigen. Dabei ist die Entwicklung der deutschen Erdölindustrie in Deutschland seit dem Beginn der industriellen Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts über die Auswirkungen der Ölkrisen bis heute zu betrachten. Gang der Untersuchung: Um den deutschen Sonderweg im Mineralölbereich darzustellen und die Frage zu beantworten, warum sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet hat, wird die folgende Hypothese aufgestellt und überprüft: Die vorherrschenden Rahmenbedingungen in Deutschland verhinderten das Entstehen eines integrierten nationalen Mineralölkonzerns. Die Überprüfung dieser Hypothese wird anhand von Unterhypothesen vorgenommen. Im ersten Abschnitt werden die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Erdölzeitalters und in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Es folgt die Untersuchung der ökonomischen Faktoren am Beginn der Weltwirtschaft des Erdöls und nach den Ölkrisen in den späten 1970er Jahren. Am Ende der Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Die politischen und ökonomischen Faktoren lassen sich nicht immer trennen. Sie können nicht ganz unabhängig voneinander betrachtet werden, weil sie sich oft gegenseitig beeinflussen. Inhaltsverzeichnis: I.Eidesstattliche ErklärungI II.Vorwort: DanksagungenII III.InhaltsübersichtIII IV.InhaltsverzeichnisV V.AbbildungsverzeichnisVIII VI.TabellenverzeichnisVIII VII.AbkürzungsverzeichnisIX 1.Einleitung1 1.1Problemstellung1 1.2Vorgehensweise3 1.3Definition der Begriffe4 1.4Die Stufen der Mineralölindustrie5 2.Untersuchung6 2.1Die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Ölzeitalters6 2.1.1Die Bagdadbahn7 2.1.2Die Steaua Romana8 2.1.3Die Folgen am Ende des Ersten Weltkrieges9 2.1.4Der Erste Weltkrieg und der Beginn der geopolitischen Bedeutung des Öls11 2.1.5Der Einstieg der APOC, der späteren BP, in den deutschen Markt12 2.1.6Die starke Präsenz internationaler Ölkonzerne in den 1930er Jahren13 2.1.7Fazit14 2.2Die politischen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland15 2.2.1Der Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg15 2.2.2Zwischenfazit17 2.2.3Die weitere Liberalisierung des Ölmarktes durch die Bundesregierung18 2.2.3.1Die Aufhebung der Schutzzölle und Steuererleichterungen19 2.2.3.2Die Benachteiligung aufgrund der großzügigen Steuergesetzgebung der internatonalen Mineralölgesellschaften durch die Heimatländer20 2.2.3.3Die Auswirkungen am Beispiel der DEA AG21 2.2.4Zwischenfazit22 2.2.5Die Gruppierung deutscher Ölinteressen durch die Bundesregierung22 2.2.5.1Die Ausgangslage in den 1960er Jahren22 2.2.5.2Die Gründung der Mineralölexplorationsgesellschaft (DEMINEX) ab 196625 2.2.5.3Die Gründung der neuen DEMINEX26 2.2.5.4Die Regelungen der Zusammenarbeit und die Rolle des Staates in der DEMINEX27 2.2.5.5Die großzügige Vertragsgestaltung zwischen Bund und Gesellschaftern in der DEMINEX28 2.2.5.6Die Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht der EWG29 2.2.5.7Die Situation der DEMINEX und die Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren29 2.2.5.8Die Veba-Gruppierung durch die Bundesregierung33 2.2.6Zwischenfazit34 2.2.7Die Konsequente ¿weg vom Öl¿-Politik nach den Ölkrisen in den Jahren 1973/74 und 197935 2.2.7.1Die Ursache für die Ölkrisen35 2.2.7.2Die gesellschaftspolitischen Folgen - eine neue Energiepolitik und ein neues Energiebewusstsein36 2.2.7.3Die liberale Grundhaltung gegenüber der Mineralölindustrie39 2.2.7.4Die Einschätzung der Auswirkungen durch die Politik40 2.2.7.5Die Förderung der heimischen Kohle41 2.2.7.6Die Abkehr von alten hin zu neuen energiepolitischen Zielsetzungen42 2.2.8Zwischenfazit43 2.2.9Die Belastung durch Umweltschutzauflagen44 2.2.9.1Die gesetzgeberischen Maßnahmen der Bundesregierung und die Folgen für die Mineralölunternehmen44 2.2.9.2Die Folgen für die heimischen Ölgesellschaften am Beispiel der RWE-DEA46 2.2.9.3Zwischenfazit47 2.2.10Die heutige deutsche und europäische Energiepolitik unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit47 2.2.10.1Die Situation der globalen Rohölreserven48 2.2.10.2Die Prognosen für die zukünftigen Reserven49 2.2.10.3Der technische Fortschritt in der Explorations- und Produktionstechnik49 2.2.10.4Die Versorgung des deutschen Marktes mit Rohölimporten50 2.2.10.5Die Versorgung des deutschen Marktes mit Produktimporten51 2.2.10.6Das Widerlegen der pessimistischen Preiserwartungen51 2.2.10.7Die Versorgung und die Energiepolitik der EU52 2.2.10.8Zwischenfazit54 2.2.11Fazit56 2.3Die ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Beginn des Ölzeitalters57 2.3.1Die frühzeitige Monopolisierung des deutschen Marktes durch Standard Oil Company58 2.3.2Die Markteintrittsbarrieren - die Marktbeherrschung des Welterdölmarktes durch die Sieben Schwestern60 2.3.2.1Die Kartellbildung der internationalen Ölkonzerne60 2.3.2.2Die Auflösung des Kartells nach den Ölkrisen63 2.3.2.3Die Erklärung der Marktmacht anhand der Theorie zur vertikalen Integration66 2.3.3Fazit68 2.4Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach den Ölkrisen68 2.4.1Die wirtschaftlichen Folgen für die einheimischen Raffineriegesellschaften69 2.4.1.1Die Preisbildung im Upstream-Bereich69 2.4.1.2Die Preisbildung für Rohöl71 2.4.1.3Die Preisbildung im Downstream-Bereich72 2.4.1.4Die Preisbildung für Fertigprodukte73 2.4.1.5Die Preisspannen für Fertigprodukte am Rotterdamer Markt73 2.4.1.6Die Unternehmensstrukturen in der deutschen Mineralölindustrie unmittelbar nach den Ölkrisen74 2.4.1.7Zwischenfazit75 2.4.2Die Folgen der Ölkrise für die Raffineriewirtschaft in Deutschland76 2.4.2.1Die Vorteile voll integrierter Konzerne bei der Preisbildung77 2.4.2.2Die Ausgleichspotentiale internationaler Konzerne aufgrund vertikaler Integration und internationaler Ausrichtung78 2.4.2.3Die Vorteile der internationalen Konzerne aufgrund eines eigenen Upstream-Bereiches und einer preiswerten Versorgung mit Rohöl79 2.4.2.4Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen Texaco80 2.4.2.5Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Veba AG81 2.4.2.6Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen BP AG82 2.4.2.7Zwischenfazit83 2.4.3Der Einfluss der Spotmärkte84 2.4.3.1Die Auswirkungen des Spotmarktes auf die deutschen Raffinerien direkt nach den Ölkrisen84 2.4.3.2Der steigende Wettbewerbsdruck und die Unsicherheit bei der Preisentwicklung durch die Spotmärkte85 2.4.3.3Die zunehmende Konkurrenz durch freie Händler und Importeure87 2.4.3.4Zwischenfazit87 2.4.4Fazit88 2.5Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach 198588 2.5.1Der Ölpreisverfall von 1985/8689 2.5.1.1Die Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die heimischen Ölgesellschaften91 2.5.1.2Zwischenfazit92 2.5.2Das Scheitern der DEMINEX als privatwirtschaftliche Explorationsgesellschaft92 2.5.2.1Die neue Verteilung der Gesellschafteranteile und die neuen Zielsetzungen93 2.5.2.2Die E& P-Aktivitäten der DEMINEX95 2.5.2.3Die strategische Situation der DEMINEX95 2.5.2.4Zwischenfazit97 2.5.3Die Auflösung der nationalen integrierten Ölgesellschaften98 2.5.3.1Die unbefriedigende Ergebnissituation im Downstream-Bereich99 2.5.3.2Die steuerliche Belastung des Downstream-Bereiches101 2.5.3.3Der Rückzug der Veba aus dem Ölgeschäft101 2.5.3.4Der Rückzug der RWE-DEA aus dem Downstream-Bereich105 2.5.3.5Die heutige Situation im deutschen Mineralölbereich106 2.5.3.6Unabhängige Händler und Importeure108 2.5.3.7Die Integration ausländischer Unternehmen auf dem deutschen Markt109 2.5.3.8Zwischenfazit109 2.5.4Die Konzentration auf das Erdgas110 2.5.4.1Die Dominanz der Ölmajors im Gasgeschäft111 2.5.4.2Zwischenfazit114 2.5.5Fazit114 3.Schluss115 3.1Zusammenfassende Bewertung115 3.2Ausblick122 4.Literaturverzeichnis124 5.Anhang131 Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet?: Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der, Diplomica Verlag

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Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - Florian Weber
