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Die Zeit heilt alle Wunden? - Janine Bidinger
(*)
Janine Bidinger:
Die Zeit heilt alle Wunden? - neues Buch

ISBN: 9783832480226

ID: 9783832480226

Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erinnerung bei psychisch traumatisierten Kindern Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Diese Arbeit wurde also auch von der Frage geleitet, wie solche Wiederholungen unterbrochen werden können. Für das Thema Trauma habe ich mich entschieden, da die meisten Kinder, denen ich als Heilpädagogin begegnet bin, aber auch viele Mütter und Väter mit denen ich gearbeitet habe, einen Teil ihres Lebens unter traumatisierenden Bedingungen verbracht haben. Viele Menschen haben ein Trauma erlebt, müssen jedoch keine pathologische Störung daraus entwickeln. Nach der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert, möchte ich diese Arbeit jedoch jenen widmen, die als Folge des Traumas Probleme in der Bewältigung ihres Lebens entwickelten. Dabei ist die Re-Inszenierung eine mögliche Folge von Trauma. In dieser Arbeit habe ich mich mit psychischen Wunden der Kinder in der Heimerziehung beschäftigt, mit denen wir als Heilpädagogen immer wieder konfrontiert werden, ohne das es uns oder den Kindern bewusst wäre. Als psychische Wunde wird in dieser Arbeit eine psychische Traumatisierung zugrunde gelegt. Eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert soll eine Verstehensbasis für die fremduntergebrachten Kinder bieten. Die Re-Inszenierung des psychischen Konflikts, der in dem Trauma entsteht, mit dem Heilpädagogen bietet eine Möglichkeit der heilsamen Erinnerung an das Trauma. Die Entstehung des psychischen Konflikts im Trauma wird aus psychoanalytischer Sicht betrachtet. Daraufhin geht es um die Begegnung zwischen traumatisierten Kind und Heilpädagogin in der Heimerziehung, in der der psychische Konflikt re- inszeniert werden kann, hierbei wird die Rolle der Heilpädagogin beleuchtet sowie die Möglichkeiten einer Verarbeitung des Traumas für das Kind in diesem Setting. Theoretische Erkenntnisse über Traumata und Re-Inszenierungen psychischer Konflikte sind unerlässlich in der Arbeit mit fremduntergebrachten Kindern. Durch ein tieferes Verständnis der Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogen können sowohl Belastungen der Kinder als auch der Pädagogen reduziert werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, das in den scheinbar unangemessenen Verhaltensweisen fremduntergebrachter Kinder ein Sinn gesehen werden kann und Verstrickungen der Pädagogen erklärbar und reflektierbar werden. Wenn die Heilpädagogin durch Reflektion der Gegenübertagungsgefühle mit Hilfe der Konzepte des szenischen Verstehens und förderndes Dialogs auf das Kind eingehen und ihm eine adäquate Antwort geben kann wird eine Integration in das Selbst möglich. Aus kontextuellen Gründen bezieht sich der Schwerpunkt der Arbeit auf interpersonell traumatische Erfahrungen innerhalb des eigenen Familiensystems. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei in Bereichen des sexuellen Missbrauchs, psychischer und physischer Misshandlung sowie Verwahrlosung. Die Teilgebiete der traumatisierenden Katastrophen und Unglücke mussten aus Platzgründen und der Übersichtlichkeit halber ausgeklammert werden. Als Einleitung in das Thema dieser Arbeit möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Erfahrung heranziehen. Ich werde hier die Ausdrucksform `PädagogInnen¿ verwenden, da mehrere Professionen verschiedenen Geschlechts gemeint sind. Thomas ist ein 8 Jahre alter Junge. Er lebt in einer heilpädagogischen Wohngruppe mit neun anderen Mädchen und Jungen. Besondere Probleme im Umgang mit Thomas ergeben sich dadurch, dass er immer wieder Regeln und Grenzen austestet und bei jeder Gelegenheit provoziert. Er fordert immer wieder eine wiederholte Erklärung der Gruppenregeln und seiner Grenzen, obwohl er sie selbst nur zu gut weiß. Setzt man ihm die Grenzen und weist ihn auf bestehende Gruppenregeln hin, dann kommt es in Folge häufig zu Wutanfällen und Machtkämpfen zwischen ihm und den PädagogInnen. Hierfür reichen kleine Anlässe, wie die Aufforderung, zum Abendessen in die Gruppe zu kommen oder das Verbot einen bestimmten Film im Abendprogramm zu sehen, manchmal schon aus. Dann fängt er an, die PädagogInnen zu beschimpfen. Macht Sachen der Gruppe kaputt und schimpft laut vor sich hin, bis man ihn zur Beruhigung in sein Zimmer schickt. Er hat in solchen Situationen ein `fieses Grinsen` und tut so, als wäre ihm die Bestrafung egal. In seinem Zimmer fängt er dann an zu randalieren, bis die PädagogInnen reagieren müssen. Er provoziert scheinbar eine härtere Strafe. Die PädagogInnen ihrerseits fühlen sich in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hilflos und ohnmächtig und verspüren gleichzeitig Wut und eigene aggressive Impulse. Sie empfinden ihn in Wutanfällen oft als mächtig, als habe er sie `in der Hand`. Sie stellen daraufhin immer mehr Regeln und Strafen für Thomas auf und versuchen sich so auf Machtkämpfe mit Thomas vorzubereiten. Ich habe Thomas in meinem Anerkennungsjahr zur Erzieherin kennen gelernt. Als wir einmal am Abendessenstisch saßen, sah ich, dass er noch ein Spielzeug bei sich trug, mit dem er unter dem Tisch spielte und auch andere Kinder damit ablenkte. Ich bat ihn, das Spielzeug zur Seite zu legen, damit alle einschließlich ihm selbst in Ruhe essen könnten. Er legte es erst zur Seite, nahm es aber kurze Zeit später wieder hervor und schien darauf bedacht, dass ich es merke. Ich bat ihn nun, mir das Spielzeug zu geben, damit ich es aus seiner Reichweite legen konnte. Er beteuerte daraufhin in einem übertrieben freundlichem Ton, es selbst wegzulegen und nicht wieder anzufassen, grinste aber gleichzeitig provokativ. Ich bat ihn erneut um das Spielzeug, woraufhin er es mir zwar gab, aber anfing, mich zu beschimpfen. `Sie sind gemein, fies! So was machen nur Sie! Sie können mich mal! So was darf man nur bei Ihnen nicht`. Gleichzeitig beschimpfte er Kinder, die ihn aufgrund seines Ausbruchs erstaunt ansahen, dass sie ihn nicht so `anglotzen¿ sollen. Um das Abendessen für die anderen Kinder weiter zu er-möglichen, forderte ich ihn auf, vom Tisch aufzustehen und in sein Zimmer zu gehen, er könne später weiter essen, wenn er sich beruhigt habe