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Die BUCHNUMMER

Mit der ISBN Internationale Standardbuchnummer (aus dem Englischen International Standard Book Number, ISBN) werden Bücher und teilweise Multimedia- und Softwareprodukte eindeutig gekennzeichnet.

Für Zeitschriften und Schriftenreihen wird die ISSN - Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke – (aus dem Englischen International Standard Serial Number) vergeben.

Kurze Geschichte der Buchnummern

Seit Anfang der 1960er Jahre wurde, insbesondere in Europa, über eine eindeutige Identifikation von Büchern nachgedacht. 1966 führte dann das damals größte britische Buchhandelshaus WHSmith erstmals eine Standardbuchnummer, abgekürzt „SBN“, ein.
Die ISO (Internationale Organisation für Normung) erweiterte 1968 die neunstellige SBN um eine weitere Stelle zur 10-stelligen (Internationalen) ISBN und veröffentlichte 1972 die Norm ISO 2108. Die nationale Übernahme dieser Norm in Deutschland ist unter der DIN ISO 2108 zu finden.

Bis Ende 2006 wurden weltweit ausschließlich 10-stellige ISBN vergeben und eingesetzt. Vor allem in Osteuropa und im englischen Sprachraum gab es ab 2005 Schwierigkeiten neue ISBN zu vergeben. Daher wurde ein erweiterter ISO-Standard für eine dreizehnstellige ISBN eingeführt. Jede ISBN-10 kann in eine EAN-13 umgewandelt werden. Dazu wird der ISBN-10 einfach die landesspezifische EAN-Ziffernfolge vorangestellt und die letzte Prüfziffer wird durch eine neue EAN-Prüfziffer ersetzt.

Damit konnte die Anzahl der zur Verfügung stehenden ISBN auf rund 1,9 Milliarden fast verdoppelt und zusätzlich die Kompatibilität mit dem EAN System (internationale Artikelnummern) gewährleistet werden. So können Bücher weltweit innerhalb des EAN-Systems in bestehende Warenwirtschaftssysteme eingegliedert werden.

Die ersten drei Ziffern einer EAN identifizieren das Registrierungsland (z. B. „400 bis bis 440 für die deutsche EAN). Bei einer ISBN wurde ein neuer Nummernkreis für die ersten 3 Ziffern eingerichtet: 978 und 979 sind nur für Bücher vorgesehen. ISBN-13 sind identisch mit der zum Buch gehörenden EAN-13; der einzige Unterschied ist dass die EAN keine Bindestriche enthält.

Das neue 13-stellige System wird nun als GS1-Pressecode bezeichnet, da nicht nur gedruckte Bücher sondern auch publizierte Medien (Periodika, CD-ROM) damit gekennzeichnet werden.

Vergabe und Verwendung von ISBN

Eine ISBN identifiziert eindeutig eine einmalige Veröffentlichung eines Verlags und darf entsprechend nur einmal verwendet werden. Auch neue Editionen oder Erscheinungsformen (Hardcover, Taschenbuch, eBook, etc.) brauchen eine andere ISBN. Einzige Ausnahme sind unveränderte Nachdrucke bei denen minimale Änderungen erlaubt sind.

Eine ISBN ist für Verlage nicht verpflichtend, daher hat nicht jedes Buch eine ISBN. In Deutschland vergibt nur die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH die ISBN. Mit den ISBN darf nicht gehandelt werden. Da die Verwendung einer ISBN mit Kosten und Aufwand verbunden ist benutzen manche Klein- und Selbstverlage keine ISBN.

Kosten

Die Zuteilung einer einzelnen ISBN kostet in etwa EUR 80.- . Für die Vergabe einer Verlagsnummer muss ein Verlag eine Grundgebühr von ca. EUR 150.- damit er dann auch ISBN beziehen kann. Der Preis für einen ISBN Nummernkreis liegt zwischen EUR 23.- für zehn Nummern und in etwa EUR 3.500.- Euro für 100.000 Nummern.

Wie wird eine ISBN generiert ?

Eine 13 stellige ISBN besteht aus fünf Zahlengruppen.

  • Beispiel: ISBN 978-3-86680-192-9

Sie wird wie folgt kodiert:

  • Das Präfix ist je nach Buchtyp 978 oder 979.
    Bei der ISBN-10 gibt es kein Präfix.
     
  • Die Gruppennummer (auch Ländernummer genannt) ist eine Kennzahl für eine nationale, geographische, Sprach- oder sonstige geeignete Gruppe. Sie wird von der internationalen ISBN-Agentur festgelegt und kann unterschiedlich viele Ziffern enthalten.
    Im Beispiel ist es die “3” für deutschsprachig.
     
  • Die Verlagsnummer ist eine Kennzahl für den Verlag. Diese wird von der nationalen oder regionalen ISBN-Agentur vergeben. Für Deutschland ist das die ISBN-Agentur in Frankfurt a.M.
    Die Verlagsnummer kann unterschiedlich viele Ziffern enthalten. Welche Verlagsnummern gültig sind, hängt von der Gruppennummer ab.
     
  • Danach folgt die vom Verlag vergebene Titelnummer (manchmal Bandnummer genannt). Der Verlag (oder Drucker u. ä.) ist frei in der Verwendung, verschiedene Produkte müssen differenziert werden, wie z.B. separat verkäufliche Bände, unterschiedliche Einbände, etc.
    Es existieren keine Regeln was getrennte Auflagen betrifft.
     
  • Am Ende kommt die Prüfziffer. Diese ermöglicht das Erkennen von Eingabe- und Lesefehlern: Erkannt werden ein Einzelfehler (genau eine Ziffer falsch) und die meisten Vertauschungen von zwei Nachbarziffern.

Eine ISBN kann mit oder ohne Trennzeichen verwendet werden, da die Nummer immer eindeutig bleibt.

Identifikationsnummern für andere Publikationen

Für andere Formen der Publikation, wie z. B. Periodika oder notierte Musikwerke gibt es eigene Nummernsysteme:

  • ISAN – International Standard Audiovisual Number
  • ISMN – Internationale Standard-Musik-Nummer (für gedruckte und digitalisierte Notensätze)
  • ISRC – The International Standard Recording Code
  • ISRN – International Standard Technical Report Number
  • ISSN – Information and documentation – International Standard Serial Number / Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (Periodika)
  • ISWC – International Standard Musical Work Code

Weitere Identifikationsschlüsselsysteme

  • VD 16 – Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts
  • VD 17 – Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts
  • ESTC – English Short Title Catalogue
  • OCLC Number – Online Computer Library Center Number
  • CODEN
  • DOI – Digital Object Identifier
  • EAN – European Article Number / Europäische Artikelnummer
  • EPC – Elektronischer Produktcode
  • LCCN – Library of Congress Control Number
  • UCC – Uniform Code Council
  • UPC – Universal Product Code (US-amerikanischer Strichcode)

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