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Florian Weber:
Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - neues Buch

2003, ISBN: 9783832481407

ID: 9783832481407

Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das Thema, weil die Energiepolitik bis heute ständigen Veränderungen unterworfen ist. So sind die großen deutschen Mineralölunternehmen vom Markt verschwunden. Im Gas- und Strombereich bildeten sich stattdessen, auch mit Unterstützung der Bundesregierung, große einflussreiche Energiekonzerne. Die Unternehmen E.ON und RWE sind Beispiele für diese Energiepolitik. Deshalb ist es das Ziel dieser Diplomarbeit, die deutsche Situation im Zusammenhang mit dem Fehlen eines deutschen Konzerns aus ökonomischer und politischer Sicht aufzuzeigen. Dabei ist die Entwicklung der deutschen Erdölindustrie in Deutschland seit dem Beginn der industriellen Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts über die Auswirkungen der Ölkrisen bis heute zu betrachten. Gang der Untersuchung: Um den deutschen Sonderweg im Mineralölbereich darzustellen und die Frage zu beantworten, warum sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet hat, wird die folgende Hypothese aufgestellt und überprüft: Die vorherrschenden Rahmenbedingungen in Deutschland verhinderten das Entstehen eines integrierten nationalen Mineralölkonzerns. Die Überprüfung dieser Hypothese wird anhand von Unterhypothesen vorgenommen. Im ersten Abschnitt werden die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Erdölzeitalters und in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Es folgt die Untersuchung der ökonomischen Faktoren am Beginn der Weltwirtschaft des Erdöls und nach den Ölkrisen in den späten 1970er Jahren. Am Ende der Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Die politischen und ökonomischen Faktoren lassen sich nicht immer trennen. Sie können nicht ganz unabhängig voneinander betrachtet werden, weil sie sich oft gegenseitig beeinflussen. Inhaltsverzeichnis: I.Eidesstattliche ErklärungI II.Vorwort: DanksagungenII III.InhaltsübersichtIII IV.InhaltsverzeichnisV V.AbbildungsverzeichnisVIII VI.TabellenverzeichnisVIII VII.AbkürzungsverzeichnisIX 1.Einleitung1 1.1Problemstellung1 1.2Vorgehensweise3 1.3Definition der Begriffe4 1.4Die Stufen der Mineralölindustrie5 2.Untersuchung6 2.1Die politischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Ölzeitalters6 2.1.1Die Bagdadbahn7 2.1.2Die Steaua Romana8 2.1.3Die Folgen am Ende des Ersten Weltkrieges9 2.1.4Der Erste Weltkrieg und der Beginn der geopolitischen Bedeutung des Öls11 2.1.5Der Einstieg der APOC, der späteren BP, in den deutschen Markt12 2.1.6Die starke Präsenz internationaler Ölkonzerne in den 1930er Jahren13 2.1.7Fazit14 2.2Die politischen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland15 2.2.1Der Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg15 2.2.2Zwischenfazit17 2.2.3Die weitere Liberalisierung des Ölmarktes durch die Bundesregierung18 2.2.3.1Die Aufhebung der Schutzzölle und Steuererleichterungen19 2.2.3.2Die Benachteiligung aufgrund der großzügigen Steuergesetzgebung der internatonalen Mineralölgesellschaften durch die Heimatländer20 2.2.3.3Die Auswirkungen am Beispiel der DEA AG21 2.2.4Zwischenfazit22 2.2.5Die Gruppierung deutscher Ölinteressen durch die Bundesregierung22 2.2.5.1Die Ausgangslage in den 1960er Jahren22 2.2.5.2Die Gründung der Mineralölexplorationsgesellschaft (DEMINEX) ab 196625 2.2.5.3Die Gründung der neuen DEMINEX26 2.2.5.4Die Regelungen der Zusammenarbeit und die Rolle des Staates in der DEMINEX27 2.2.5.5Die großzügige Vertragsgestaltung zwischen Bund und Gesellschaftern in der DEMINEX28 2.2.5.6Die Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht der EWG29 2.2.5.7Die Situation der DEMINEX und die Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren29 2.2.5.8Die Veba-Gruppierung durch die Bundesregierung33 2.2.6Zwischenfazit34 2.2.7Die Konsequente ¿weg vom Öl¿-Politik