und alle anderen fertig seien. Daraufhin stand er zwar auf und ging nach oben, beschädigte auf dem Weg aber noch mehrere Sachen, provozierte die anderen Kinder mit Sprüchen und schimpfte laut vor sich hin. Im Zimmer fing er an, einen Tennisball permanent gegen die Tür zu werfen und durchs geöffnete Fenster Kinder, die draußen spielten, zu beschimpfen. Immer wieder beschimpfte er auch mich. Ich schaute zwischendurch nach ihm und sprach mit ihm ab, dass, wenn er ruhiger geworden war, er wieder am Gruppenleben teil haben kann. Er schien nicht empfänglich für diese Worte. Ihm schien alles egal. Er wirkte auf mich mächtig und hatte einen missachtenden Gesichtsausdruck. Zehn Minuten später, die er im Zimmer verbracht hatte, war Thomas dann ansprechbar und vollkommen ruhig. Er wirkte danach auf mich, als wolle er weinen, tat dies aber nicht. Ich habe mich in dieser und vielen anderen ähnlichen Konflikten sowohl hilflos als auch ohnmächtig gefühlt. Gleichzeitig hat mich das in meinen Augen unverständliche und unnötig heftige Verhalten von Thomas wütend gemacht. Ich spürte in mir den Wunsch, ihn durch Strafen wieder `unter Kontrolle` zu bringen. Denn in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hatte ich eher das Gefühl, dass er mich unter Kontrolle hat. Mit vielen ähnlich anmutenden Situationen bin ich oft in meiner beruflichen Praxis konfrontiert worden, ebenso konnte ich viele solcher Konflikte zwischen KollegInnen und Kindern beobachten. Was ist nun das Besondere an diesem Verhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen Erkennbar ist hierbei, dass das Ausmaß der Reaktion der Kinder und der PädagogInnen nicht mehr dem Auslöser und der Lage angemessen ist. Es gibt zwar einen Auslöser auf der Realebene, doch betrachtet man den weiteren Verlauf der Szene , hat man das Gefühl, dass sich Kind und PädagogInnen auf einer anderen Ebene bewegen als dieser. Die Kinder verhalten sich so asozial, dass das Ausmaß und die Form ihres Verhaltens sich nicht mehr mit der Situation erklären lässt. Die Kinder handeln höchst aggressiv, provokativ und destruktiv. Die PädagogInnen fühlen sich daraufhin hilflos, ohnmächtig, wütend und reagieren mit Kontrollversuchen wie Drohungen, Strafen und ähnlichem. Ich werde in dieser Arbeit sowohl für die Reaktion des Kindes als auch der PädagogInnen eine Erklärung darstellen. Dabei werde ich mich auf die Profession der Heilpädagogin beschränken, außer bei der Darstellung des Fallbeispiels. Diese Arbeit zeigt hinsichtlich des strukturellen Aufbaus eine Herangehensweise, die funktional an Handlungskonzepte der Heilpädagogik angelehnt ist. Dabei bringt einerseits die Heilpädagogin einige Grundhaltungen und Kompetenzen in ihre Tätigkeit mit (Kapitel 2), zum anderen hat das Kind, bevor es der Heilpädagogin anvertraut wird, gewisse Erfahrungen gemacht. Ich gehe in dieser Arbeit davon aus, dass diese Kinder traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und werde daher in Kapitel 3 `Trauma und dessen Folgen¿ ausführlich beschreiben, um eine Verstehensbasis für diese Kinder darzulegen. Beide treffen nun im Heimalltag aufeinander und die Interaktion ist geprägt von den Erfahrungen des Kindes. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Situationen zu verstehen sind. In Kapitel 5 wird die Rolle der Heilpädagogin in diesem Prozess eine Rolle spielen und heilpädagogische Konzepte, die dazu beitragen können, dass die Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogin zu einer heilsamen Erfahrung werden kann. Vor allem bei den Darstellungen zum Trauma habe ich wissenschaftsübergreifende Erkenntnisse eingebracht, während ich mich in Kapitel 4 hauptsächlich der Psychoanalyse als Erklärungsansatz zugewandt habe. Begründungen und Erläuterungen zur Begriffswahl habe ich immer an entsprechenden Stellen eingefügt. An dieser Stelle möchte ich jedoch darauf hinweisen, das ich psychisches Trauma, Traumatisierung und traumatische Erfahrung synonym verwende. Da ich in dieser Arbeit nur von psychischer Traumatisierung spreche, werde ich zugunsten der besseren Lesbarkeit den Zusatz psychisch nicht immer beifügen. Leider wurde schnell deutlich, dass der Rahmen der Diplomarbeit nicht ausreichen wird, um die Komplexität des Themas ¿Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erfahrung bei psychisch traumatisierten Kindern¿ darzustellen. Deshalb mussten leider viele Aspekte dieses Thema unbeachtet bleiben oder konnten nur ansatzweise erläutert werden. Inhaltsverzeichnis: 1.Vorwort: Kinder, die hilflos machen6 2.¿Wir müssen das Kind verstehen, bevor wir es erziehen!¿ - ein heilpädagogischer Verstehensansatz10 2.1Selbstverständnis der Heilpädagogik10 2.2Heilpädagogisches Menschenbild11 2.3Personales Angebot12 2.4Heilpädagogische Methodik/Therapeutik13 2.5heilpädagogisches Milieu14 3.Psychische Traumatisierung bei Kindern16 3.1Die Entwicklung der Traumaforschung16 3.2Definition von psychischen Trauma20 3.2.1Allgemeine Definition20 3.2.2Kinderspezifische Definition22 3.3Definition traumatischer Erfahrungen25 3.4Individualität von Trauma27 3.4.1Die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren27 3.4.2Trauma und Entwicklung30 3.4.2.1Das Bindungsverhalten31 3.4.2.2Die Hirnentwicklung35 3.4.3Unmittelbare Reaktion in einer traumatischen Situation37 3.5Reaktion auf das Trauma40 3.5.1Intrusion40 3.5.2Konstriktion43 3.5.3Hyperarousel44 3.6Die posttraumatische Belastungsstörung46 4.Re-Inszenierung psychischer Konflikte als Folge des unverarbeiteten Traumas54 4.1Psychoanalyse54 4.1.1Grundannahmen der Psychoanalyse55 4.1.2Die Relevanz der Psychoanalyse57 4.1.3Psychoanalyse und Trauma58 4.2Der psychische Konflikt59 4.3Abwehrmechanismen bei Traumatisierung die zur Re-Inszenierung führen61 4.4Zum Phänomen derRe-Inszenierung69 4.5Das Konzept der Übertragung und Gegenübertragung als Basis der Re-Inszenierung74 4.6Das Motiv der Re-Inszenierung76 5.Die Bedeutung der heilpädagogischen Beziehung in der Re-Inszenierung83 5.1Die Real- und Übertragungsbeziehung83 5.2Übertragungsauslöser84 5.3Die Auswirkungen der Re-Inszenierung auf die Heilpädagogin in der Gegenübertragung86 5.4Szenisches Verstehen und fördernder Dialog als heilpädagogische Antwort90 6.Nachwort97 7.Literaturverzeichnis102 Die Zeit heilt alle Wunden?: Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Elte, Diplomica Verlag

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Die Zeit heilt alle Wunden? - Janine Bidinger
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Die Zeit heilt alle Wunden? - neues Buch

ISBN: 9783832480226

ID: 9783832480226

Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erinnerung bei psychisch traumatisierten Kindern Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Diese Arbeit wurde also auch von der Frage geleitet, wie solche Wiederholungen unterbrochen werden können. Für das Thema Trauma habe ich mich entschieden, da die meisten Kinder, denen ich als Heilpädagogin begegnet bin, aber auch viele Mütter und Väter mit denen ich gearbeitet habe, einen Teil ihres Lebens unter traumatisierenden Bedingungen verbracht haben. Viele Menschen haben ein Trauma erlebt, müssen jedoch keine pathologische Störung daraus entwickeln. Nach der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert, möchte ich diese Arbeit jedoch jenen widmen, die als Folge des Traumas Probleme in der Bewältigung ihres Lebens entwickelten. Dabei ist die Re-Inszenierung eine mögliche Folge von Trauma. In dieser Arbeit habe ich mich mit psychischen Wunden der Kinder in der Heimerziehung beschäftigt, mit denen wir als Heilpädagogen immer wieder konfrontiert werden, ohne das es uns oder den Kindern bewusst wäre. Als psychische Wunde wird in dieser Arbeit eine psychische Traumatisierung zugrunde gelegt. Eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert soll eine Verstehensbasis für die fremduntergebrachten Kinder bieten. Die Re-Inszenierung des psychischen Konflikts, der in dem Trauma entsteht, mit dem Heilpädagogen bietet eine Möglichkeit der heilsamen Erinnerung an das Trauma. Die Entstehung des psychischen Konflikts im Trauma wird aus psychoanalytischer Sicht betrachtet. Daraufhin geht es um die Begegnung zwischen traumatisierten Kind und Heilpädagogin in der Heimerziehung, in der der psychische Konflikt re- inszeniert werden kann, hierbei wird die Rolle der Heilpädagogin beleuchtet sowie die Möglichkeiten einer Verarbeitung des Traumas für das Kind in diesem Setting. Theoretische Erkenntnisse über Traumata und Re-Inszenierungen psychischer Konflikte sind unerlässlich in der Arbeit mit fremduntergebrachten Kindern. Durch ein tieferes Verständnis der Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogen können sowohl Belastungen der Kinder als auch der Pädagogen reduziert werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, das in den scheinbar unangemessenen Verhaltensweisen fremduntergebrachter Kinder ein Sinn gesehen werden kann und Verstrickungen der Pädagogen erklärbar und reflektierbar werden. Wenn die Heilpädagogin durch Reflektion der Gegenübertagungsgefühle mit Hilfe der Konzepte des szenischen Verstehens und förderndes Dialogs auf das Kind eingehen und ihm eine adäquate Antwort geben kann wird eine Integration in das Selbst möglich. Aus kontextuellen Gründen bezieht sich der Schwerpunkt der Arbeit auf interpersonell traumatische Erfahrungen innerhalb des eigenen Familiensystems. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei in Bereichen des sexuellen Missbrauchs, psychischer und physischer Misshandlung sowie Verwahrlosung. Die Teilgebiete der traumatisierenden Katastrophen und Unglücke mussten aus Platzgründen und der Übersichtlichkeit halber ausgeklammert werden. Als Einleitung in das Thema dieser Arbeit möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Erfahrung heranziehen. Ich werde hier die Ausdrucksform `PädagogInnen¿ verwenden, da mehrere Professionen verschiedenen Geschlechts gemeint sind. Thomas ist ein 8 Jahre alter Junge. Er lebt in einer heilpädagogischen Wohngruppe mit neun anderen Mädchen und Jungen. Besondere Probleme im Umgang mit Thomas ergeben sich dadurch, dass er immer wieder Regeln und Grenzen austestet und bei jeder Gelegenheit provoziert. Er fordert immer wieder eine wiederholte Erklärung der Gruppenregeln und seiner Grenzen, obwohl er sie selbst nur zu gut weiß. Setzt man ihm die Grenzen und weist ihn auf bestehende Gruppenregeln hin, dann kommt es in Folge häufig zu Wutanfällen und Machtkämpfen zwischen ihm und den PädagogInnen. Hierfür reichen kleine Anlässe, wie die Aufforderung, zum Abendessen in die Gruppe zu kommen oder das Verbot einen bestimmten Film im Abendprogramm zu sehen, manchmal schon aus. Dann fängt er an, die PädagogInnen zu beschimpfen. Macht Sachen der Gruppe kaputt und schimpft laut vor sich hin, bis man ihn zur Beruhigung in sein Zimmer schickt. Er hat in solchen Situationen ein `fieses Grinsen` und tut so, als wäre ihm die Bestrafung egal. In seinem Zimmer fängt er dann an zu randalieren, bis die PädagogInnen reagieren müssen. Er provoziert scheinbar eine härtere Strafe. Die PädagogInnen ihrerseits fühlen sich in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hilflos und ohnmächtig und verspüren gleichzeitig Wut und eigene aggressive Impulse. Sie empfinden ihn in Wutanfällen oft als mächtig, als habe er sie `in der Hand`. Sie stellen daraufhin immer mehr Regeln und Strafen für Thomas auf und versuchen sich so auf Machtkämpfe mit Thomas vorzubereiten. Ich habe Thomas in meinem Anerkennungsjahr zur Erzieherin kennen gelernt. Als wir einmal am Abendessenstisch saßen, sah ich, dass er noch ein Spielzeug bei sich trug, mit dem er unter dem Tisch spielte und auch andere Kinder damit ablenkte. Ich bat ihn, das Spielzeug zur Seite zu legen, damit alle einschließlich ihm selbst in Ruhe essen könnten. Er legte es erst zur Seite, nahm es aber kurze Zeit später wieder hervor und schien darauf bedacht, dass ich es merke. Ich bat ihn nun, mir das Spielzeug zu geben, damit ich es aus seiner Reichweite legen konnte. Er beteuerte daraufhin in einem übertrieben freundlichem Ton, es selbst wegzulegen und nicht wieder anzufassen, grinste aber gleichzeitig provokativ. Ich bat ihn erneut um das Spielzeug, woraufhin er es mir zwar gab, aber anfing, mich zu beschimpfen. `Sie sind gemein, fies! So was machen nur Sie! Sie können mich mal! So was darf man nur bei Ihnen nicht`. Gleichzeitig beschimpfte er Kinder, die ihn aufgrund seines Ausbruchs erstaunt ansahen, dass sie ihn nicht so `anglotzen¿ sollen. Um das Abendessen für die anderen Kinder weiter zu er-möglichen, forderte ich ihn auf, vom Tisch aufzustehen und in sein Zimmer zu gehen, er könne später weiter essen, wenn er