nach den Ölkrisen in den Jahren 1973/74 und 197935 2.2.7.1Die Ursache für die Ölkrisen35 2.2.7.2Die gesellschaftspolitischen Folgen - eine neue Energiepolitik und ein neues Energiebewusstsein36 2.2.7.3Die liberale Grundhaltung gegenüber der Mineralölindustrie39 2.2.7.4Die Einschätzung der Auswirkungen durch die Politik40 2.2.7.5Die Förderung der heimischen Kohle41 2.2.7.6Die Abkehr von alten hin zu neuen energiepolitischen Zielsetzungen42 2.2.8Zwischenfazit43 2.2.9Die Belastung durch Umweltschutzauflagen44 2.2.9.1Die gesetzgeberischen Maßnahmen der Bundesregierung und die Folgen für die Mineralölunternehmen44 2.2.9.2Die Folgen für die heimischen Ölgesellschaften am Beispiel der RWE-DEA46 2.2.9.3Zwischenfazit47 2.2.10Die heutige deutsche und europäische Energiepolitik unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit47 2.2.10.1Die Situation der globalen Rohölreserven48 2.2.10.2Die Prognosen für die zukünftigen Reserven49 2.2.10.3Der technische Fortschritt in der Explorations- und Produktionstechnik49 2.2.10.4Die Versorgung des deutschen Marktes mit Rohölimporten50 2.2.10.5Die Versorgung des deutschen Marktes mit Produktimporten51 2.2.10.6Das Widerlegen der pessimistischen Preiserwartungen51 2.2.10.7Die Versorgung und die Energiepolitik der EU52 2.2.10.8Zwischenfazit54 2.2.11Fazit56 2.3Die ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu Beginn des Ölzeitalters57 2.3.1Die frühzeitige Monopolisierung des deutschen Marktes durch Standard Oil Company58 2.3.2Die Markteintrittsbarrieren - die Marktbeherrschung des Welterdölmarktes durch die Sieben Schwestern60 2.3.2.1Die Kartellbildung der internationalen Ölkonzerne60 2.3.2.2Die Auflösung des Kartells nach den Ölkrisen63 2.3.2.3Die Erklärung der Marktmacht anhand der Theorie zur vertikalen Integration66 2.3.3Fazit68 2.4Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach den Ölkrisen68 2.4.1Die wirtschaftlichen Folgen für die einheimischen Raffineriegesellschaften69 2.4.1.1Die Preisbildung im Upstream-Bereich69 2.4.1.2Die Preisbildung für Rohöl71 2.4.1.3Die Preisbildung im Downstream-Bereich72 2.4.1.4Die Preisbildung für Fertigprodukte73 2.4.1.5Die Preisspannen für Fertigprodukte am Rotterdamer Markt73 2.4.1.6Die Unternehmensstrukturen in der deutschen Mineralölindustrie unmittelbar nach den Ölkrisen74 2.4.1.7Zwischenfazit75 2.4.2Die Folgen der Ölkrise für die Raffineriewirtschaft in Deutschland76 2.4.2.1Die Vorteile voll integrierter Konzerne bei der Preisbildung77 2.4.2.2Die Ausgleichspotentiale internationaler Konzerne aufgrund vertikaler Integration und internationaler Ausrichtung78 2.4.2.3Die Vorteile der internationalen Konzerne aufgrund eines eigenen Upstream-Bereiches und einer preiswerten Versorgung mit Rohöl79 2.4.2.4Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen Texaco80 2.4.2.5Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Veba AG81 2.4.2.6Die Anpassungen der Ölgesellschaften am Beispiel der Deutschen BP AG82 2.4.2.7Zwischenfazit83 2.4.3Der Einfluss der Spotmärkte84 2.4.3.1Die Auswirkungen des Spotmarktes auf die deutschen Raffinerien direkt nach den Ölkrisen84 2.4.3.2Der steigende Wettbewerbsdruck und die Unsicherheit bei der Preisentwicklung durch die Spotmärkte85 2.4.3.3Die zunehmende Konkurrenz durch freie Händler und Importeure87 2.4.3.4Zwischenfazit87 2.4.4Fazit88 2.5Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Mineralölwirtschaft nach 198588 2.5.1Der Ölpreisverfall von 1985/8689 2.5.1.1Die Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die heimischen Ölgesellschaften91 2.5.1.2Zwischenfazit92 2.5.2Das Scheitern der DEMINEX als privatwirtschaftliche Explorationsgesellschaft92 2.5.2.1Die neue Verteilung der Gesellschafteranteile und die neuen Zielsetzungen93 2.5.2.2Die E&P-Aktivitäten der DEMINEX95 2.5.2.3Die strategische Situation der DEMINEX95 2.5.2.4Zwischenfazit97 2.5.3Die Auflösung der nationalen integrierten Ölgesellschaften98 2.5.3.1Die unbefriedigende Ergebnissituation im Downstream-Bereich99 