sich beruhigt habe und alle anderen fertig seien. Daraufhin stand er zwar auf und ging nach oben, beschädigte auf dem Weg aber noch mehrere Sachen, provozierte die anderen Kinder mit Sprüchen und schimpfte laut vor sich hin. Im Zimmer fing er an, einen Tennisball permanent gegen die Tür zu werfen und durchs geöffnete Fenster Kinder, die draußen spielten, zu beschimpfen. Immer wieder beschimpfte er auch mich. Ich schaute zwischendurch nach ihm und sprach mit ihm ab, dass, wenn er ruhiger geworden war, er wieder am Gruppenleben teil haben kann. Er schien nicht empfänglich für diese Worte. Ihm schien alles egal. Er wirkte auf mich mächtig und hatte einen missachtenden Gesichtsausdruck. Zehn Minuten später, die er im Zimmer verbracht hatte, war Thomas dann ansprechbar und vollkommen ruhig. Er wirkte danach auf mich, als wolle er weinen, tat dies aber nicht. Ich habe mich in dieser und vielen anderen ähnlichen Konflikten sowohl hilflos als auch ohnmächtig gefühlt. Gleichzeitig hat mich das in meinen Augen unverständliche und unnötig heftige Verhalten von Thomas wütend gemacht. Ich spürte in mir den Wunsch, ihn durch Strafen wieder `unter Kontrolle` zu bringen. Denn in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hatte ich eher das Gefühl, dass er mich unter Kontrolle hat. Mit vielen ähnlich anmutenden Situationen bin ich oft in meiner beruflichen Praxis konfrontiert worden, ebenso konnte ich viele solcher Konflikte zwischen KollegInnen und Kindern beobachten. Was ist nun das Besondere an diesem Verhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen Erkennbar ist hierbei, dass das Ausmaß der Reaktion der Kinder und der PädagogInnen nicht mehr dem Auslöser und der Lage angemessen ist. Es gibt zwar einen Auslöser auf der Realebene, doch betrachtet man den weiteren Verlauf der Szene , hat man das Gefühl, dass sich Kind und PädagogInnen auf einer anderen Ebene bewegen als dieser. Die Kinder verhalten sich so asozial, dass das Ausmaß und die Form ihres Verhaltens sich nicht mehr mit der Situation erklären lässt. Die Kinder handeln höchst aggressiv, provokativ und destruktiv. Die PädagogInnen fühlen sich daraufhin hilflos, ohnmächtig, wütend und reagieren mit Kontrollversuchen wie Drohungen, Strafen und ähnlichem. Ich werde in dieser Arbeit sowohl für die Reaktion des Kindes als auch der PädagogInnen eine Erklärung darstellen. Dabei werde ich mich auf die Profession der Heilpädagogin beschränken, außer bei der Darstellung des Fallbeispiels. Diese Arbeit zeigt hinsichtlich des strukturellen Aufbaus eine Herangehensweise, die funktional an Handlungskonzepte der Heilpädagogik angelehnt ist. Dabei bringt einerseits die Heilpädagogin einige Grundhaltungen und Kompetenzen in ihre Tätigkeit mit (Kapitel 2), zum anderen hat das Kind, bevor es der Heilpädagogin anvertraut wird, gewisse Erfahrungen gemacht. Ich gehe in dieser Arbeit davon aus, dass diese Kinder traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und werde daher in Kapitel 3 `Trauma und dessen Folgen¿ ausführlich beschreiben, um eine Verstehensbasis für diese Kinder darzulegen. Beide treffen nun im Heimalltag aufeinander und die Interaktion ist geprägt von den Erfahrungen des Kindes. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Situationen zu verstehen sind. In Kapitel 5 wird die Rolle der Heilpädagogin in diesem Prozess eine Rolle spielen und heilpädagogische Konzepte, die dazu beitragen können, dass die Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogin zu einer heilsamen Erfahrung werden kann. Vor allem bei den Darstellungen zum Trauma habe ich wissenschaftsübergreifende Erkenntnisse eingebracht, während ich mich in Kapitel 4 hauptsächlich der Psychoanalyse als Erklärungsansatz zugewandt habe. Begründungen und Erläuterungen zur Begriffswahl habe ich immer an entsprechenden Stellen eingefügt. An dieser Stelle möchte ich jedoch darauf hinweisen, das ich psychisches Trauma, Traumatisierung und traumatische Erfahrung synonym verwende. Da ich in dieser Arbeit nur von psychischer Traumatisierung spreche, werde ich zugunsten der besseren Lesbarkeit den Zusatz psychisch nicht immer beifügen. Leider wurde schnell deutlich, dass der Rahmen der Diplomarbeit nicht ausreichen wird, um die Komplexität des Themas ¿Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erfahrung bei psychisch traumatisierten Kindern¿ darzustellen. Deshalb mussten leider viele Aspekte dieses Thema unbeachtet bleiben oder konnten nur ansatzweise erläutert werden. Inhaltsverzeichnis: 1.Vorwort: Kinder, die hilflos machen6 2.¿Wir müssen das Kind verstehen, bevor wir es erziehen!¿ - ein heilpädagogischer Verstehensansatz10 2.1Selbstverständnis der Heilpädagogik10 2.2Heilpädagogisches Menschenbild11 2.3Personales Angebot12 2.4Heilpädagogische Methodik/Therapeutik13 2.5heilpädagogisches Milieu14 3.Psychische Traumatisierung bei Kindern16 3.1Die Entwicklung der Traumaforschung16 3.2Definition von psychischen Trauma20 3.2.1Allgemeine Definition20 3.2.2Kinderspezifische Definition22 3.3Definition traumatischer Erfahrungen25 3.4Individualität von Trauma27 3.4.1Die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren27 3.4.2Trauma und Entwicklung30 3.4.2.1Das Bindungsverhalten31 3.4.2.2Die Hirnentwicklung35 3.4.3Unmittelbare Reaktion in einer traumatischen Situation37 3.5Reaktion auf das Trauma40 3.5.1Intrusion40 3.5.2Konstriktion43 3.5.3Hyperarousel44 3.6Die posttraumatische Belastungsstörung46 4.Re-Inszenierung psychischer Konflikte als Folge des unverarbeiteten Traumas54 4.1Psychoanalyse54 4.1.1Grundannahmen der Psychoanalyse55 4.1.2Die Relevanz der Psychoanalyse57 4.1.3Psychoanalyse und Trauma58 4.2Der psychische Konflikt59 4.3Abwehrmechanismen bei Traumatisierung die zur Re-Inszenierung führen61 4.4Zum Phänomen derRe-Inszenierung69 4.5Das Konzept der Übertragung und Gegenübertragung als Basis der Re-Inszenierung74 4.6Das Motiv der Re-Inszenierung76 5.Die Bedeutung der heilpädagogischen Beziehung in der Re-Inszenierung83 5.1Die Real- und Übertragungsbeziehung83 5.2Übertragungsauslöser84 5.3Die Auswirkungen der Re-Inszenierung auf die Heilpädagogin in der Gegenübertragung86 5.4Szenisches Verstehen und fördernder Dialog als heilpädagogische Antwort90 6.Nachwort97 7.Literaturverzeichnis102 Die Zeit heilt alle Wunden?: Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Elt, Diplomica Verlag

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ID: 9783832480226

Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erinnerung bei psychisch traumatisierten Kindern Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Diese Arbeit wurde also auch von der Frage geleitet, wie solche Wiederholungen unterbrochen werden können. Für das Thema Trauma habe ich mich entschieden, da die meisten Kinder, denen ich als Heilpädagogin begegnet bin, aber auch viele Mütter und Väter mit denen ich gearbeitet habe, einen Teil ihres Lebens unter traumatisierenden Bedingungen verbracht haben. Viele Menschen haben ein Trauma erlebt, müssen jedoch keine pathologische Störung daraus entwickeln. Nach der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert, möchte ich diese Arbeit jedoch jenen widmen, die als Folge des Traumas Probleme in der Bewältigung ihres Lebens entwickelten. Dabei ist die Re-Inszenierung eine mögliche Folge von Trauma. In dieser Arbeit habe ich mich mit psychischen Wunden der Kinder in der Heimerziehung beschäftigt, mit denen wir als Heilpädagogen immer wieder konfrontiert werden, ohne das es uns oder den Kindern bewusst wäre. Als psychische Wunde wird in dieser Arbeit eine psychische Traumatisierung zugrunde gelegt. Eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert soll eine Verstehensbasis für die fremduntergebrachten Kinder bieten. Die Re-Inszenierung des psychischen Konflikts, der in dem Trauma entsteht, mit dem Heilpädagogen bietet eine Möglichkeit der heilsamen Erinnerung an das Trauma. Die Entstehung des psychischen Konflikts im Trauma wird aus psychoanalytischer Sicht betrachtet. Daraufhin geht es um die Begegnung zwischen traumatisierten Kind und Heilpädagogin in der Heimerziehung, in der der psychische Konflikt re- inszeniert werden kann, hierbei wird die Rolle der Heilpädagogin beleuchtet sowie die Möglichkeiten einer Verarbeitung des Traumas für das Kind in diesem Setting. Theoretische Erkenntnisse über Traumata und Re-Inszenierungen psychischer Konflikte sind unerlässlich in der Arbeit mit fremduntergebrachten Kindern. Durch ein tieferes Verständnis der Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogen können sowohl Belastungen der Kinder als auch der Pädagogen reduziert werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, das in den scheinbar unangemessenen Verhaltensweisen fremduntergebrachter Kinder ein Sinn gesehen werden kann und Verstrickungen der Pädagogen erklärbar und reflektierbar werden. Wenn die Heilpädagogin durch Reflektion der Gegenübertagungsgefühle mit Hilfe der Konzepte des szenischen Verstehens und förderndes Dialogs auf das Kind eingehen und ihm eine adäquate Antwort geben kann wird eine Integration in das Selbst möglich. Aus kontextuellen Gründen bezieht sich der Schwerpunkt der Arbeit auf interpersonell traumatische Erfahrungen innerhalb des eigenen Familiensystems. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei in Bereichen des sexuellen Missbrauchs, psychischer und physischer Misshandlung sowie Verwahrlosung. Die Teilgebiete der traumatisierenden Katastrophen und Unglücke mussten aus Platzgründen und der Übersichtlichkeit halber ausgeklammert werden. Als Einleitung in das Thema dieser Arbeit möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Erfahrung heranziehen. Ich werde hier die Ausdrucksform `PädagogInnen¿ verwenden, da mehrere Professionen verschiedenen Geschlechts gemeint sind. Thomas ist ein 8 Jahre alter Junge. Er lebt in einer heilpädagogischen Wohngruppe mit neun anderen Mädchen und Jungen. Besondere Probleme im Umgang mit Thomas ergeben sich dadurch, dass er immer wieder Regeln und Grenzen austestet und bei jeder Gelegenheit provoziert. Er fordert immer wieder eine wiederholte Erklärung der Gruppenregeln und seiner Grenzen, obwohl er sie selbst nur zu gut weiß. Setzt man ihm die Grenzen und weist ihn auf bestehende Gruppenregeln hin, dann kommt es in Folge häufig zu Wutanfällen und Machtkämpfen zwischen ihm und den PädagogInnen. Hierfür reichen kleine Anlässe, wie die Aufforderung, zum Abendessen in die Gruppe zu kommen oder das Verbot einen bestimmten Film im Abendprogramm zu sehen, manchmal schon aus. Dann fängt er an, die PädagogInnen zu beschimpfen. Macht Sachen der Gruppe kaputt und schimpft laut vor sich hin, bis man ihn zur Beruhigung in sein Zimmer schickt. Er hat in solchen Situationen ein `fieses Grinsen` und tut so, als wäre ihm die Bestrafung egal. In seinem Zimmer fängt er dann an zu randalieren, bis die PädagogInnen reagieren müssen. Er provoziert scheinbar eine härtere Strafe. Die PädagogInnen ihrerseits fühlen sich in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hilflos und ohnmächtig und verspüren gleichzeitig Wut und eigene aggressive Impulse. Sie empfinden ihn in Wutanfällen oft als mächtig, als habe er sie `in der Hand`. Sie stellen daraufhin immer mehr Regeln und Strafen für Thomas auf und versuchen sich so auf Machtkämpfe mit Thomas vorzubereiten. Ich habe Thomas in meinem Anerkennungsjahr zur Erzieherin kennen gelernt. Als wir einmal am Abendessenstisch saßen, sah ich, dass er noch ein Spielzeug bei sich trug, mit dem er unter dem Tisch spielte und auch andere Kinder damit ablenkte. Ich bat ihn, das Spielzeug zur Seite zu legen, damit alle einschließlich ihm selbst in Ruhe essen könnten. Er legte es erst zur Seite, nahm es aber kurze Zeit später wieder hervor und schien darauf bedacht, dass ich es merke. Ich bat ihn nun, mir das Spielzeug zu geben, damit ich es aus seiner Reichweite legen konnte. Er beteuerte daraufhin in einem übertrieben freundlichem Ton, es selbst wegzulegen und nicht wieder anzufassen, grinste aber gleichzeitig provokativ. Ich bat ihn erneut um das Spielzeug, woraufhin er es mir zwar gab, aber anfing, mich zu beschimpfen. `Sie sind gemein, fies! So was machen nur Sie! Sie können mich mal! So was darf man nur bei Ihnen nicht`. Gleichzeitig beschimpfte er Kinder, die ihn aufgrund seines Ausbruchs erstaunt ansahen, dass sie ihn nicht so `anglotzen¿ sollen. Um das Abendessen für die anderen Kinder weiter zu er-möglichen, forderte ich ihn auf, vom Tisch aufzustehen und in sein Zimmer zu gehen, er könne später weiter essen, wenn er sich beruhigt habe und alle anderen fertig seien. Daraufhin stand er zwar auf und ging nach oben, beschädigte auf dem Weg aber noch mehrere Sachen, provozierte die anderen Kinder mit Sprüchen und schimpfte laut vor sich hin. Im Zimmer fing er an, einen Tennisball permanent gegen die Tür zu werfen und durchs geöffnete Fenster Kinder, die draußen spielten, zu beschimpfen. Immer wieder beschimpfte er auch mich. Ich schaute zwischendurch nach ihm und sprach mit ihm ab, dass, wenn er ruhiger geworden war, er wieder am Gruppenleben teil haben kann. Er schien nicht empfänglich für diese Worte. Ihm schien alles egal. Er wirkte auf mich mächtig und hatte einen missachtenden Gesichtsausdruck. Zehn Minuten später, die er im Zimmer verbracht hatte, war Thomas dann ansprechbar und vollkommen ruhig. Er wirkte danach auf mich, als wolle er weinen, tat dies aber nicht. Ich habe mich in dieser und vielen anderen ähnlichen Konflikten sowohl hilflos als auch ohnmächtig gefühlt. Gleichzeitig hat mich das in meinen Augen unverständliche und unnötig heftige Verhalten von Thomas wütend gemacht. Ich spürte in mir den Wunsch, ihn durch Strafen wieder `unter Kontrolle` zu bringen. Denn in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hatte ich eher das Gefühl, dass er mich unter Kontrolle hat. Mit vielen ähnlich anmutenden Situationen bin ich oft in meiner beruflichen Praxis konfrontiert worden, ebenso konnte ich viele solcher Konflikte zwischen KollegInnen und Kindern beobachten. Was ist nun das Besondere an diesem Verhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen Erkennbar ist hierbei, dass das Ausmaß der Reaktion der Kinder und der PädagogInnen nicht mehr dem Auslöser und der Lage angemessen ist. Es gibt zwar einen Auslöser auf der Realebene, doch betrachtet man den weiteren Verlauf der Szene , hat man das Gefühl, dass sich Kind und PädagogInnen auf einer anderen Ebene bewegen als dieser. Die Kinder verhalten sich so asozial, dass das Ausmaß und die Form ihres Verhaltens sich nicht mehr mit der Situation erklären lässt. Die Kinder handeln höchst aggressiv, provokativ und destruktiv. Die PädagogInnen fühlen sich daraufhin hilflos, ohnmächtig, wütend und reagieren mit Kontrollversuchen wie Drohungen, Strafen und ähnlichem. Ich werde in dieser Arbeit sowohl für die Reaktion des Kindes als auch der PädagogInnen eine Erklärung darstellen. Dabei werde ich mich auf die Profession der Heilpädagogin beschränken, außer bei der Darstellung des Fallbeispiels. Diese Arbeit zeigt hinsichtlich des strukturellen Aufbaus eine Herangehensweise, die funktional an Handlungskonzepte der Heilpädagogik angelehnt ist. Dabei bringt einerseits die Heilpädagogin einige Grundhaltungen und Kompetenzen in ihre Tätigkeit mit (Kapitel 2), zum anderen hat das Kind, bevor es der Heilpädagogin anvertraut wird, gewisse Erfahrungen gemacht. Ich gehe in dieser Arbeit davon aus, dass diese Kinder traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und werde daher in Kapitel 3 `Trauma und dessen Folgen¿ ausführlich beschreiben, um eine Verstehensbasis für diese Kinder darzulegen. Beide treffen nun im Heimalltag aufeinander und die Interaktion ist geprägt von den Erfahrungen des Kindes. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Situationen zu verstehen sind. In Kapitel 5 wird die Rolle der Heilpädagogin in diesem Prozess eine Rolle spielen und heilpädagogische Konzepte, die dazu beitragen können, dass die Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogin zu einer heilsamen Erfahrung werden kann. Vor allem bei den Darstellungen zum Trauma habe ich wissenschaftsübergreifende Erkenntnisse eingebracht, während ich mich in Kapitel 4 hauptsächlich der Psychoanalyse als Erklärungsansatz zugewandt habe. Begründungen und Erläuterungen zur Begriffswahl habe ich immer an entsprechenden Stellen eingefügt. An dieser Stelle möchte ich jedoch darauf hinweisen, das ich psychisches Trauma, Traumatisierung und traumatische Erfahrung synonym verwende. Da ich in dieser Arbeit nur von psychischer Traumatisierung spreche, werde ich zugunsten der besseren Lesbarkeit den Zusatz psychisch nicht immer beifügen. Leider wurde schnell deutlich, dass der Rahmen der Diplomarbeit nicht ausreichen wird, um die Komplexität des Themas ¿Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erfahrung bei psychisch traumatisierten Kindern¿ darzustellen. Deshalb mussten leider viele Aspekte dieses Thema unbeachtet bleiben oder konnten nur ansatzweise erläutert werden. Inhaltsverzeichnis: 1.Vorwort: Kinder, die hilflos machen6 2.¿Wir müssen das Kind verstehen, bevor wir es erziehen!¿ - ein heilpädagogischer Verstehensansatz10 2.1Selbstverständnis der Heilpädagogik10 2.2Heilpädagogisches Menschenbild11 2.3Personales Angebot12 2.4Heilpädagogische Methodik/Therapeutik13 2.5heilpädagogisches Milieu14 3.Psychische Traumatisierung bei Kindern16 3.1Die Entwicklung der Traumaforschung16 3.2Definition von psychischen Trauma20 3.2.1Allgemeine Definition20 3.2.2Kinderspezifische Definition22 3.3Definition traumatischer Erfahrungen25 3.4Individualität von Trauma27 3.4.1Die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren27 3.4.2Trauma und Entwicklung30 3.4.2.1Das Bindungsverhalten31 3.4.2.2Die Hirnentwicklung35 3.4.3Unmittelbare Reaktion in einer traumatischen Situation37 3.5Reaktion auf das Trauma40 3.5.1Intrusion40 3.5.2Konstriktion43 3.5.3Hyperarousel44 3.6Die posttraumatische Belastungsstörung46 4.Re-Inszenierung psychischer Konflikte als Folge des unverarbeiteten Traumas54 4.1Psychoanalyse54 4.1.1Grundannahmen der Psychoanalyse55 4.1.2Die Relevanz der Psychoanalyse57 4.1.3Psychoanalyse und Trauma58 4.2Der psychische Konflikt59 4.3Abwehrmechanismen bei Traumatisierung die zur Re-Inszenierung führen61 4.4Zum Phänomen derRe-Inszenierung69 4.5Das Konzept der Übertragung und Gegenübertragung als Basis der Re-Inszenierung74 4.6Das Motiv der Re-Inszenierung76 5.Die Bedeutung der heilpädagogischen Beziehung in der Re-Inszenierung83 5.1Die Real- und Übertragungsbeziehung83 5.2Übertragungsauslöser84 5.3Die Auswirkungen der Re-Inszenierung auf die Heilpädagogin in der Gegenübertragung86 5.4Szenisches Verstehen und fördernder Dialog als heilpädagogische Antwort90 6.Nachwort97 7.Literaturverzeichnis102 Die Zeit heilt alle Wunden?: Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der El, Diplomica Verlag