2.5.3.2Die steuerliche Belastung des Downstream-Bereiches101 2.5.3.3Der Rückzug der Veba aus dem Ölgeschäft101 2.5.3.4Der Rückzug der RWE-DEA aus dem Downstream-Bereich105 2.5.3.5Die heutige Situation im deutschen Mineralölbereich106 2.5.3.6Unabhängige Händler und Importeure108 2.5.3.7Die Integration ausländischer Unternehmen auf dem deutschen Markt109 2.5.3.8Zwischenfazit109 2.5.4Die Konzentration auf das Erdgas110 2.5.4.1Die Dominanz der Ölmajors im Gasgeschäft111 2.5.4.2Zwischenfazit114 2.5.5Fazit114 3.Schluss115 3.1Zusammenfassende Bewertung115 3.2Ausblick122 4.Literaturverzeichnis124 5.Anhang131 Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet?: Inhaltsangabe:Einleitung: Deutschland ist in Westeuropa der einzige größere Staat ohne einen integrierten nationalen Mineralölkonzern. Anders als in Frankreich (TotalFinaElf), Italien (ENI), den Niederlanden (Royal Dutch Shell) oder Großbritannien (BP) existiert hier kein vergleichbarer Konzern, obwohl in anderen Schlüsselindustrien wie dem Chemie- oder dem Automobilbereich starke multinationale Unternehmen vorhanden sind. Was ist die Motivation für Nationen, einen integrierten nationalen Mineralölkonzern zu schaffen oder zu fördern Erdöl hat eine strategische Bedeutung für Staaten, da es bis heute als Energieträger für Volkswirtschaften unverzichtbar ist. Erdöl kann nicht vollständig durch andere Kohlenwasserstoffe ersetzt werden. Der Verkehrssektor ist heute in hohem Maße auf Mineralölprodukte angewiesen. Regierungen haben deshalb ein Interesse an nationalen Mineralölkonzernen, um die Versorgung des Landes sicherzustellen. Da die meisten Verbraucherstaaten über keine oder nur geringe Ölquellen verfügen, stellen heimische Ölkonzerne, die über ausländische Ölquellen verfügen, eine Möglichkeit dar, die Versorgung zu gewährleisten. Amerikanische Unternehmen wie Standard Oil waren von Anfang an führend im Ölgeschäft. Der amerikanische Staat war nie an den Unternehmen beteiligt, unterstützte aber politisch die Gründung von Betrieben im Ausland. Großbritannien baute auf Grundlage der Kolonien im Nahen Osten die BP auf, an welcher der Staat seither beteiligt ist. Die niederländische Royal Dutch Shell entstand aufgrund politischer Einflussnahme bei der Förderung in Lateinamerika und Asien. Diese Beispiele zeigen, dass mit staatlicher Unterstützung große Ölgesellschaften entstanden. Ein wichtiger Hintergrund dieses Engagements war die nationale Versorgungssicherheit. Die Mineralölindustrie ist ein Wirtschaftsbereich, in dem sich die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte in besonderem Maße widerspiegeln. Es herrschte früher wie heute ein starker Wettbewerb, der durch die großen multinationalen Konzerne geprägt ist. Hier finden Entwicklungen hin zu Konzentration und vertikaler Integration von Unternehmen statt. Die Bundesregierung hat sich fast komplett aus der Gestaltung der Mineralölindustrie zurückgezogen und überlässt diesen Wirtschaftsbereich alleinig den überwiegend multinationalen Unternehmen und den Kräften des freien Marktes. Gestaltungsmöglichkeiten seitens des Staates sind deshalb kaum vorhanden. Das wird auch an folgender Aussage des Wirtschaftsministers Clement vom Sommer 2003 bei einer Veranstaltung des Mineralölwirtschaftsverbandes vor Repräsentanten der internationalen Ölkonzerne deutlich: Er habe ¿erst jetzt den Wert deutscher Mütter schätzen gelernt¿. Damit wurde ausgesagt, dass er den Einfluss, den er über deutsche Unternehmen wie RAG, Ruhrgas oder E.ON auf die Kohle- und Erdgasindustrie hat, im Bereich der Mineralölindustrie vermisst. Praktische Relevanz besitzt das, Diplomica Verlag

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Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - Florian Weber
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Florian Weber:
Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? - Erstausgabe

2004, ISBN: 9783832481407

ID: 28214415

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