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Die Zeit heilt alle Wunden? - Janine Bidinger
(*)
Janine Bidinger:
Die Zeit heilt alle Wunden? - neues Buch

ISBN: 9783832480226

ID: 9783832480226

Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erinnerung bei psychisch traumatisierten Kindern Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Diese Arbeit wurde also auch von der Frage geleitet, wie solche Wiederholungen unterbrochen werden können. Für das Thema Trauma habe ich mich entschieden, da die meisten Kinder, denen ich als Heilpädagogin begegnet bin, aber auch viele Mütter und Väter mit denen ich gearbeitet habe, einen Teil ihres Lebens unter traumatisierenden Bedingungen verbracht haben. Viele Menschen haben ein Trauma erlebt, müssen jedoch keine pathologische Störung daraus entwickeln. Nach der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert, möchte ich diese Arbeit jedoch jenen widmen, die als Folge des Traumas Probleme in der Bewältigung ihres Lebens entwickelten. Dabei ist die Re-Inszenierung eine mögliche Folge von Trauma. In dieser Arbeit habe ich mich mit psychischen Wunden der Kinder in der Heimerziehung beschäftigt, mit denen wir als Heilpädagogen immer wieder konfrontiert werden, ohne das es uns oder den Kindern bewusst wäre. Als psychische Wunde wird in dieser Arbeit eine psychische Traumatisierung zugrunde gelegt. Eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert soll eine Verstehensbasis für die fremduntergebrachten Kinder bieten. Die Re-Inszenierung des psychischen Konflikts, der in dem Trauma entsteht, mit dem Heilpädagogen bietet eine Möglichkeit der heilsamen Erinnerung an das Trauma. Die Entstehung des psychischen Konflikts im Trauma wird aus psychoanalytischer Sicht betrachtet. Daraufhin geht es um die Begegnung zwischen traumatisierten Kind und Heilpädagogin in der Heimerziehung, in der der psychische Konflikt re- inszeniert werden kann, hierbei wird die Rolle der Heilpädagogin beleuchtet sowie die Möglichkeiten einer Verarbeitung des Traumas für das Kind in diesem Setting. Theoretische Erkenntnisse über Traumata und Re-Inszenierungen psychischer Konflikte sind unerlässlich in der Arbeit mit fremduntergebrachten Kindern. Durch ein tieferes Verständnis der Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogen können sowohl Belastungen der Kinder als auch der Pädagogen reduziert werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, das in den scheinbar unangemessenen Verhaltensweisen fremduntergebrachter Kinder ein Sinn gesehen werden kann und Verstrickungen der Pädagogen erklärbar und reflektierbar werden. Wenn die Heilpädagogin durch Reflektion der Gegenübertagungsgefühle mit Hilfe der Konzepte des szenischen Verstehens und förderndes Dialogs auf das Kind eingehen und ihm eine adäquate Antwort geben kann wird eine Integration in das Selbst möglich. Aus kontextuellen Gründen bezieht sich der Schwerpunkt der Arbeit auf interpersonell traumatische Erfahrungen innerhalb des eigenen Familiensystems. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei in Bereichen des sexuellen Missbrauchs, psychischer und physischer Misshandlung sowie Verwahrlosung. Die Teilgebiete der traumatisierenden Katastrophen und Unglücke mussten aus Platzgründen und der Übersichtlichkeit halber ausgeklammert werden. Als Einleitung in das Thema dieser Arbeit möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Erfahrung heranziehen. Ich werde hier die Ausdrucksform `PädagogInnen¿ verwenden, da mehrere Professionen verschiedenen Geschlechts gemeint sind. Thomas ist ein 8 Jahre alter Junge. Er lebt in einer heilpädagogischen Wohngruppe mit neun anderen Mädchen und Jungen. Besondere Probleme im Umgang mit Thomas ergeben sich dadurch, dass er immer wieder Regeln und Grenzen austestet und bei jeder Gelegenheit provoziert. Er fordert immer wieder eine wiederholte Erklärung der Gruppenregeln und seiner Grenzen, obwohl er sie selbst nur zu gut weiß. Setzt man ihm die Grenzen und weist ihn auf bestehende Gruppenregeln hin, dann kommt es in Folge häufig zu Wutanfällen und Machtkämpfen zwischen ihm und den PädagogInnen. Hierfür reichen kleine Anlässe, wie die Aufforderung, zum Abendessen in die Gruppe zu kommen oder das Verbot einen bestimmten Film im Abendprogramm zu sehen, manchmal schon aus. Dann fängt er an, die PädagogInnen zu beschimpfen. Macht Sachen der Gruppe kaputt und schimpft laut vor sich hin, bis man ihn zur Beruhigung in sein Zimmer schickt. Er hat in solchen Situationen ein `fieses Grinsen` und tut so, als wäre ihm die Bestrafung egal. In seinem Zimmer fängt er dann an zu randalieren, bis die PädagogInnen reagieren müssen. Er provoziert scheinbar eine härtere Strafe. Die PädagogInnen ihrerseits fühlen sich in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hilflos und ohnmächtig und verspüren gleichzeitig Wut und eigene aggressive Impulse. Sie empfinden ihn in Wutanfällen oft als mächtig, als habe er sie `in der Hand`. Sie stellen daraufhin immer mehr Regeln und Strafen für Thomas auf und versuchen sich so auf Machtkämpfe mit Thomas vorzubereiten. Ich habe Thomas in meinem Anerkennungsjahr zur Erzieherin kennen gelernt. Als wir einmal am Abendessenstisch saßen, sah ich, dass er noch ein Spielzeug bei sich trug, mit dem er unter dem Tisch spielte und auch andere Kinder damit ablenkte. Ich bat ihn, das Spielzeug zur Seite zu legen, damit alle einschließlich ihm selbst in Ruhe essen könnten. Er legte es erst zur Seite, nahm es aber kurze Zeit später wieder hervor und schien darauf bedacht, dass ich es merke. Ich bat ihn nun, mir das Spielzeug zu geben, damit ich es aus seiner Reichweite legen konnte. Er beteuerte daraufhin in einem übertrieben freundlichem Ton, es selbst wegzulegen und nicht wieder anzufassen, grinste aber gleichzeitig provokativ. Ich bat ihn erneut um das Spielzeug, woraufhin er es mir zwar gab, aber anfing, mich zu beschimpfen. `Sie sind gemein, fies! So was machen nur Sie! Sie können mich mal! So was darf man nur bei Ihnen nicht`. Gleichzeitig beschimpfte er Kinder, die ihn aufgrund seines Ausbruchs erstaunt ansahen, dass sie ihn nicht so `anglotzen¿ sollen. Um das Abendessen für die anderen Kinder weiter zu er-möglichen, forderte ich ihn auf, vom Tisch aufzustehen und in sein Zimmer zu gehen, er könne später weiter essen, wenn er sich beruhigt habe und alle anderen fertig seien. Daraufhin stand er zwar auf und ging nach oben, beschädigte auf dem Weg aber noch mehrere Sachen, provozierte die anderen Kinder mit Sprüchen und schimpfte laut vor sich hin. Im Zimmer fing er an, einen Tennisball permanent gegen die Tür zu werfen und durchs geöffnete Fenster Kinder, die draußen spielten, zu beschimpfen. Immer wieder beschimpfte er auch mich. Ich schaute zwischendurch nach ihm und sprach mit ihm ab, dass, wenn er ruhiger geworden war, er wieder am Gruppenleben teil haben kann. Er schien nicht empfänglich für diese Worte. Ihm schien alles egal. Er wirkte auf mich mächtig und hatte einen missachtenden Gesichtsausdruck. Zehn Minuten später, die er im Zimmer verbracht hatte, war Thomas dann ansprechbar und vollkommen ruhig. Er wirkte danach auf mich, als wolle er weinen, tat dies aber nicht. Ich habe mich in dieser und vielen anderen ähnlichen Konflikten sowohl hilflos als auch ohnmächtig gefühlt. Gleichzeitig hat mich das in meinen Augen unverständliche und unnötig heftige Verhalten von Thomas wütend gemacht. Ich spürte in mir den Wunsch, ihn durch Strafen wieder `unter Kontrolle` zu bringen. Denn in vielen Auseinandersetzungen mit Thomas hatte ich eher das Gefühl, dass er mich unter Kontrolle hat. Mit vielen ähnlich anmutenden Situationen bin ich oft in meiner beruflichen Praxis konfrontiert worden, ebenso konnte ich viele solcher Konflikte zwischen KollegInnen und Kindern beobachten. Was ist nun das Besondere an diesem Verhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen Erkennbar ist hierbei, dass das Ausmaß der Reaktion der Kinder und der PädagogInnen nicht mehr dem Auslöser und der Lage angemessen ist. Es gibt zwar einen Auslöser auf der Realebene, doch betrachtet man den weiteren Verlauf der Szene , hat man das Gefühl, dass sich Kind und PädagogInnen auf einer anderen Ebene bewegen als dieser. Die Kinder verhalten sich so asozial, dass das Ausmaß und die Form ihres Verhaltens sich nicht mehr mit der Situation erklären lässt. Die Kinder handeln höchst aggressiv, provokativ und destruktiv. Die PädagogInnen fühlen sich daraufhin hilflos, ohnmächtig, wütend und reagieren mit Kontrollversuchen wie Drohungen, Strafen und ähnlichem. Ich werde in dieser Arbeit sowohl für die Reaktion des Kindes als auch der PädagogInnen eine Erklärung darstellen. Dabei werde ich mich auf die Profession der Heilpädagogin beschränken, außer bei der Darstellung des Fallbeispiels. Diese Arbeit zeigt hinsichtlich des strukturellen Aufbaus eine Herangehensweise, die funktional an Handlungskonzepte der Heilpädagogik angelehnt ist. Dabei bringt einerseits die Heilpädagogin einige Grundhaltungen und Kompetenzen in ihre Tätigkeit mit (Kapitel 2), zum anderen hat das Kind, bevor es der Heilpädagogin anvertraut wird, gewisse Erfahrungen gemacht. Ich gehe in dieser Arbeit davon aus, dass diese Kinder traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und werde daher in Kapitel 3 `Trauma und dessen Folgen¿ ausführlich beschreiben, um eine Verstehensbasis für diese Kinder darzulegen. Beide treffen nun im Heimalltag aufeinander und die Interaktion ist geprägt von den Erfahrungen des Kindes. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Situationen zu verstehen sind. In Kapitel 5 wird die Rolle der Heilpädagogin in diesem Prozess eine Rolle spielen und heilpädagogische Konzepte, die dazu beitragen können, dass die Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogin zu einer heilsamen Erfahrung werden kann. Vor allem bei den Darstellungen zum Trauma habe ich wissenschaftsübergreifende Erkenntnisse eingebracht, während ich mich in Kapitel 4 hauptsächlich der Psychoanalyse als Erklärungsansatz zugewandt habe. Begründungen und Erläuterungen zur Begriffswahl habe ich immer an entsprechenden Stellen eingefügt. An dieser Stelle möchte ich jedoch darauf hinweisen, das ich psychisches Trauma, Traumatisierung und traumatische Erfahrung synonym verwende. Da ich in dieser Arbeit nur von psychischer Traumatisierung spreche, werde ich zugunsten der besseren Lesbarkeit den Zusatz psychisch nicht immer beifügen. Leider wurde schnell deutlich, dass der Rahmen der Diplomarbeit nicht ausreichen wird, um die Komplexität des Themas ¿Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erfahrung bei psychisch traumatisierten Kindern¿ darzustellen. Deshalb mussten leider viele Aspekte dieses Thema unbeachtet bleiben oder konnten nur ansatzweise erläutert werden. Inhaltsverzeichnis: 1.Vorwort: Kinder, die hilflos machen6 2.¿Wir müssen das Kind verstehen, bevor wir es erziehen!¿ - ein heilpädagogischer Verstehensansatz10 2.1Selbstverständnis der Heilpädagogik10 2.2Heilpädagogisches Menschenbild11 2.3Personales Angebot12 2.4Heilpädagogische Methodik/Therapeutik13 2.5heilpädagogisches Milieu14 3.Psychische Traumatisierung bei Kindern16 3.1Die Entwicklung der Traumaforschung16 3.2Definition von psychischen Trauma20 3.2.1Allgemeine Definition20 3.2.2Kinderspezifische Definition22 3.3Definition traumatischer Erfahrungen25 3.4Individualität von Trauma27 3.4.1Die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren27 3.4.2Trauma und Entwicklung30 3.4.2.1Das Bindungsverhalten31 3.4.2.2Die Hirnentwicklung35 3.4.3Unmittelbare Reaktion in einer traumatischen Situation37 3.5Reaktion auf das Trauma40 3.5.1Intrusion40 3.5.2Konstriktion43 3.5.3Hyperarousel44 3.6Die posttraumatische Belastungsstörung46 4.Re-Inszenierung psychischer Konflikte als Folge des unverarbeiteten Traumas54 4.1Psychoanalyse54 4.1.1Grundannahmen der Psychoanalyse55 4.1.2Die Relevanz der Psychoanalyse57 4.1.3Psychoanalyse und Trauma58 4.2Der psychische Konflikt59 4.3Abwehrmechanismen bei Traumatisierung die zur Re-Inszenierung führen61 4.4Zum Phänomen derRe-Inszenierung69 4.5Das Konzept der Übertragung und Gegenübertragung als Basis der Re-Inszenierung74 4.6Das Motiv der Re-Inszenierung76 5.Die Bedeutung der heilpädagogischen Beziehung in der Re-Inszenierung83 5.1Die Real- und Übertragungsbeziehung83 5.2Übertragungsauslöser84 5.3Die Auswirkungen der Re-Inszenierung auf die Heilpädagogin in der Gegenübertragung86 5.4Szenisches Verstehen und fördernder Dialog als heilpädagogische Antwort90 6.Nachwort97 7.Literaturverzeichnis102 Die Zeit heilt alle Wunden?: Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestoßen: `Trauma¿ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte¿. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden. Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der, Diplomica Verlag

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Die Zeit heilt alle Wunden? - Janine Bidinger
(*)
Janine Bidinger:
Die Zeit heilt alle Wunden? - neues Buch

2004, ISBN: 9783832480226

ID: 126000843

Inhaltsangabe:Einleitung:Immer wieder werden wir als Heilpädagogin mit alten psychischen Wunden der Kinder, mit denen wir arbeiten, konfrontiert, ohne dass es immer für uns oder die Kinder bewusst ist. Mit diesem Thema möchte ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen. Dabei bin ich auf zwei zentrale Begriffe gestossen: `Trauma´ und `Re-Inszenierung psychischer Konflikte´. Ich werde mich hierbei auf fremduntergebrachte Kinder beziehen; vorwiegend Kinder, die in Heimeinrichtungen leben, wobei die dargestellten Sachverhalte sich auch auf Kinder in Pflegeverhältnissen beziehen lassen würden.Ich habe diesen besonderen Schwerpunkt gewählt, da ich hier als Erzieherin bereits Praxiserfahrung gesammelt habe und diese Kinder mich mit dem von mir in dieser Arbeit beschriebenen Phänomen der Re-Inszenierung häufig konfrontierten. Dies begründet die Motivation meiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich konnte ich weitreichende Erfahrungen in einer Eltern-Kind-Diagnostikgruppe sammeln. Hier erlebte ich immer wieder, wie unverarbeitete Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Diese Arbeit wurde also auch von der Frage geleitet, wie solche Wiederholungen unterbrochen werden können.Für das Thema Trauma habe ich mich entschieden, da die meisten Kinder, denen ich als Heilpädagogin begegnet bin, aber auch viele Mütter und Väter mit denen ich gearbeitet habe, einen Teil ihres Lebens unter traumatisierenden Bedingungen verbracht haben. Viele Menschen haben ein Trauma erlebt, müssen jedoch keine pathologische Störung daraus entwickeln. Nach der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert, möchte ich diese Arbeit jedoch jenen widmen, die als Folge des Traumas Probleme in der Bewältigung ihres Lebens entwickelten. Dabei ist die Re-Inszenierung eine mögliche Folge von Trauma. In dieser Arbeit habe ich mich mit psychischen Wunden der Kinder in der Heimerziehung beschäftigt, mit denen wir als Heilpädagogen immer wieder konfrontiert werden, ohne das es uns oder den Kindern bewusst wäre.Als psychische Wunde wird in dieser Arbeit eine psychische Traumatisierung zugrunde gelegt. Eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen ein Trauma erlebt werden kann und die darüber entscheiden, wie eine Person darauf reagiert soll eine Verstehensbasis für die fremduntergebrachten Kinder bieten.Die Re-Inszenierung des psychischen Konflikts, der in dem Trauma entsteht, mit dem Heilpädagogen bietet eine Möglichkeit der heilsamen Erinnerung an das Trauma. Die Entstehung des psychischen Konflikts im Trauma wird aus psychoanalytischer Sicht betrachtet. Daraufhin geht es um die Begegnung zwischen traumatisierten Kind und Heilpädagogin in der Heimerziehung, in der der psychische Konflikt re- inszeniert werden kann, hierbei wird die Rolle der Heilpädagogin beleuchtet sowie die Möglichkeiten einer Verarbeitung des Traumas für das Kind in diesem Setting.Theoretische Erkenntnisse über Traumata und Re-Inszenierungen psychischer Konflikte sind unerlässlich in der Arbeit mit fremduntergebrachten Kindern. Durch ein tieferes Verständnis der Interaktion zwischen Kind und Heilpädagogen können sowohl Belastungen der Kinder als auch der Pädagogen reduziert werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, das in den scheinbar unangemessenen Verhaltensweisen fremduntergebrachter Kinder ein Sinn gesehen werden kann und Verstrickungen der Pädagogen erklärbar und reflektierbar werden. Wenn die Heilpädagogin durch Reflektion der Gegenübertagungsgefühle mit Hilfe der Konzepte des szenischen Verstehens und förderndes Dialogs auf das Kind eingehen und ihm eine adäquate Antwort geben kann wird eine Integration in das Selbst möglich.Aus kontextuellen Gründen bezieht sich der Schwerpunkt der Arbeit auf interpersonell traumatische Erfahrungen innerhalb des eigenen Familiensystems. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei in Bereichen des sexuellen Missbrauchs, psychischer und physischer Misshandlung sowie Verwahrlosung. Die Teilgebiete der traumatisierenden Katastrophen und Unglücke mussten aus Platzgründen und der Übersichtlichkeit halber ausgeklammert werden. Als Einleitung in das Thema dieser Arbeit möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Erfahrung heranziehen. Ich werde hier die Ausdrucksform `PädagogInnen´ verwenden, da mehrere Professionen verschiedenen Geschlechts gemeint sind. Thomas ist ein 8 Jah Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Sozialpädagogik / Sozialarbeit, Note: 1,7, Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen - Abteilung Münster (Sozialwesen), Sprache: Deutsch eBook eBooks>Fachbücher>Pädagogik, Diplom.de

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Details zum Buch

Detailangaben zum Buch - Die Zeit heilt alle Wunden? - Re-Inszenierung psychischer Konflikte als heilsame Erinnerung bei psychisch traumatisierten Kindern


EAN (ISBN-13): 9783832480226
ISBN (ISBN-10): 3832480226
Erscheinungsjahr: 2004
Herausgeber: diplom.de

Buch in der Datenbank seit 2008-02-23T11:38:51+01:00 (Berlin)
Detailseite zuletzt geändert am 2016-11-11T10:03:07+01:00 (Berlin)
ISBN/EAN: 3832480226

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-8324-8022-6, 978-3-8324-8022-6


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